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Erfolg hat seinen Preis – Der Kanton Genf zwischen Wachstumsdynamik und Siedlungsdruck

Neue Studie der Credit Suisse über den Kanton Genf

Überdurchschnittliches Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum sind Ausdruck der hohen Standortqualität und der ausgeprägten Dynamik des Kantons Genf. Trotz überdurchschnittlicher Steuerbelastung und zunehmend ansteigender Wohnkosten rangiert Genf in der kantonalen Rangliste des Standortqualitätsindikators der Credit Suisse auf Platz 4. Die Verfügbarkeit von Hochqualifizierten sowie die verkehrstechnische Erreichbarkeit zählen neben weichen Standortfaktoren wie der landschaftlichen Attraktivität, der Internationalität oder der Nähe zur Grenze Frankreichs zu den quantitativ messbaren Erfolgsfaktoren des Kantons Genf.

Dynamischer Wirtschaftsstandort
Der am südwestlichen Rand der Schweiz an der Grenze zu Frankreich gelegene Kanton Genf gehört mit einer beschaulichen Fläche von 282 km2 zu den kleinsten Kantonen der Schweiz. Hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Dynamik und der Anziehungskraft weit über die Landesgrenzen hinaus zählt er jedoch zu den ganz grossen hierzulande. Neben seiner Rolle als traditioneller Standort zahlreicher internationaler Organisationen ist Genf nach Zürich auch der zweitwichtigste Finanzplatz der Schweiz und gehört international zu den wichtigsten Akteuren im Vermögensverwaltungsgeschäft. Darüber hinaus hat sich Genf in den vergangenen Jahren zu einer der bedeutendsten Drehscheiben im globalen Rohstoffhandel etabliert. Die starke Dynamik des Wirtschaftsstandortes Genf kommt in der Beschäftigungsentwicklung zum Ausdruck. Zwischen 1995 und 2008 verzeichnete Genf in der Westschweiz das höchste Beschäftigungswachstum. Im Zuge des Strukturwandels hat zunehmend auch eine Verschiebung von der traditionellen hin zur wertschöpfungsintensiven Spitzenindustrie stattgefunden, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit des Kantons weiter verstärkt wurde. Der stark ausgeprägte Dienstleistungssektor sowie das industrielle Standbein der Spitzenindustrie widerspiegeln sich in einer im Vergleich zum Schweizer Mittel überdurchschnittlich hohen Wertschöpfung pro Beschäftigten.

Attraktiv, aber teuer
Gemäss dem von der Credit Suisse erstellten Standortqualitätsranking gehört Genf zu den attraktivsten Kantonen der Schweiz, was insbesondere auf die überdurchschnittliche Verfügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte und die verkehrstechnisch günstige Erreichbarkeit zurückzuführen ist. Mit seiner Steuerpolitik zählt Genf jedoch sowohl bei der Besteuerung der natürlichen als auch der juristischen Personen zu den Kantonen mit der höchsten Steuerbelastung der Schweiz. Neben den hohen obligatorischen Abgaben fallen auch Fixkosten wie etwa Wohnkosten, Wohnnebenkosten oder Kosten für Energie im Kanton Genf überdurchschnittlich hoch aus. Die kontinuierlich ansteigenden Immobilienpreise haben in den vergangenen Jahren immer wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Diese Doppelbelastung gibt schliesslich den Ausschlag, dass Genf hinsichtlich der finanziellen Wohnattraktivität im Vergleich mit den anderen Kantonen das Schlusslicht bildet. Im Kantons-Ranking des für die Messung der finanziellen Wohnattraktivität verwendeten RDI (Regional Disposable Income)-Indikators belegt Genf – weit abgeschlagen – den letzten Rang. Im Vergleich mit den anderen Kantonen bleibt einem Genfer Haushalt also nach Abzug sämtlicher obligatorischer Abgaben und Fixkosten mit Abstand am wenigsten Einkommen zur freien Verfügung. In den hohen Immobilienpreisen konstatiert sich – als Konsequenz einer hohen Standortqualität und der dementsprechend hohen Anziehungskraft und Bevölkerungsdynamik – die Kehrseite der Medaille einer überdurchschnittlichen Standortattraktivität. Die hohe Steuerlast sowie die drastisch gestiegenen Immobilienpreise zählen zu den wichtigsten Treibern der interkantonalen Abwanderung, mit der sich der Kanton Genf zunehmend konfrontiert sieht. Diese kommt insbesondere in der hohen Bevölkerungsdynamik der angrenzenden Regionen Nyon und Morges/Rolle, die als Ausweichgebiete dienen, deutlich zum Ausdruck. Aber auch zunehmende Abwanderungsbewegungen ins benachbarte Frankreich zeugen vom Siedlungsdruck und den hohen Immobilienpreisen in Genf. Trotz der Abwanderung verzeichnete Genf während der vergangenen zehn Jahre dank internationaler Zuwanderung ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum.

Grenzübergreifender Arbeitsmarkt
Als klassischer Grenzkanton wird Genf massgeblich von Entwicklungen im angrenzenden Ausland beeinflusst. Dies widerspiegelt sich nicht zuletzt auch in der Zahl der Grenzgänger. Mit einem Anteil von rund 25% aller Grenzgänger in der Schweiz verzeichnet der Kanton Genf den am stärksten ausgeprägten grenzübergreifenden Arbeitsmarkt. Die Wechselbeziehungen, die sich zwischen dem Kanton Genf und seinen Nachbarn in wirtschaftlicher, aber auch sozialer und kultureller Hinsicht entwickeln, kommen auf institutioneller Ebene zunehmend in der interregionalen und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zum Tragen. Grenzüberschreitende Kooperationen sind Ausdruck des wachsenden Bewusstseins für die Notwendigkeit, die Entwicklung der Region aus einer grenzüberschreitenden Perspektive voranzutreiben.