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Strukturwandel stärkt die Waadtländer Wettbewerbsfähigkeit

Neue Studie der Credit Suisse zur Wirtschaftsstruktur im Kanton Waadt

Der Kanton Waadt verfügt seit einigen Jahren über eine ausserordentliche wirtschaftliche Dynamik. Dies zeigt sich am hohen Bevölkerungs-, Beschäftigungs- und Wertschöpfungswachstum. Grundlage dafür ist die chancenreiche Branchenstruktur mit zahlreichen multinational tätigen Firmen, einem starken Fokus auf die Hightech-Industrie und Unternehmensdienstleistungen. Das Wachstum geht einher mit einem Wandel der Wirtschaftsstruktur. Während internationale Zuzüge und Neugründungen im Rampenlicht stehen, ist der Haupttreiber der Beschäftigungsentwicklung jedoch das organische Wachstum bereits ansässiger Unternehmen. Gemäss Einschätzung der Ökonomen der Credit Suisse hat der Strukturwandel zu einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Waadt geführt.

Auf Basis der vorzüglichen Standortqualität entlang des Nordufers des Genfersees hat sich im Kanton Waadt eine attraktive Branchenlandschaft gebildet. Der hohe Bildungsstand sowie die Nähe zu den renommierten Westschweizer Hochschulen bieten günstige Bedingungen für wissensintensive Unternehmensdienstleistungen und die Hightech-Industrie, welche sich vor allem in Nyon und Lausanne konzentrieren. Mit der Uhrenherstellung verfügt das Waadtland – insbesondere in La Vallée – zusätzlich über eine feinmechanische Traditionsbranche. Ein internationales Renommee geniessen die zahlreichen Privatkliniken und Privatschulen, welche selbst wiederum zur Attraktivität der Region für Zuzüger aus dem Ausland beitragen. In den vergangenen Jahren hat eine Reihe von multinationalen Konzernen ihren Welt- oder Europahauptsitz am Genfersee angesiedelt; vor dem Hintergrund regulatorischer Unsicherheiten in anderen Ländern finden diese Unternehmen einen sicheren Hafen im Kanton Waadt.

Dienstleistungssektor nimmt an Bedeutung zu
Bezüglich der Beschäftigungsdynamik gehört die Waadt zu den fünf Kantonen mit den schweizweit höchsten Wachstumsraten. Mit Nyon, Morges/Rolle und La Vallée rangieren drei Waadtländer Regionen unter den fünf dynamischsten Wirtschaftsregionen der Schweiz. Die hohe Dynamik verläuft jedoch nicht linear über alle Branchen. Die Ökonomen der Credit Suisse zeigen, dass vor allem die Unternehmensdienstleistungen, die staatsnahen administrativen und sozialen Dienste sowie die Spitzenindustrie gewachsen sind. In Nyon, Morges/Rolle und Lausanne trägt ausserdem auch die Informations-, Kommunikations- und IT-Branche zum Wachstum bei.

Organisches Wachstum: wichtigster Wachstumstreiber
Eine Analyse der verschiedenen Komponenten der Beschäftigungsentwicklung zeigt, dass das organische Wachstum der ansässigen Firmen mehr Stellen schafft, als Neugründungen und internationale Zuzüge. Dennoch weisen einige Waadtländer Regionen eine im Schweizer Vergleich hohe Gründungsdynamik auf, allen voran Nyon. Die acht Inkubatoren und Technoparks im Kanton fördern diese Entwicklung, indem sie einen reibungslosen Technologietransfer zwischen den Hochschulen und dem privaten Sektor ermöglichen. Gemäss den Ökonomen der Credit Suisse werden chancenreiche Unternehmen vor allem in Regionen mit einer hohen Standortqualität gegründet. In der Tat haben Firmengründungen vor allem in den Waadländer Seeregionen zu einer Erhöhung des Wertschöpfungspotentials beigetragen.

KMU's stellen 60% aller Waadtländer Arbeitsplätze, aber Grossunternehmen wachsen stärker
Grossunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern spielen im Kanton Waadt eine wichtige Rolle und bieten Arbeit für rund 40% der Beschäftigten. In einigen Regionen führt dies zu einer relativ hohen Konzentration der Beschäftigten auf wenige Unternehmen, etwa in La Vallée, im Gros-de-Vaud und im Pays d'Enhaut. Entsprechend stark ist die wirtschaftliche Entwicklung dieser Gebiete an den Erfolg einzelner Unternehmen geknüpft. Während die kleineren und mittleren Unternehmen (KMU's) weiterhin den Grossteil der Beschäftigung absorbieren, ist die Anzahl der Stellen in Grossunternehmen kantonsweit jedoch mehr als dreimal so schnell gewachsen. Die Bedeutung der Grossunternehmen für den Kanton Waadt hat sich also weiter erhöht.

Strukturwandel stärkt das Wertschöpfungspotential und die Wirtschaftsleistung
Der Strukturwandel hat in den meisten Waadtländer Regionen eine Verbesserung des Wertschöpfungspotentials bewirkt. Entlang des rechten Genferseeufers hat sich das Verhältnis von Chancen zu Risiken der ansässigen Branchen deutlich verbessert. Aufgrund des starken Wachstums der Uhrenindustrie in La Vallée profitiert die Region um den Lac de Joux ebenfalls; die Veränderung ist jedoch nicht so breit abgestützt wie am Genfersee. Einzig in der Region Aigle hat der Strukturwandel nicht die erwünschte Richtung eingeschlagen; das Potential hat sich reduziert. Der Strukturwandel schlägt sich auch in der Wirtschaftsleistung nieder: In der Summe resultiert für das Waadtland die dritthöchste Zunahme der Wertschöpfung aller Kantone. Die grössten Wachstumsbeiträge wurden im Dienstleistungssektor erwirtschaftet, wobei die stark tertiär geprägten Wirtschaftsregionen Nyon und Lausanne die höchste Produktivität erreichen. Die Wachstumsperspektiven in der längeren Frist sind durch die Standortattraktivität gegeben. Hier konzentrieren sich die Vorteile hauptsächlich auf das Genferseeufer, während die ländlich geprägten Regionen mehrheitlich unterdurchschnittlich abschneiden.