BIP Schweiz: Aussichten für Schweizer Wirtschaft trüben sich ein

Verhaltener Wirtschaftsausblick nach starkem Start ins Jahr

Das erste Quartal 2019 war für die Schweizer Wirtschaft erstaunlich gut. Doch der Ausblick ist trüber. Trotzdem dürfte das BIP der Schweiz im laufenden Jahr um 1,5 Prozent steigen. Zu verdanken ist dies primär einem Wirtschaftszweig.

Guter Jahresstart für die Schweizer Wirtschaft

Im ersten Quartal 2019 ist die Schweizer Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent gewachsen. Dazu beigetragen hat insbesondere der private Konsum. Doch auch die Bauinvestitionen sind gestiegen, dank des attraktiven Zinsumfelds und des milden Wetters.

Positiv überrascht haben zudem die Investitionen in Maschinen und Anlagen. Selbst die Exportwirtschaft konnte zulegen – allen voran die Exporte der Pharmaindustrie. Unter dem Strich liegt das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz damit bereits um 1,7 Prozent über dem Vorjahreswert.

Schweizer Wirtschaft profitiert von dynamischen Pharmaexporten

Schweizer Wirtschaft profitiert von dynamischen Pharmaexporten

Exportwachstum gegenüber dem Vorjahr, gleitender 3-Monats-Durchschnitt

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Wirtschaftswachstum in der Schweiz wird gebremst

Die Aussichten präsentieren sich dagegen trüber. Insbesondere der Exportwirtschaft stehen schwächere Zeiten bevor. Darauf schliessen lässt der Einkaufsmanagerindex (PMI). Dieser liegt für die Schweizer Industrie seit April unterhalb der Wachstumsschwelle. Die Konjunktur in den für die Schweizer Exporte wichtigen Abnehmerländern hat sich eingetrübt und ist so schwach wie letztmals 2013. Entsprechend dürfte sich das Exportwachstum der Schweiz verlangsamen.

Im Gegensatz dazu liegt der PMI für den Dienstleistungssektor weiterhin deutlich über der Wachstumsschwelle. Dieser ist stärker auf Schweizer Konsumenten ausgerichtet, die dank der guten Arbeitsmarktlage kauffreudig bleiben. Auch die leicht stärkere Zuwanderung stützt den privaten Konsum.

Wirtschaftswachstum nur noch für Schweizer Dienstleistungssektor

Wirtschaftswachstum nur noch für Schweizer Dienstleistungssektor

PMI-Index > 50 = Wachstum

Quelle: procure.ch, Credit Suisse

BIP der Schweiz steigt 2019 um 1,5 Prozent

Letztendlich wird der starke Konsum die schwächeren Exporte aber nicht kompensieren können. Zumal eine verhaltene Exportnachfrage in der Regel dämpfend auf Investitionen wirkt. Daher sind auch vonseiten der Ausrüstungsinvestitionen keine zusätzlichen Impulse für die Schweizer Wirtschaft zu erwarten. Gleichzeitig bremsen steigende Leerstände von Mietwohnungen das Wachstum der Bauinvestitionen.

Die Ökonomen der Credit Suisse gehend deshalb davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum der Schweiz im Jahresverlauf abschwächen wird. Wie schon in der Frühjahresprognose rechnen sie 2019 mit einem realen BIP von 1,5 Prozent.