Die 5 kommenden Megatrends im High-Tech-Bereich
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Die 5 kommenden Megatrends im High-Tech-Bereich

Erinnern Sie sich an Ihren Alltag vor 20 Jahren: Die Technologie hat sich in diesem Zeitraum gewaltig verändert. Und es ist diesbezüglich kein Ende in Sich, denn zwei unaufhaltsame Trends treiben die neuesten Megatrends voran.

Gewaltige Rechenleistung und umfassende Konnektivität. Ihr Smartphone besitzt mehr Rechenleistung als die Missionskontrolle der amerikanischen Mondmissionen der 1960er und 1970er Jahre. 1995 benutzten weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung das Internet; heute sind es bis zu 45 Prozent. Bis 2025 werden laut einer Studie von Cisco Systems 300 Prozent erreicht. Ja genau, 300 Prozent. Und wenn Sie wissen wollen, wie das geht, sollten Sie weiterlesen.

Kein aufziehender Sturm – der Aufstieg von Big Data

Wird es ein heisses Wochenende? Es wird immer einfacher, diese Frage zu beantworten. Laut The Weather Company, die unter anderem den Wetterkanal «The Weather Channel» betreibt, entspricht die Zuverlässigkeit der 3-Tages-Vorhersage heute der 2-Tage-Vorhersage des Jahres 2005 und der 1-Tages-Vorhersage des Jahres 1995. Dies hat Auswirkungen auf viele Branchen, von der Landwirtschaft bis zur Abfallentsorgung. Ein Unternehmen, das beispielsweise Eiscreme herstellt, hat jetzt ausreichend Zeit, sich auf einen glühend heissen Samstag und Sonntag einzustellen: Hochfahren der Produktion, Bestandsaufbau, Werbeaktionen. Dies ist ein riesiger Vorteil, und dahinter steckt etwas, das als «Big Data» bezeichnet wird. «Big», also gross, bzw. die Fähigkeit, grosse Datenmengen zu verarbeiten. Computer können heute gewaltige Mengen an Daten verarbeiten, um so verschiedenste Arten von Mustern zu finden: Wetter, Verkehr, wie das Wetter sich auf den Verkehr auswirken wird, welche Eiscremesorte die Leute kaufen werden, die an einem heissen Tag im Stau festsitzen, in welchem Geschäft sie das Eis kaufen werden und so weiter. Heutzutage sind unsere Telefone intelligente Maschinen, und morgen wird unsere gesamte Umgebung aus intelligenten Maschinen bestehen.

Noch mehr Daten: Das Internet der Dinge

Ein Teil der zukünftigen Intelligenz unserer Umgebung wird von unbelebten Gegenständen kommen. Das sogenannte Internet der Dinge wird im Jahr 2025 nicht nur ein Netzwerk sein, das 8 Milliarden Menschen verbindet, sondern noch dazu 16 Milliarden Objekte mit umfasst. Das werden unter anderem Ihr Auto, Ihre Küche, das Kühl-/Heizsystem Ihres Hauses, das Stromnetz, Ampeln und noch viel mehr sein (und so kommt Cisco auf eine Benutzervorhersage von 300 Prozent). Alle werden aus der Ferne bedienbar sein und miteinander kommunizieren. Wenn die Sommerhitzewelle beginnt, weiss der Stromversorger automatisch, dass er mehr Strom für die Klimaanlage bereitstellen muss, Autos und Ampeln werden miteinander koordiniert, um Staus zu vermeiden, und Ihr Kühlschrank wird Eiscreme für Sie bestellt haben, die bei Ihrer Ankunft bereits geliefert wurde und auf Sie wartet. Ihr Leben wird einfach perfekt durchorganisiert sein. Natürlich sind wir noch weit entfernt vom Internet der Dinge, aber das IdD, wie es von manchen bezeichnet wird, existiert in einzelnen Bereichen bereits. Ein Unternehmen namens eVolution Networks ist laut Philippe Cerf, Managing Director der Credit Suisse, ein gutes Beispiel dafür. Das israelische Start-up misst den Datenverkehr in Drahtlosnetzwerken und an Basisstationen, d. h. von vielen Dingen. Dann analysiert es diese grossen Datenmengen, um festzustellen, welches Datenaufkommen verringert oder abgeschaltet werden kann, ohne den Service einzuschränken. Strom ist einer der grössten Kostenpunkte von Wireless-Betreibern. Laut eVolution können so 35 Prozent davon eingespart werden.

Das Internet des Banking: FinTech

Gleichzeitig verändert diese Kombination aus Rechenpower und Kommunikation das, was wir bisher unter Banking verstanden haben. Finanztechnologie, oder FinTech, ist eine sektorspezifische Interpretation von «Roboter erobern die Welt» oder «Herrschaft der Automatisierung». Es gibt eine Menge zu automatisieren: Vermögensverwaltung (z. B. Betterment, FutureAdvisor, Personal Capital, Wealthfront), bargeldlose Zahlung (Currency Cloud, Xoom, Zomato), Ratings (Kreditech, ZestFinance, Credit Karma), digitale Währung (Coinbase, Bitcoin, Blockchain), Onlinezahlung (2CheckOut, PayPal, WePay), Kredite für Kleinunternehmen (LendingClub, Kabbage, OnDeck), Zahlungseingang und -tracking (Klarna, Square, Stripe) und Trading-Analysen (2iQ Research, HedgeChatter, Madrone, Market Prophit). Die Analysten sind sich nicht einig darüber, welchen Marktanteil FinTech von traditionellen Banken übernehmen wird, aber sie sind einer Meinung darüber, dass es, genau wie das Datenaufkommen, einen grossen Anteil haben wird – bis zu 30-40 Prozent. Ironischerweise wissen Banken nicht nur von FinTech, sie beteiligen sich auch daran. Beispielsweise lancierte die Credit Suisse im Jahr 2013 einen Anlagefonds in diesem Sektor im Wert von USD 500 Mio. Es mag zwar wie Kannibalismus erscheinen, dieser Eindruck täuscht aber. Strengere Bestimmungen seit dem Jahr 2008 beschränken die Freiheit der Banken, in FinTech aktiv zu sein. Ausserdem muss FinTech keine Bedrohung darstellen. Sie kann ein Weg zur Innovation mit Fremdkapital sein. Langfristig gesehen, so ein Brancheninsider, «werden die FinTech-Unternehmen die Banken brauchen und umgekehrt. Dies könnte sich als eine Win-win-Situation erweisen.»

Gerecht geteilt

Obwohl die meisten FinTech-Unternehmen technische Lösungen einsetzen, basiert ein Aspekt auf dem Sozialverhalten von Menschen. Oder genauer gesagt darauf, aus kontaktfreudigen Personen Banken zu machen. Peer-to-Peer-Kredite (Lending Club, Ratesetter) und Schwarmfinanzierung (Kickstarter, Ourcrowd) ermöglichen über Internetplattformen den Geldverkehr zwischen Darlehensgebern und Kreditnehmern. Peer-to-Peer-Kredite funktionieren ähnlich wie die Kreditvergabe durch Banken mit Verpflichtungen auf Zeit, Schwarmfinanzierung entspricht eher einem Sponsoringsystem oder Risikokapital. In beiden Fällen «ermöglichen diese Plattformen Anlagen in grossartige Start-ups, ohne den Gründer jemals getroffen zu haben», so Gigi Levy-Weiss, ein bekannter Technologie-Manager und Anleger. «Sie schliessen sich einfach dem Konsortium anderer Anleger an.» In diesem Sinne ist das Finanzierungsgeschäft eines von vielen. Für eine Reihe von Branchen – Automobilbranche, Hotels, Logistik, Personalbeschaffung – sind Konsortien der letzte Schrei. Der im September 2015 veröffentlichte Bericht «Global Equity Themes» des Equity Research der Credit Suisse nennt diesen Trend «Sharing Economy» und berechnet einen Gesamtwert der Unternehmen in diesem Bereich von USD 220 Mia. Geschätzte USD 1,1 Mia. davon entfallen auf Waze, ein Unternehmen, das Philippe Cerf von der Credit Suisse als ein grossartiges Beispiel für Sharing nennt. Die in Israel gegründete Plattform vernetzt Fahrer, damit sie Staus vermeiden können und günstigen Treibstoff finden. Diese einfache Idee basiert auf einer komplexen Kombination von Datenanalyse, mobiler Kommunikation und dem Netzwerkeffekt des Internets. «Noch vor wenigen Jahren», sagt Philippe Cerf, «wäre Waze unmöglich gewesen.»

Die nächste Stufe der Computertechnologie: Quanten

In Bezug auf die fünfte der grossen kommenden Technologien ist «unmöglich» eine ziemliche Untertreibung. Versuchen Sie sich vorzustellen, was in zehn oder zwanzig Jahren möglich sein wird, wenn die Mondfahrt-Mainframes im Vergleich zu heutigen Handys schon wie Spielzeug wirken. Chad Rigetti hat das bereits getan. Er und seine Denkfabrik (der auch einige Menschen angehören) von Rigetti Computing arbeiten am Bau eines Quantencomputers. So wie viele seiner Mitbewerber, von Cambridge Quantum über D-Wave zu IBM und Intel, arbeitet er am Bau künstlicher Gehirne, die die Rechenleistung heutiger Computer um das Vieltausendfache übertreffen werden. Quantencomputer werden laut Uwe Neumann, Analyst der Credit Suisse, so klein sein, dass sie das «Hirn» Ihres Autos, Ihrer Klimaanlage, Ihres Kühlschranks, Rasenmähers und jedes anderen Geräts um sie herum sein können. Und sie alle sind mit dem Internet der Dinge verbunden, das ... na ja... das wissen Sie jetzt ja schon. Gewaltige Rechenleistung, umfassende Konnektivität – das steckt hinter den kommenden Megatrends.