Währungsrisiko beschäftigt Schweizer Unternehmen. Zwei Beispiele.

Wie gehen Schweizer Unternehmen mit Währungsrisiken um? Zwei unterschiedliche Strategien verfolgen die Ronda AG und die Walter Matter SA. Das Währungsmanagement ist aber sowohl beim Uhrwerkhersteller als auch beim Rohstoffhändler wichtig.

Schweizer KMU sind Währungsrisiken ausgesetzt

Schweizer Unternehmen sichern Währungsrisiken mehrheitlich ab. Das zeigt die Umfrage der Credit Suisse unter 766 Unternehmen zum Thema Währungsmanagement. Dabei betreffen schwankende Wechselkurse nicht nur grosse Konzerne. Auch KMU sind beträchtlichen Währungsrisiken ausgesetzt. So zum Beispiel der Uhrwerkhersteller Ronda. Das Unternehmen mit Sitz im basellandschaftlichen Lausen beliefert den Weltmarkt mit Uhrwerken, produziert aber hauptsächlich in der Schweiz.

Zwar generiert Ronda nur rund 30 Prozent der Einnahmen in Fremdwährungen. Weil gleichzeitig aber lediglich 20 Prozent der Ausgaben in Fremdwährungen anfallen, resultiert ein Fremdwährungsüberschuss. «Diesen wollen wir möglichst optimal verkaufen», sagt Dominik Schneider im Interview. Er ist seit fünf Jahren Finanzchef der Ronda AG. Mittels des Ratio Knock-Out Forward (RKOF) optimiert er Transaktionen von US-Dollar in Schweizer Franken. Einen Teil der Liquidität investiert Schneider derzeit in Doppelwährungsanlagen. «Dies weil wir in Schweizer Franken aufgrund der Negativzinsen zahlen müssten, um Geld zu parken.»

Dominik Schneider, Finanzchef der Ronda AG

Die Ronda AG ist einer der weltweit grössten Hersteller von Uhrwerken. Das Familienunternehmen beschäftigt am Hauptsitz in Lausen sowie in den fünf Tochtergesellschaften 1400 Mitarbeitende.

Währungsabsicherung gegen alle Eventualitäten

Noch stärker Währungsrisiken ausgesetzt ist die Walter Matter SA. Der Genfer Rohstoffhändler handelt mit Kaffee und Kakao. Während die Ronda AG hauptsächlich in Schweizer Franken verkauft, werden die Transaktionen der Walter Matter SA mehrheitlich in US-Dollar und anderen Fremdwährungen abgewickelt. Verträge werden bis zu zwei Jahre im Voraus unterzeichnet. Deswegen sichert sich Finanzchef Roger Fry gegen alle Eventualitäten ab.

«Am wichtigsten sind für uns Termingeschäfte. Damit können wir definieren, zu welchem Preis wir an einem bestimmten Tag eine Fremdwährung gegen Schweizer Franken oder eine andere Währung tauschen», sagt Fry im Interview. Daneben nutzt er Swap-Geschäfte, um das Fälligkeitsdatum bei verspäteter Lieferung oder Zahlung zu verschieben, und Spot-Geschäfte, wenn von einer Währung zu viel oder zu wenig Liquidität vorhanden ist. Gemeinsam ist den beiden Unternehmen, dass sie das Währungsmanagement aktiv betreiben, um Risiken abzusichern respektive Chancen zu nutzen.

Roger Fry, Finanzchef der Walter Matter SA

Rund 60’000 Tonnen Kaffee und nochmals so viel Kakao kauft und verkauft die Walter Matter SA jährlich. 32 Angestellte arbeiten am Hauptsitz in Genf.

Währungsrisiko durch starken Schweizer Franken

Sowohl die Ronda AG als auch die Walter Matter SA führen ihre Buchhaltung in Schweizer Franken. Und da zeigt sich, dass trotz aktivem Währungsmanagement Währungsrisiken den Geschäftsgang beeinflussen. Insbesondere den starken Schweizer Franken spüren beide Unternehmen. «Ein starker Franken mindert unsere Marge», erklärt Roger Fry. «Schliesslich können wir nicht einfach die Ware teurer verkaufen, nur weil wir umgerechnet in Schweizer Franken weniger Marge einnehmen.» Das Rohstoffunternehmen habe mit einem stärkeren Dollar definitiv besser gelebt.

Bei der Ronda AG hat die Frankenstärke zwar einen weniger direkten Einfluss auf den Umsatz, weil der Verkauf primär in Franken erfolgt. Dafür spürt der Uhrwerkhersteller sie indirekt aber umso stärker. «Die Uhrenbranche – und damit unsere Kundschaft – schlitterte nach dem Frankenschock in eine Krise. Die Nachfrage nach Schweizer Uhren brach ein», sagt Dominik Schneider. Für 2019 ist er aber zuversichtlich. Kundenfeedback sowie Bestelleingang versprächen bessere Zeiten.