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Unternehmen in Familienbesitz: Deutliche Outperformance gegenüber Vergleichsunternehmen in jeder Region und Branche

Das Credit Suisse Research Institute veröffentlicht seine dritte Studie über kotierte Familienunternehmen

Die Studie des Credit Suisse Research Institute (CSRI) analysiert die Attraktivität von kotierten Familienunternehmen aus Anlegersicht. Das Ergebnis zeigt, dass Firmen in Familienbesitz in allen Regionen und Branchen die breiter gefassten Aktienmärkte übertreffen – seit 2006 durchschnittlich um rund 400 Basispunkte pro Jahr. Auch was die Finanzergebnisse betrifft, schneiden familiengeführte Unternehmen besser ab als Vergleichsunternehmen, die sich nicht in Familienbesitz befinden. Darüber hinaus konzentrieren sich Familienunternehmen offenbar stärker auf das langfristige Wachstum, auch ihre Aktienkursrendite fällt höher aus als bei Vergleichsunternehmen.

 

Das CSRI untersucht die Merkmale, Vorteile und Performance von Familienunternehmen seit fast zehn Jahren. Die heute veröffentlichte Studie «The CS Family 1000» gibt tiefe Einblicke in dieses Thema durch die Analyse von nahezu 1000 börsenkotierten Unternehmen in Familienbesitz nach Region, Branche und Grösse (Small Cap, Mid Cap und Large Cap). Zudem wurden mehr als 100 familiengeführte Unternehmen befragt, um die Schlussfolgerungen der Analyse zu überprüfen.
 

Eugène Klerk, Head Analyst Thematic Investments bei der Credit Suisse und Hauptautor der Studie, sagt: «Familienunternehmen schneiden in jeder Region und jeder Branche besser ab als vergleichbare Unternehmen, unabhängig von ihrer Grösse. Unsere Analyse legt den Schluss nahe, dass der Umfang der Familienbeteiligung für Anleger keine grosse Rolle spielt. Wichtiger ist ihnen, inwiefern die Eigentümerfamilie in das Tagesgeschäft des Unternehmens eingebunden ist. Das scheint nach unserer Auffassung ein zentrales Erfolgsgeheimnis von Familienunternehmen zu sein.»
 

Wichtigste Ergebnisse:

  • Familienunternehmen entwickeln sich besser. Seit Anfang 2006 erzielten die untersuchten Unternehmen in Familienbesitz eine kumulative Rendite von 126% und übertrafen damit den MSCI AC World Index um 55%. Daraus ergibt sich im Jahresdurchschnitt ein «Alpha» von 392 Basispunkten.
  • Familienbetriebe zeichnen sich durch höheres Wachstum und höhere Profitabilität aus. Die Finanzergebnisse von Familienunternehmen übertreffen die Erfolgsbilanz von Unternehmen, die nicht familiengeführt sind. Das Umsatz- und EBITDA-Wachstum ist stärker, die EBITDA-Margen sind höher, die Cashflow-Renditen sind besser und die Dynamik beim Fremdkapital ist gemässigter.
  • Familienunternehmen weisen eine längerfristige und konservative Ausrichtung auf. Die befragten Unternehmen in Familienbesitz bevorzugen eindeutig ein konservatives Wachstum. Neue Investitionen werden grösstenteils aus dem organischen Cashflow oder durch Eigenkapital finanziert, während mehr als 90% der Unternehmen der Ansicht sind, dass bei ihnen Qualität und langfristiges Wachstum wichtiger sind als bei Vergleichsunternehmen, die sich nicht in Familienbesitz befinden.
  • Die Bewertung steht nicht im Vordergrund. Im branchenbereinigten KGV-Vergleich zeigt die Studie, dass Familienunternehmen zu einem Aufschlag von 2% gegenüber Nicht-Familienunternehmen gehandelt werden, was weit unter dem historischen Durchschnitt von 12% liegt.  
  • Das Nachfolgerisiko dürfte überbewertet sein. Die Studie ergab, dass Familienunternehmen in erster oder zweiter Generation in den vergangenen zehn Jahren höhere risikobereinigte Renditen erwirtschafteten als Unternehmen, die bereits länger in Familienbesitz sind. Er führt dies nicht auf Herausforderungen in Zusammenhang mit der Nachfolge zurück, sondern sieht dies als Ergebnis der Unternehmensreife. Die Studie zeigt, dass jüngere Familienunternehmen eher Wachstumstitel aus dem Small-Cap-Bereich sind, der sich in den vergangenen zehn Jahren als performancestark erwiesen hat.
  • Leicht schwächere Governance, aber spielt dies eine Rolle? Die Governance-Bewertung durch HOLT (eine Plattform der Credit Suisse, die Investmentanalysen bereitstellt) weist darauf hin, dass Familienunternehmen leicht schlechter abschneiden als Nicht-Familienunternehmen. Eine gute Corporate Governance-Struktur kann bei der Klärung der Frage helfen, ob ein Unternehmen seinem Management die richtigen Anreize setzt, ist aber nicht der einzige Mechanismus, mit dem Unternehmen erstklassige Cashflow-Renditen erzielen können.

Die Studie «The CS Family 1000» ist online verfügbar unter:

https://www.credit-suisse.com/ch/en/about-us/research/research-institute.html 

Über die Studie « The CS Family 1000»

Die  Auswahl der untersuchten Familienbetriebe wurde umfassend aktualisiert und erneut überprüft, um strenge Kriterien für den Familienbesitz zu gewährleisten. Dazu gehören entweder die direkte Beteiligung der Gründer oder ihrer Nachkommen in Höhe von mindestens 20% oder Stimmrechtsanteile der Gründer oder ihrer Nachkommen von mindestens 20%. Im Zuge unserer Datenbankaktualisierung wurde die weltweite Anzahl an Unternehmen in Familienbesitz für die CS-Untersuchungsgruppe von 900 (im Jahr 2015) auf fast 1000 Datensätze angehoben (d. h. die «1000 familiengeführten Unternehmen»).

Darüber hinaus wurde in diesem Jahr die Untersuchungsgruppe der Familienunternehmen mit einem breiter gefassten Benchmark verglichen. Bislang kam der MSCI AC World Index zum Einsatz. Der MSCI AC World Index umfasst rund 1300–1500 Aktien. Dies bedeutete, dass der Vergleich von familiengeführten Unternehmen auf Grundlage von Region, Branche und/oder Grösse auf einer zu geringen Teilmenge des Index basierte, was die Bedeutung der Schlussfolgerungen der Studie schmälerte. Dieses Jahr wurde der Benchmark erweitert, wobei alle weltweit in den Datastream Total Market Indices enthaltenen Unternehmen, zusammen mit den Bestandteilen des Russell-2000 Index, als Kontrollgruppe dienten. Nachdem wir die Unternehmen herausgefiltert hatten, die in unserem Universum aus Familienunternehmen enthalten waren, erhielten wir eine Kontrollgruppe von rund 8500 Firmen weltweit. 

Die Mehrheit der Unternehmen, die in der Datenbank der familiengeführten Unternehmen enthalten sind, hat ihren Sitz in den Schwellenmärkten, wobei allein Asien 536 Unternehmen (56% aller Unternehmen) beisteuert. Europa und die USA stellen zusammen wiederum 311 Unternehmen. 

Woher stammt das Übergewicht der asiatischen Unternehmen? Familienunternehmen in Schwellenländern sind wesentlich jünger als ihre Pendants in den Industrieländern, was darauf hinweist, dass der Anteil von Unternehmen in Familien- oder Gründerbesitz in den erstgenannten Ländern höher sein dürfte. Familienunternehmen in europäischen Industrieländern wurden im Durchschnitt vor 82 Jahren gegründet, verglichen mit 37 Jahren bei Unternehmen in Asien (ohne Japan) und 30 Jahren im Raum EMEA. 

Ein weiterer Faktor könnte sein, dass das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern eine wohl grössere Herausforderung darstellt als in Schwellenländern. Dieser Faktor, verbunden mit reiferen familiengeführten Unternehmen, hat den Eigentümerfamilien vielleicht einen grösseren Anreiz geboten, den Wert ihrer Firmen durch Verkauf zu realisieren. 

Über das Credit Suisse Research Institute

Das Credit Suisse Research Institute ist der hauseigene Thinktank der Credit Suisse. Das Institut wurde nach der Finanzkrise 2008 eingerichtet, um langfristige wirtschaftliche Entwicklungen zu untersuchen, die nicht nur im Bereich Finanzdienstleistungen, sondern auch darüber hinaus weltweite Auswirkungen haben bzw. voraussichtlich haben werden. Weitere Informationen über das Credit Suisse Research Institute finden Sie unter www.credit-suisse.com/researchinstitute.