Währungsrisiken absichern. So schützen sich Unternehmen.

Unternehmen, die exportieren oder importieren, sind finanziellen Risiken ausgesetzt. Erfahren Sie, welche Gefahren ein schwankender Wechselkurs mit sich bringt und wie Unternehmen Währungsrisiken absichern können.

Wieso Währungsrisiken absichern

Wechselkurse schwanken. Mal stärker, mal schwächer. So erlebte das Britische Pfund infolge des Brexit-Referendums im Juni 2016 eine starke Abwertung. Der Schweizer Franken dagegen wertete sich mit der Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurses Anfang 2015 massiv auf. Beides kann Unternehmen, welche die exportieren oder importieren, vor Probleme stellen.

Wichtig ist, die Währungsrisiken für das eigene Unternehmen zu kennen. Unterschieden wird dabei zwischen dem Transaktionsrisiko, dem Translationsrisiko sowie dem ökonomischen Risiko. 

Einschätzungen zur Devisenkursentwicklung – Resultate der Credit Suisse Kundenumfrage 2019

Wie der Wechselkurs Unternehmen beeinflusst

Transaktionsrisiken entstehen, wenn Käufe oder Verkäufe in Fremdwährungen für einen in der Zukunft liegenden Zeitpunkt vereinbart werden. Der zukünftig geltende Wechselkurs ist bei Vertragsunterzeichnung aber noch unbekannt. Möglicherweise werden bestellte Maschinen teurer, weil sich die Vertragswährung aufwertet. Oder ein Produkt muss günstiger verkauft werden, weil der Wechselkurs zum Verkaufszeitpunkt niedriger ist als bei der Vertragsunterzeichnung.

Wie der Wechselkurs Unternehmen beeinflusst

Transaktionsrisiken entstehen, wenn Käufe oder Verkäufe in Fremdwährungen für einen in der Zukunft liegenden Zeitpunkt vereinbart werden. Der zukünftig geltende Wechselkurs ist bei Vertragsunterzeichnung aber noch unbekannt. Möglicherweise werden bestellte Maschinen teurer, weil sich die Vertragswährung aufwertet. Oder ein Produkt muss günstiger verkauft werden, weil der Wechselkurs zum Verkaufszeitpunkt tiefer niedriger ist als bei der Vertragsunterzeichnung.

Ein Translationsrisiko existiert dagegen, wenn in der Bilanz Fremdwährungspositionen vorhanden sind. Zum Stichtag müssen diese in die Bilanzwährung umgerechnet werden. Das kann je nach Kursentwicklung zu Verlusten führen, beispielsweise wenn eine Währung kurz vor dem Stichtag abwertet.

Als ökonomisches Risiko werden schliesslich Änderungen der Wechselkurse bezeichnet, welche die Konkurrenzfähigkeit inländischer Unternehmen beeinflussen. So verteuerte die Frankenstärke Schweizer Produkte im Ausland – Schweizer Unternehmen wurden weniger wettbewerbsfähig.

Natürliche Währungsabsicherung

In gewissen Fällen erfolgt die Währungsabsicherung ganz natürlich, beispielsweise wenn Käufe und Verkäufe in derselben Währung abgewickelt werden. Die aktuelle Firmenkundenumfrage der Credit Suisse zum Thema Währungsmanagement zeigt, dass vor allem Exporteure öfter natürlich abgesichert sind. Importeure hingegen kaufen meist nur in Fremdwährung ein, verkaufen aber fast ausschliesslich in Schweizer Franken. 

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Exporteure sind öfter «natürlich abgesichert»

Anteil von ausgewählten Währungen am Einkaufs- bzw. Verkaufsvolumen

Quelle: Credit Suisse Firmenkunden-Umfrage 2018

Unternehmen können die natürliche Absicherung zusätzlich optimieren[LC(11] . Möglich wäre beispielsweise, einen Teil der Produktion und damit auch der Kosten ins Ausland zu verlagern. Alternativ können Verträge in Schweizer Franken ausgehandelt werden. Besonders effizient wäre es für Schweizer Unternehmen natürlich, wenn sie immer in Franken fakturieren könnten. Das ist allerdings für KMU nur selten umsetzbar. Der Schweizer Binnenmarkt ist dafür zu klein. «Daher sind in der Schweiz, wie kaum in einem zweiten Land, auch kleinere und mittlere Unternehmen beträchtlichen Währungsrisiken ausgesetzt», sagt Andreas Gerber, Leiter KMU Schweiz bei der Credit Suisse, im Rahmen der Studie.

Finanzielle Währungsabsicherung

Wenn die natürliche Absicherung nicht ausreicht oder keine natürliche Absicherung erzielt werden kann, können Unternehmen das Währungsrisiko finanziell absichern. Dafür existieren auf dem Markt verschiedene Finanzprodukte. Mit ihnen lassen sich Transaktionen absichern und Wechselkurse für ein bestimmtes Datum in der Zukunft festlegen. Mittels Währungsabsicherung können Unternehmen Planungssicherheit erlangen, Cashflow sowie Umsatz schützen und das Risiko von Wertverlusten reduzieren.

Währungsrisiken absichern mit der passenden Strategie

Währungsabsicherung ist allerdings nicht kostenlos erhältlich. Kosten und Nutzen müssen im Verhältnis sein. Deshalb ist es zwingend, die richtige Strategie für das eigene Unternehmen zu finden. Welche Transaktionen müssen abgesichert werden? Wie viel Restrisiko kann eingegangen werden? In der Regel lohnt es sich, längerfristige Verträge ausnahmslos abzusichern und dafür eher im kurzfristigen Handel auf Währungsabsicherung zu verzichten.

Mit Absicherungsinstrumenten könnte grundsätzlich auch auf einen steigenden oder sinkenden Wechselkurs gesetzt werden. Davon ist aber abzuraten. Für einen potenziellen Gewinn gehen Unternehmen mit solchen Spekulationen ein zu grosses Risiko ein. Auch wer gar nicht absichert, spekuliert indirekt – nämlich darauf, dass die Wechselkurse konstant bleiben oder sich zugunsten des Unternehmens entwickeln. Dafür gibt es aber keinerlei Garantien.

Werden Währungsrisiken abgesichert, kann dies ein Unternehmen vor finanziellen Problemen bewahren. Je internationaler ein Unternehmen tätig ist, desto wichtiger ist es, sich vor Währungsrisiken zu schützen. Im Rahmen der Credit Suisse Studie verraten Unternehmer in Interviews, weshalb sie Währungsrisiken absichern und welche Erfahrungen sie mit Währungsabsicherung bislang gemacht haben.