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Erstes Credit Suisse Fortschrittsbarometer: Schweizer Bevölkerung will bei Gesellschaftsthemen vorwärts machen.

Zum 200. Geburtstag von Alfred Escher lanciert die Credit Suisse das Fortschrittsbarometer – eine repräsentative Umfrage über die Zukunftsfähigkeit der Schweiz

Das heute erstmals veröffentlichte Credit Suisse Fortschrittsbarometer zeigt, dass die Schweizer Stimmbevölkerung trotz der bereits sehr hohen Fortschrittlichkeit ihres Landes Gleichberechtigungs- und Bildungsthemen forcieren will. Fortschritt darf auf keinen Fall die Schweizer Grundwerte in Frage stellen. Visionäre Infrastruktur-Projekte finden breite Unterstützung, sofern sie auch politische und wirtschaftliche Probleme zu lösen versprechen. 

Die Ergebnisse des ersten Credit Suisse Fortschrittsbarometers zeigen, dass sich die Schweizerinnen und Schweizer weitgehend einig sind über die Eckpunkte einer fortschrittlichen Schweiz. Das Barometer misst die Einstellung der 2‘800 befragten Stimmberechtigten und der 300 befragten Meinungsführenden auf einer Indexskala von -100 (= Das Rad des Fortschritts sollte zurückgedreht werden) bis +100 (= Das Rad des Fortschritts sollte neu erfunden werden, um den Fortschritt zu forcieren). Insgesamt wollen die Meinungsführenden (+17.5 Indexpunkte) stärker vorwärts machen, als das Elektorat (+3.5 Indexpunkte) – sowohl über die Bereiche Wirtschaft, Gesellschaft als auch Politik hinweg. Diese Fortschrittsbereitschaft ist nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die Schweiz gemessen an einer Reihe realökonomischer Indikatoren bereits den Spitzenplatz in Sachen Fortschritt (+43.2 Indexpunkte) belegt, beachtenswert. 

Zusammenfassend sind sich die Befragten einig, dass Fortschritt die Schweizer Grundwerte respektieren soll: Das Milizmodell, die Medienvielfalt, die konsensorientierte Politik, Arbeit und Wertschöpfung vor Ort, ein verhältnismässig niedriges Regulierungsniveau, sowie verständliche politische Vorlagen. 

Viel Bereitschaft für Fortschritt findet sich vor allem bei den Themen, die auch zur Standortattraktivität der Schweiz beitragen, wie etwa bei Bildungsthemen (lebenslanges Lernen), bei Infrastruktur und Forschung, aber auch bei der Weiterführung von niedrigen Unternehmenssteuern. 

Im gesellschaftlichen Bereich möchten die Befragten am stärksten vorwärts machen, insbesondere bei neuen Lösungen zur Gleichberechtigung zwischen und innerhalb der Geschlechter (Gleichberechtigung generell, Kinderbetreuung, Rechte für Homosexuelle). 

Gemäss der Umfrage soll Fortschritt visionär sein in Bereichen, wo die Schweiz auf ihren traditionellen Fähigkeiten aufbauen kann und die Teil der nationalen Identität sind. So erklärt sich der Topwert beim Untergrundverkehr, der – wie schon damals bei Escher – als Ausdruck des Selbstvertrauens der Schweizer bei der Umsetzung  baulicher Grossprojekte verstanden werden kann und eine moderne Infrastruktur als Lösung für Dichtestress in einer prosperierenden Gesellschaft markiert. 

Didier Denat, Leiter Corporate & Investment Banking Schweiz sagt: «Das Fortschrittsbarometer zeigt, dass mutige Ideen und Unternehmergeist in der Schweiz auch heute noch gefragt sind. Doch gleichzeitig legt die Bevölkerung auch grossen Wert auf die Wahrung der Schweizer Grundwerte. Wir hoffen mit dem neusten Credit Suisse Barometer einen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog über die Zukunft unseres Landes zu leisten.»  

Die sieben wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Gegen Stau und volle Züge: Die Lancierung und Weiterführung von Ideen zum Untergrundverkehr geht als das Fortschrittsthema schlechthin aus der Umfrage hervor. Sowohl die Stimmbevölkerung als auch die Meinungsführenden wollen hier am stärksten vorwärts machen. Damit einher geht auch das Bedürfnis, die weitere Verbauung von Kulturland zu stoppen.
  2. Mehr Gleichberechtigung: Im gesellschaftlichen Bereich möchten die Befragten insbesondere bei Lösungen zur Gleichberechtigung zwischen und innerhalb der Geschlechter weiteren Fortschritt erzielen (Gleichberechtigung generell, Kinderbetreuung, Rechte für Homosexuelle).
  3. Mehr freie Medien: Die Entwicklung am stärksten bremsen wollen die Schweizerinnen und Schweizer ebenfalls bei einem gesellschaftsrelevanten Thema: Dem Rückgang unabhängiger Medien in der Schweiz.
  4. Mehr Bildung: Die Befragten möchten, dass noch mehr Steuergelder für die Forschung ausgegeben werden und dem lebenslangen Lernen ein höherer Stellenwert beigemessen wird. Dies wohl auch, weil die Bildungslandschaft ein klassischer Standortfaktor der Schweiz ist.
  5. Wertschöpfung vor Ort: Das Wirtschaftsthema, bei dem Schweizerinnen und Schweizer am stärksten bremsen wollen, ist das Offshoring – also die Verlegung von Arbeitsplätzen zu Drittfirmen im Ausland – und das Anstellen von ausländischem Fachpersonal. Die Meinungsführenden stehen hier deutlich weniger auf der Bremse als die Stimmbevölkerung.
  6. Mehr Technologie: Weiterer Fortschritt im Bereich Digitalisierung, die uns effizienter macht, aber auch klassische Berufe ersetzt, ist von der Mehrheit gewünscht und auch dem vermehrten Einsatz von Robotern stehen die Befragten nicht besonders kritisch gegenüber.
  7. Realökonomische Fortschrittlichkeit: Anhand von insgesamt 31 realökonomischen Indikatoren gemessen belegt die Schweiz in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik überall den ersten Rang für Fortschrittlichkeit im Vergleich mit 35 anderen Ländern1

Das Fortschrittsbarometer – neustes Mitglied der Credit Suisse-Barometer-Familie
Das neuste Barometer wurde anlässlich des 200-jährigen Geburtstags des Gründervaters der Credit Suisse, Alfred Escher (1819-1882), erstmals erhoben. Es misst die Fortschrittsfähigkeit und Fortschrittswilligkeit der Schweiz in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik anhand einer Befragung von über 2800 Stimmberechtigten und 300 Meinungsführenden. 

Um der Ambivalenz der Bevölkerung gegenüber Fortschritt angemessen Rechnung zu tragen, konnten die Aussagen mittels einem „Fortschrittsrad“ bewertet werden. Die Befragten konnten angeben, ob sie eine gewisse wirtschaftliche, politische oder gesellschaftliche Entwicklung eher bremsen oder beschleunigen möchten. 

«Das Fortschrittsbarometer ist in sich selber sehr fortschrittlich und beschreitet Neuland», sagt Studienleiterin Cloé Jans von gfs.bern, «erstmals wurde ein abstraktes Konzept wie Fortschritt operationalisiert und mit 30 Aussagen gemessen und ausgewertet.» 

Dieser Wahrnehmung von Fortschritt wird eine Einschätzung der realökonomischen Fortschrittlichkeit der Schweiz im internationalen Vergleich gegenübergestellt, welche durch die Ökonomen der Credit Suisse erstellt wurde. 

Die detaillierten Resultate der Studie, inklusive Infografiken, und eine genaue Beschreibung der Methodologie finden Sie unter: www.credit-suisse.com/fortschrittsbarometer 

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Auf Twitter findet die Diskussion rund um das Fortschrittsbarometer 2018 unter dem Hashtag #fortschrittsbarometer statt.

1 Australien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Japan, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Serbien, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, USA, Vereinigtes Königreich, Zypern