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Solide Fundamentaldaten zur Bonität von Schweizer Unternehmen und Kantonen

Studie von Credit Suisse Research: «Kredithandbuch Schweiz 2011»

Das «Kredithandbuch Schweiz 2011» enthält die Kreditprofile der wichtigsten Schweizer Emittenten und Akteure am Schweizer-Franken-Kapitalmarkt. In diesem Jahr wurden für das Handbuch die Beurteilungen aller von den Kreditanalysten der Credit Suisse untersuchten Organisationen – Unternehmen, Energiebeteiligungsgesellschaften, Kantone und Städte – zusammengetragen. Darüber hinaus werden die Aussichten für bestimmte Branchen und die jüngsten Trends und Themen analysiert, die das aktuelle Wirtschaftsumfeld dominieren, wie die Entwicklungen auf den Devisenmärkten und die Unsicherheit bezüglich der Staatsschulden und der Konjunkturaussichten.

Das Kredithandbuch der Credit Suisse gibt seit zehn Jahren einen Überblick über die Bonität der wichtigsten Schweizer Emittenten am CHF-Kapitalmarkt. Das Handbuch enthält unter anderem auch Analysen von Schweizer Emittenten, die nicht durch internationale Rating-Agenturen abgedeckt werden. Ausserdem untersucht die Studie die jüngsten Trends und Themen im aktuellen Wirtschaftsumfeld und stellt die Aussichten bestimmter Emittentengruppen dar.

Unternehmen wieder auf Kurs, aber weit von ihrer Höchstform entfernt
Die allgemeine Wirtschaftslage hat sich im Jahr 2010 und im 1. Halbjahr 2011 weiter verbessert. Der Aufschwung wurde insbesondere von der kräftigen Erholung der zyklischeren Sektoren unterstützt, die nach den massiven Rückschlägen von Basiseffekten profitierten. In Bezug auf die Fundamentaldaten zur Bonität waren die Ergebnisse der von den Kreditanalysten der Credit Suisse untersuchten Schweizer Unternehmen generell besser als 2009. Die Schwellenländer stachen als Wachstumsmotor heraus, während die Erholung auf einigen Märkten in Europa und Nordamerika eher schleppend verlief. Die Bonitätskennzahlen der Schweizer Unternehmen verbesserten sich gegenüber den Tiefständen aus dem Jahr 2009 weiter. Dies ist auf Effizienz- und Kosteneinsparungsprogramme gepaart mit einem Anstieg des Auftragseingangs und des allgemeinen Umsatzwachstums zurückzuführen. Die Rentabilitätsmargen verbesserten sich und die Cashflow-Kennziffern blieben relativ solide, was sich in einer stabilen bis niedrigeren Nettoverschuldung und damit in stärkeren Bonitätskennzahlen widerspiegelte. Der negative Wechselkurseffekt aus dem Wertverlust des USD und des EUR gegenüber dem CHF ist jedoch ein zunehmend schwerwiegendes Problem. Ausserdem sind der Finanzsektor und die gesamte globale Wirtschaft durch die anhaltende Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der europäischen Staatsschuldenkrise weiterhin unter Druck.

Öffentlicher Sektor der Schweiz als sicherer Hafen
Die Schweizer Kantone können auf ein weiteres gutes Jahr zurückblicken: ihre finanzielle Entwicklung war auch 2010 solide, wenn auch auf einem etwas niedrigeren Niveau als in den Vorjahren, was auf mögliche Probleme in der Zukunft hindeuten könnte. Darüber hinaus konnten viele Kantone auch im letzten Jahr Überschusserträge verbuchen und damit ihre Haushaltspläne in der Regel übertreffen. 16 Kantone wiesen Selbstfinanzierungsquoten von über 100 % aus, sodass sie ihre Investitionen voll aus eigener Kraft finanzieren konnten. Die finanzielle Flexibilität blieb stark, was daran abzulesen war, dass acht Kantone 2010 eine Nettoliquidität aufwiesen. Damit sollten sie leichter in der Lage sein, die bevorstehende Herausforderung der rückläufigen Einnahmen in Verbindung mit höheren Nettoinvestitionen in den kommenden Jahren zu bewältigen. Die Analysten bestätigen ihre Ansicht, dass diese Herausforderungen eher ein verzögerter Effekt der Rezession sind als ein strukturelles Problem. Die Schweizer Kantone müssen allerdings auch damit rechnen, dass sie keine Dividendenzahlungen von der Schweizerischen Nationalbank erhalten, die in den letzten Jahren rund 1 bis 3 % ihrer Gesamteinnahmen ausmachten.

Ausblick für die Kreditqualität
Im Basisszenario der Credit Suisse wird nach wie vor davon ausgegangen, dass sich die globale Konjunkturerholung in den nächsten zwölf Monaten fortsetzt – wenn auch mit einem langsameren und möglicherweise volatileren Tempo. Damit sollte es den meisten von den Analysten der Credit Suisse beobachteten Schweizer Emittenten möglich sein, Bonitätskennzahlen zu erzielen, die mit ihren jeweiligen Kreditratings übereinstimmen. Die meisten untersuchten Emittenten konnten ihre Position in der bestehenden Ratingkategorie halten. Wie bei den jüngsten Übernahmen zu beobachten war, gibt es aber dennoch Risiken, obwohl die meisten Unternehmen im Rahmen ihrer gegenwärtigen Ratings über einen guten finanziellen Spielraum verfügen. Ausserdem wurde auch der negative Effekt der Wechselkursentwicklung unter die Lupe genommen, die einige Unternehmen, die sich bereits mit anderen Herausforderungen konfrontiert sehen, zusätzlich unter Druck setzen. Schweizer Unternehmen, die international tätig sind, verfügen jedoch häufig über eine natürliche Absicherung für ihre Währungsrisiken, was den negativen Wechselkurseffekt für das Umrechnungsrisiko begrenzt. Es ist davon auszugehen, dass die Kreditratings der von den Analysten Credit Suisse beobachteten Schweizer Emittenten in den nächsten zwölf Monaten stabil bleiben. Daher lautet der Rating-Ausblick für 82 der 91 im Schweizer Kredithandbuch untersuchten Unternehmen per Ende August 2011 «Stable». Die Tatsache, dass derzeit nur ein Emittent einen positiven Ausblick aufweist, ist ein Zeichen dafür, dass derzeit nur sehr begrenztes Aufwärtspotenzial in Bezug auf die fundamentale Kreditqualität zu sehen ist. Die negativen Rating-Ausblicke von acht Emittenten zeigen, dass im Augenblick weniger als 10 % aller Unternehmen in der Berichterstattung von einer möglichen Herabstufung ihres Kreditratings in den nächsten Monaten betroffen sein könnten.

Volatiler Seitwärtstrend der Bonitätsspreads erwartet
Nach der beträchtlichen Verengung der Bonitätsspreads im Jahr 2009 setzten die CHF-Bonitätsspreads im Grossen und Ganzen ihren allgemeinen Seitwärtstrend fort, der 2010 begonnen hatte. Die jüngste Volatilität verursachte infolge der Unsicherheiten an den Finanzmärkten jedoch eine Ausweitung der Spreads in zyklischeren Sektoren sowie bei Unternehmen mit niedrigeren Ratings. Aufgrund der derzeitigen bonitätsbezogenen Fundamentaldaten bleiben die Kreditanalysten auf mittlere Sicht vorsichtig optimistisch, auch in Bezug auf Unternehmen mit niedrigeren Ratings. Ein gewisses Potenzial für eine Verengung ist vorhanden, sofern sich der Markt weiter erholt, wenn auch mit einem etwas geringeren Tempo als zu Beginn des Jahres erwartet. Die Volatilität dürfte in der nächsten Zeit dagegen hoch bleiben.

Über das Kredithandbuch Schweiz
Das Kredithandbuch Schweiz soll Aufschluss über die Kreditprofile von Schweizer Emittenten am CHF-Kapitalmarkt geben. Die Studie untersucht im Rahmen einer strukturierten Beurteilung die Kreditwürdigkeit der grössten Schweizer Anleihenemittenten und der wichtigsten Akteure am Kapitalmarkt. Zum ersten Mal enthält das Handbuch alle von den Kreditanalysten der Credit Suisse untersuchten Organisationen (Unternehmen, Partnerwerke im Stromsektor, Kantone und Städte) und umfasst damit ein breites Spektrum von Emittenten, die von den internationalen Rating-Agenturen nicht abgedeckt werden. Mithilfe von standardisierten Ratingverfahren wird das Kreditprofil und der Ausblick für jeden Emittenten beurteilt und jedem anschliessend ein Kreditrating zugewiesen. Ausserdem enthält das Kredithandbuch Schweiz allgemeine Fakten und Zahlen zum Schweizer Anleihenmarkt, wobei dem Markt für inländische Anleihen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Somit richtet sich das Kredithandbuch Schweiz an alle Anleger und Finanzmarktteilnehmer, die detaillierte Informationen über die aktuelle Entwicklung und Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer am Schweizer Kapitalmarkt wünschen. Diese Ausgabe des Kredithandbuchs Schweiz enthält die Kreditprofile von 47 Unternehmen, 16 Partnerwerke im Stromsektor, 26 Kantonen und 2 Städten.