Wie Unternehmen von 1e-Vorsorgeplänen profitieren

1e-Vorsorgepläne sind in aller Munde. Mit der Vorsorgelösung reagieren die Pensionskassen der Schweiz auf das Verlangen nach mehr Individualität in der Altersvorsorge. Auch am 2. Unternehmerkongress der Credit Suisse wurden die Chancen von 1e-Plänen diskutiert. 

Pensionskassen in der Schweiz stehen vor neuen Herausforderungen

Seit der Einführung des BVG im Jahr 1985 hat sich die Altersstruktur der Bevölkerung deutlich verändert. In der Schweiz kommen immer mehr Rentenempfänger auf immer weniger Erwerbstätige. Und die Lebenserwartung steigt. Renten müssen laut Garantieversprechen gezahlt werden. Das wird für Pensionskassen zur Herausforderung. Wie diese Herausforderung konkret aussieht, wissen Roland Schmid, CEO der Swiss Life Pension Services AG, und Matthias Hochrein, Chief Operating Officer der Pensionskasse der Credit Suisse Group. Die Experten standen am Unternehmerkongress 2019 geladenen Unternehmern und Unternehmerinnen Rede und Antwort.

«Der Umwandlungssatz ist zu hoch», benennt Schmid das Hauptproblem. «Das zieht Auswirkungen nach sich, die zulasten der aktiven Versicherten ausfallen.» So würden 1 bis 2 Prozent der Kapitalerträge von den Erwerbstätigen zu den Neurentnern umverteilt. Gleichzeitig hätten Pensionskassen im aktuellen Tiefzinsumfeld Schwierigkeiten, genügend Rendite zu erwirtschaften. «Das durchschnittliche Renditepotenzial des Anlagevermögens ist auf 2 bis 2,5 Prozent reduziert», stellt der Pensionsversicherungsexperte heraus. Aufgrund der Umverteilung fehle ein Teil für die Verzinsung der aktiven Versicherten.

Der systemwidrige Umverteilungseffekt setze das Solidaritätsempfinden der Gesellschaft unter Druck. «Insbesondere die Jüngeren fragen sich: Wie viel von meiner Performance bekomme ich überhaupt noch, wenn ich in Rente gehe?», berichtet Hochrein. Auch Schmid bestätigt: «Wir befinden uns in einer Reduktion der Solidaritäten, hin zu mehr Individualität.» Vor diesem Hintergrund erlangen 1e-Vorsorgepläne an Bedeutung.

1e pension plans: Driving factors in the Swiss pension fund environment

Trends im Umfeld der Schweizer Pensionskassen

Faktoren, die die Einführung von 1e-Vorsorgeplänen vorantreiben.

Quelle: Pensionskasse der Credit Suisse Group (Schweiz)

So funktioniert die Einführung von 1e-Vorsorgeplänen

Der Entscheidung, ob ein Unternehmen eine 1e-Vorsorgelösung einführen möchte, gehen einige Überlegungen voraus. Denn ein 1e-Plan muss zur Firma und zu den Mitarbeitenden passen. Da 1e-Pläne anlagenbasiert sind, ist ein langer Anlagehorizont von Vorteil. Tendenziell eignen sich 1e-Lösungen also für Firmen, deren Altersstruktur relativ jung ist. Zudem spielt die Einkommensstruktur eine Rolle: Gibt es Mitarbeitende im Unternehmen, deren jährliche Gesamtvergütung über 127’980 Franken beträgt? Denn nur der Lohnteil, der diesen Betrag übersteigt, darf in einem 1e-Plan versichert werden.

Sind diese Rahmenbedingungen gegeben, muss die Firma ihre Ist-Situation analysieren: Welche Vorsorgelösung existiert bereits? Besteht eine umhüllende Lösung, zu der ein1e-Plan zusätzlich angeboten werden soll? Oder ist bereits eine zusätzliche Kaderlösung vorhanden, die durch einen 1e-Plan abgelöst wird? Anhand der Ausgangslage wird die Einführung gestaltet. Wenn eine eigene Pensionskasse besteht, kann aus dieser eine 1e-Lösung in einer separaten Stiftung gegründet werden. Eine weniger aufwendige Alternative ist es, mit einer Sammelstiftung einen 1e-Plan aufzusetzen.

Altersvorsorge wird mit 1e-Vorsorgeplänen rentabler

Mit der Etablierung von 1e-Plänen geht die berufliche Vorsorgelandschaft der Schweiz einen weiteren Schritt in Richtung Individualität. Das steigert zum einen die Chance auf ein höheres Altersguthaben für Versicherte. Zum anderen können Unternehmen eine Unterdeckung ausschliessen und sich als Arbeitgeber attraktiver machen. Es lohnt sich daher zu prüfen, ob eine 1e-Vorsorgelösung für das eigene Unternehmen infrage kommt.

Möchten Sie mehr zu 1e-Vorsorgeplänen erfahren?

Beratung vereinbaren This link target opens in a new window