5 Tipps für Neuanleger
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5 Tipps für Neuanleger

«In guten und schlechten Zeiten, in Reichtum und Armut ... » Mit der Entscheidung, in die Welt der Anleger einzutreten, geht man eine langfristige Bindung ein. Angehende Anleger sollten sich daher gut überlegen, ob sie für diesen Schritt bereit sind. 

1. Planung ist das A und O

Jede Reise beginnt mit der Wahl eines Ziels und der Festlegung der Route. Wie würden Reisende sonst wissen, ob sie auf dem richtigen Weg sind oder sich verirrt haben? Das Gleiche gilt für das Anlegen. Zu jedem Zeitpunkt ihrer Reise müssen Anleger wissen, wo sie sich befinden und ob sie ihre Route gegebenenfalls anpassen müssen. Zunächst ist es wichtig, die Ziele festzulegen: Geht es darum, die Ausbildungskosten des Nachwuchses abzudecken oder für das Rentenalter vorzusorgen? Die folgenden Fragen dienen dazu, die Anlage weiter zu definieren und die passende Anlagestrategie zu wählen: Welcher Betrag soll angelegt werden? Wie hoch darf das Risiko sein? Wie hoch ist die Renditeerwartung? Zu welchem Zeitpunkt und auf welche Weise wird die Entwicklung der Anlage bewertet? Oder frei nach Warren Buffett: «Heute kann jemand im kühlen Schatten sitzen, weil ein anderer vor langer Zeit einen Baum gepflanzt hat.» 

2. Schaffen Sie eine Basis

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es unmöglich ist, die Entwicklung der Märkte vorauszusehen, sollten Anleger nicht zu viel dem Schicksal überlassen. Für Michael Mauboussin, Leiter Global Financial Strategies bei der Credit Suisse, ist Disziplin einer der drei Faktoren, die dazu beitragen, die Rolle des Zufalls bei Anlagen zu verringern und besser zu kontrollieren: «Disziplin, Diversifikation und langfristige Strategie.» Selbst wenn Sie sich als Anleger auf einen lebenslangen Lernprozess einstellen müssen, so braucht dieser nicht zwangsläufig langweilig sein. Es gibt eine Vielzahl von Online-Tools, um sich über Anlagetheorien zu informieren und sich mit diesen im Rahmen von virtuellen Börsenspielen vertraut zu machen. Und sobald Sie im Spiel oder in der Realität vor einer Anlageentscheidung stehen, nehmen Sie sich einen zweiten Rat von Michael Mauboussin zu Herzen: «Analysieren Sie zunächst den Kurs einer Aktie. Wie gestalten sich die Zukunftsaussichten: Was ist vom Umsatz, Betriebsgewinn und vom Investitionsbedarf in den nächsten Jahren zu erwarten? Danach ermitteln Sie anhand einer Strategie- und Finanzanalyse, ob es wahrscheinlich ist, dass das Unternehmen besser oder schlechter als erwartet abschneidet. Abschliessend kaufen oder verkaufen Sie.» 

3. Nicht alles auf eine Karte setzen

Diversifizieren Sie – dieser einfache und zeitlose Ratschlag ist für alle Anleger und sämtliche Anlagesituationen passend. Diversifikation ist auch der zweite Faktor, den Michael Mauboussin auf seiner Liste mit den erforderlichen Elementen zur besseren Anlagekontrolle nennt. Und es ist zudem der einfachste Weg zur Minderung von Risiken. Beim Anlegen geht es um Gewinne und Verluste – das ist kein Geheimnis. Entscheidend ist es, die Gewinne so weit wie möglich zu steigern und sich gleichzeitig vor Verlusten zu schützen. Das Worst-Case-Szenario wäre es, all sein Geld in ein Unternehmen zu stecken, um dann zusehen zu müssen, wie dieses pleitegeht. Diversifikation ist ein Werkzeug des Anlegers, das dabei hilft, das Risiko einer jeden Anlage zu beherrschen. Was ist erforderlich, um ein Portfolio zu diversifizieren? Nun, das hängt stark von der individuellen Situation ab: Wie gross ist das Portfolio? Wie hoch ist die Risikobereitschaft des Anlegers? Was ist der Anlagehorizont? Anleger sollten ihr Geld auf verschiedene Anlageklassen, Branchen oder Länder und Regionen verteilen. Wem es schwerfällt zu diversifizieren, der könnte einen Anlagefonds in Betracht ziehen, um somit einfacher und kostengünstiger von mehreren Unternehmen zu profitieren.

Die beiden gefährlichsten Emotionen in der Welt der Anleger sind Gier und Angst.

4. Emotionen kontrollieren

Emotionen machen uns zu Menschen. Und sie ruinieren Anlagen. Anlegen wäre um vieles leichter, wenn man Emotionen einfach ein- und ausschalten könnte. Dies ist leider unmöglich. Beim Anlegen können jedoch sowohl negative als auch positive Gefühle zu katastrophalen Resultaten führen. Geld ist ein sehr sensibles Thema, daher ist nicht leicht, einen kühlen Kopf zu bewahren. Michael Mauboussin über unsere Aversion vor Verlusten: «Menschen haben mehr als doppelt so viel Angst davor, Geld zu verlieren, als dass sie sich freuen, Geld zu gewinnen.»

Die beiden gefährlichsten Emotionen in der Welt der Anleger sind Gier und Angst. Warren Buffett und viele andere Anlagespezialisten warnen davor, schnelle Entscheidungen bei einer Baisse aus Angst – oder bei einer Hausse aus Gier – zu treffen. Sie haben sich doch ausreichend vorbereitet, oder etwa nicht? Anleger, die ihre Anlagen sorgfältig geplant haben, sind zuversichtlich genug, um beim Auftreten von Marktturbulenzen abzuwarten und keine überstürzten Entscheidungen zu treffen. Marktverwerfungen sind eine vollkommen normale Sache! Obwohl es vielleicht einleuchtend klingt, ist der Grundsatz, Aktien günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen, eine der häufigsten Fehlerquellen. Olivier P. Müller von Credit Suisse Investment Strategy & Research ist der Auffassung, dass sowohl Disziplin als auch eine systematische und konsequente Herangehensweise essenziell für Anlageerfolge sind, egal ob es sich um institutionelle oder private Anleger handelt.

5. Alleine oder im Team? 

Obwohl Anlagen eine hervorragende Möglichkeit sind, um finanzielle Ziele zu erreichen, ist deren Umsetzung jedoch auch mit Herausforderungen verbunden. Anleger müssen sich darüber im Klaren sein, dass es viel Zeit kostet, sich Wissen anzueignen, Recherchen über die in Frage kommenden Unternehmen anzustellen und zu lernen, wie man Informationen nach ihrer Relevanz filtert. Die Alternative ist, sich professionelle Unterstützung zu holen. Dazu kommt noch die emotionale Komponente. Das Anlegen berührt zwei sehr empfindliche Themen: Es geht um Ihr Geld und Ihre Zukunft. Das sind nicht gerade Themen, über die es sich völlig entspannt reden lässt. Für Anleger, die sich nicht sicher sind, ob sie genügend Zeit und Energie aufbringen können, oder die zu emotional sind, um während einer Baisse einen kühlen Kopf zu bewahren, wäre es vermutlich nicht ratsam, auf eigene Faust Anlagen zu tätigen. Für diese Anleger wäre es unter Umständen am besten, sich einen professionellen und verlässlichen Partner zu suchen, dem man die Aufgabe, Kapitalerträge aus Anlagen zu erwirtschaften, bedenkenlos anvertrauen kann.