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Konjunkturumfrage der Credit Suisse in Zusammenarbeit mit ZEW

Konjunkturerwartungen nochmals niedriger

Die Konjunkturerwartungen sind gemäss dem Credit Suisse ZEW Indikator erneut deutlich gefallen. Der Index fiel im Juni um 12,8 Punkte auf -24,3 Punkte. Allerdings bleibt gleichzeitig der Index zur Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage auf einem ausserordentlich hohen Niveau. Der entsprechende Saldo stieg um 1,7 Punkte auf 70,3 Punkte. Die Inflations- wie auch die Zinserwartungen verzeichneten im Juni wieder deutliche Rückgänge. Der Index der Inflationserwartungen fiel um 15,8 Punkte und lediglich noch 40,5% der befragten Finanzmarktexperten erwarten über die kommenden sechs Monate eine ansteigende Inflationsrate. Der Saldo der Erwartungen bezüglich des kurzfristigen Zinsumfelds fiel um 8,4 Punkte auf 48,7 Punkte. Im Juni erwartete ein Anteil von 40,5% (-2,4 Prozentpunkte), dass sich der Franken gegenüber dem Euro im kommenden Halbjahr abwerten wird. Demgegenüber ist der Anteil Experten, der einen weiteren Anstieg des Frankenkurses erwartet, um 4,1 Punke auf 27% gestiegen.

Der Credit Suisse ZEW Indikator der Erwartungen ist im Juni zum zweiten Mal in Folge deutlich gefallen. Der Indikator fällt von -11,5 Punkten auf -24,3 Punkte und erreicht damit den tiefsten Stand seit November 2010. Immerhin geht immer noch eine Mehrheit von 59,5% der Befragten davon aus, dass die gegenwärtig gute Konjunkturdynamik auch in den kommenden sechs Monaten anhalten wird. Von einer weiteren Verbesserung gehen allerdings lediglich noch 8,1% (-3,3 Prozentpunkte) aus. Umgekehrt erwarten inzwischen 32,4% der Befragten (+9,5 Prozentpunkte), dass sich die Konjunkturlage abschwächen wird.

Die verhaltenen Erwartungen werden allerdings durch die nach wie vor äusserst positive Einschätzung der gegenwärtigen Konjunkturlage relativiert. Im Juni ist der entsprechende Saldo um 1,7 Punkte angestiegen und eine grosse Mehrheit von 70,3% der Befragten hält die aktuelle Konjunkturlage für «gut». Ein Anteil von 29,7% hält die Situation für «normal» und weiterhin hält keiner der Befragten die aktuelle Wirtschaftslage für «schlecht».

Wie bereits im Vormonat sind die Inflationserwartungen im Juni merklich gesunken. Der Anteil der Befragten, der auf 6-Monats-Sicht einen Inflationsanstieg erwartet, fällt um 10,9 Prozentpunkte auf 40,5%. Demgegenüber gehen 46,0% der Umfrageteilnehmer (+6 Prozentpunkte) davon aus, dass die Inflation im kommenden Halbjahr auf den aktuell niedrigen Niveaus verharren wird. Immerhin 13,5% (+4,9 Prozentpunkte) halten eine sinkende Inflationsrate für wahrscheinlich.

Auch die Erwartungen für die kurzfristigen Zinsen sind im Juni zum zweiten Mal in Folge gesunken. Der Anteil der Befragten, der in den kommenden sechs Monaten einen Zinsanstieg erwartet, fällt um 8,6 Prozentpunkte auf 51,4%. 45,9% (+8,8 Prozentpunkte) der Experten glauben, dass das kurzfristige Zinsumfeld über diesen Zeithorizont unverändert bleiben wird.

Der Saldo der Erwartungen zur Entwicklung des Schweizer Aktienmarkt¬es ist nach dem Rückgang im Vormonat nun wieder auf 69,4 Punkte (+14,8 Punkte) angestiegen. Eine grosse Mehrheit von 75,0% rechnet mit steigenden Aktienkursen in den kommenden sechs Monaten, lediglich 5,6% (-6,5%) der Finanzmarktexperten gehen von einem Rückgang aus.

Die befragten Finanzmarktexperten gehen zwar nach wie vor davon aus, dass sich der Franken gegenüber dem Euro und dem US-Dollar abwerten wird, die Tendenz ist im Juni allerdings etwas weniger deutlich. Die entsprechenden Salden steigen um 6,5 bzw. 12,0 Punkte, bleiben mit -13,5 respektive -10,8 Punkten aber im negativen Bereich.

Ablauf der Umfrage und Methodologie
Eine analoge monatliche Untersuchung für Deutschland führt das ZEW seit 1991 durch. Ziel der Schweizer Umfrage ist, Indikatoren sowohl für das allgemeine Konjunkturklima der Schweiz als auch für den schweizerischen Dienstleistungssektor zu entwickeln.

Im Einzelnen werden die Finanzexperten nach ihren mittelfristigen Erwartungen befragt, die sie für wichtige internationale Finanzmärkte hinsichtlich der Entwicklung der Konjunktur, der Inflationsrate, der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktienkurse und der Wechselkurse haben. Zusätzlich werden die Finanzexperten um eine Einschätzung der Ertragslage der Unternehmen in folgenden schweizerischen Dienstleistungsbranchen gebeten: Banken, Versicherungen, Konsum/Handel, Telekommunikation und gesamthaft.

Die Salden ergeben sich aus der Differenz der positiven und der negativen Anteile. Die Werte in Klammern zeigen die Veränderungen jedes Indikators gegenüber dem Vormonat.