Unternehmen Press Release

Press Release

Die Credit Suisse Group gibt Programm für die Anpassung ihrer Rechtsstruktur bekannt

Die Credit Suisse hat heute die Hauptelemente ihres Programms zur Anpassung der Rechtsstruktur der Gruppe bekannt gegeben. Das Programm adressiert die sich abzeichnenden künftigen regulatorischen Anforderungen. Die Zustimmung der massgebenden Regulatoren vorausgesetzt und abhängig von einer abschliessenden Analyse, dürfte die Umsetzung der wichtigsten Punkte des Programms ab Mitte 2015 erfolgen.

Seit 2012 arbeitet die Credit Suisse an einem Programm zur Anpassung der Rechtsstruktur der Gruppe, um den sich abzeichnenden künftigen regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden. Das Programm hat die Credit Suisse in Absprache mit der FINMA vorbereitet und es richtet sich nach der Regulierung in der Schweiz (Bankenverordnung), in den USA (Enhanced Prudential Standards for Foreign Banking Organizations des Fed) und in Grossbritannien (Recovery and Resolution Planning).

Die Rechtsstruktur der Credit Suisse besteht neben dem Hauptsitz in der Schweiz zurzeit aus einem weltweiten Netz von Zweigniederlassungen, das in erster Linie der Geschäftstätigkeit des Private Banking dient, und hauptsächlich aus drei Tochtergesellschaften, die vor allem der Geschäftstätigkeit des Investment Banking dienen. Die Credit Suisse wird künftig den Buchungsort des Investment-Banking-Geschäfts besser mit der jeweiligen Region in Einklang bringen, aus der es aus Kunden- und Risikomanagement-Perspektive stammt.

Ziel dieser Anpassungen ist es, die künftigen Anforderungen an die weltweite Sanierungs- und Abwicklungsplanung zu erfüllen. Zudem soll dadurch die Komplexität der Infrastruktur für das operative Geschäft der Bank deutlich reduziert und damit die Effizienz gesteigert werden. Mit einer Verbesserung der Sanier- und Liquidierbarkeit geht im Schweizer Bankengesetz ausserdem die Möglichkeit einer Erleichterung der Anforderungen an die Eigenmittel einher. Diese Erleichterung soll durch die Umsetzung des Programms sichergestellt werden.

Hauptelemente:

1) In der Schweiz will die Credit Suisse eine Tochtergesellschaft für das in der Schweiz gebuchte Geschäft gründen (insbesondere für die Vermögensverwaltung, Privat-, Firmen- und institutionelle Kunden sowie den Produkt- und Sales-Bereich in der Schweiz).

2) Die Geschäftstätigkeit des Investment Banking in Europa erfolgt weiterhin zentral von Grossbritannien aus. Die Credit Suisse will jedoch ihre zwei hauptsächlichen operativen Tochtergesellschaften in Grossbritannien − Credit Suisse Securities (Europe) Ltd und Credit Suisse International − in eine einzige Tochtergesellschaft zusammenführen. Mit dem Programm soll das Geschäft ausserhalb Europas mit den entsprechenden Einheiten in der Region Americas, insbesondere Credit Suisse Securities (USA) LLC, und in der Region Asia Pacific über die Zweigniederlassung der Credit Suisse AG in Singapur in Einklang gebracht werden.

3) In den USA soll die bestehende Broker-Dealer-Tochtergesellschaft der Credit Suisse, Credit Suisse Securities (USA) LLC, eine Tochtergesellschaft der US-Holdinggesellschaft Credit Suisse USA Inc. bleiben. Die Credit Suisse USA Inc., die das operative Geschäft in den USA umfasst, wird den definitiven Vorschriften des Fed für eine verschärfte Überwachung von ausländischen Banken (Enhanced Supervision of Foreign Banking Organizations) in den USA unterstehen. Unter dem Vorbehalt der Genehmigungen durch die US-Aufsichtsbehörden werden die US-Derivatgeschäfte, die zurzeit in London bei der Credit Suisse International gebucht sind, voraussichtlich zum US-Broker-Dealer transferiert.

4) Die Credit Suisse beabsichtigt, für globale Infrastrukturaufgaben eine getrennt kapitalisierte Rechtseinheit in der Schweiz und in den USA eine Tochtergesellschaft der Credit Suisse USA Inc. zu gründen; darin enthalten sind grundsätzlich alle Shared-Services-Funktionen.

5) Sobald der Rechtsrahmen festgelegt ist, beabsichtigt die Credit Suisse für den Bail-in zugelassene Schuldtitel aus der Holdinggesellschaft Credit Suisse Group AG zu emittieren, um eine «Single Point of Entry»-Bail-in-Abwicklungsstrategie zu ermöglichen.

Das Programm wurde bereits vom Verwaltungsrat der Credit Suisse Group AG genehmigt, braucht aber noch die abschliessende Zustimmung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA. Die Umsetzung des Programms ist auf gutem Weg, wobei die Umsetzung der wichtigsten Bestandteile ab Mitte 2015 geplant ist.