Eine Queen fürs Engadin
News & Stories

Eine Queen fürs Engadin

Seit 1976 ist die Credit Suisse Hauptsponsor des White Turf. Zum ersten Mal geht der Gesamtsieg an eine Frau. Gratulation an Valeria Holinger! Sie erhält neben dem Preisgeld den «Credit Suisse King's Cup». Pardon: den «Queen's Cup».

Schon die ersten zwei Rennwochenenden hatten es gezeigt: Dieser jungen Frau ist alles zuzutrauen. Nun hat sie am dritten Wochenende das Ziel erreicht, auf das sie schon seit Jahren hingearbeitet hat – sie ist «Königin des Engadins». Die 26-jährige St. Moritzerin ist die nach Punkten erfolgreichste Fahrerin der Credit Suisse Skikjöring Trophy. Sie erhält nun neben dem Preisgeld den Siegerpokal, den «Credit Suisse King's Cup», den die Bank 2016 zum 40-jährigen Jubiläum der Partnerschaft zwischen dem White Turf und der Credit Suisse eigens kreieren liess.

In der über hundertjährigen Geschichte des White Turf gab es immer wieder Frauen – wenn auch nur wenige –, die in die Männerdomäne Skikjöring einbrachen. So gehörten um 1908 Frauen-Skikjöring-Rennen zu den besonderen Attraktionen auf dem St. Moritzersee. In Röcken und noch ohne Helm liessen sich die Damen über die Rennbahn ziehen. Danach dauerte es bis 1983, bis sich mit der Churerin Hedy Danuser wieder eine Frau am Start einfand. Das Ziel erreichte sie allerdings nicht, weil sie sich unterwegs den Fuss brach. 2009 schliesslich war es für Valeria Holinger soweit: Sie hatte das Mindestalter von 18 Jahren erreicht und konnte nach bestandener Skikjöring-Prüfung endlich am White Turf teilnehmen. Und sie erreichte das Ziel. Ein Zwischenziel auf dem Weg zur Gesamtsiegerin, zur «Königin». Leta Joos aus Samedan kam ihr in Sachen Sieg dann aber noch zuvor und gewann 2015 als erste Frau überhaupt ein Skikjöring-Rennen.

Zwei Königinnen

Doch ohne die Vollblutstute Usbekia – der zweiten, heimlichen Königin – wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Schliesslich, so Holinger, liege der Einfluss des Skifahrers bzw. der Skifahrerin nur bei etwa 40 Prozent. Aber auch für diese 40 Prozent muss man gut vorbereitet sein. Das ist für Holinger ganz offensichtlich. Schon ihr Vater war aktiver Skikjörer. Mit sieben fing Valeria an zu reiten, mit 14 kamen die Rennpferde hinzu, mit 18 das Skikjöring. Als ehemalige FIS-Skirennfahrerin hat Holinger auch auf diesem Gebiet das nötige Rüstzeug. «Im Rennen musst du dich voll aufs Steuern des Pferdes konzentrieren und nicht an die Bretter an den Füssen denken», verriet sie dem «Zürcher Unterländer» Mitte Februar.

Nun ist für Valeria Holinger ein lange gehegter Traum in Erfüllung gegangen. Sie ist die erste «Königin des Engadins». Dazu gratulieren wir ihr ganz herzlich! Auch den Zweit- und Drittplatzierten sowie dem ganzen Teilnehmerfeld gratulieren wir zu den sportlichen Höchstleistungen, die sie über die Rennwochenenden und in den unzähligen Trainingsstunden zuvor erbracht haben. Bei den Organisatoren bedanken wir uns für die ausgezeichnete Zusammenarbeit, die wir jedes Jahr erleben.