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Rechtzeitig an die Zukunft denken: Unternehmensnachfolge für kleinere und mittlere Unternehmen

Wissen Sie heute schon, was längerfristig aus Ihrem Unternehmen werden soll? Eine frühzeitig entwickelte Strategie mit Alternativen zur Nachfolgeregelung sichert die Zukunft Ihres Lebenswerks. Wir zeigen hier die wichtigsten Strategien und Optionen zur Vorbereitung der Unternehmensnachfolge auf.

Der demografische Wandel in der Schweiz macht sich wirtschaftlich auch in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bemerkbar. Gegenwärtig sind schweizweit rund 560’000 Menschen zwischen 60 und 65 Jahre alt und stehen damit unmittelbar vor ihrer Pensionierung. Viele von ihnen sind Unternehmensgründer oder führen erfolgreich Familienunternehmen in zweiter oder dritter Generation fort. Tritt ein so geburtenstarker Jahrgang altersbedingt in den Ruhestand, ist die Frage nach der Unternehmensnachfolge eine besondere Herausforderung, weil die nachfolgende Generation zahlenmässig viel kleiner ist.

Viele Unternehmen sehen sich mit drei bedeutenden Fragen konfrontiert:

  • Was wird aus dem Unternehmen, wenn eine prägende Führungsfigur geht? 
  • Welche Form der Nachfolge sichert am besten die langfristige Unternehmensfortführung? 
  • Was geschieht, wenn es niemanden gibt, der als Nachfolger infrage kommt?

Unternehmensnachfolge ist eine Herzensangelegenheit

Die Führung von kleinen und mittleren Unternehmen ist für viele als Patron wirkende Eigentümer mit grosser Emotionalität verbunden. Neben den wirtschaftlichen Aspekten zählen häufig ideelle Werte, die bereits seit Generationen in der Unternehmensführung weitergegeben werden. Für den Unternehmer, der die Firma einst selbst gegründet hat, ist die erfolgreiche Zukunft des Unternehmens auch nach der Pensionierung sein wichtigstes Anliegen.

Fünf Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge

Familieninterne Nachfolge («FBO/Family-Buy-out»)

Sofern willige und fähige Nachkommen das Vertrauen des Patrons gewinnen, stellt sich die Frage des gerechten Familienpreises für die Übernahme des Unternehmens. Diese bereits komplexe Thematik wird durch das Erfordernis der Verbindung von Verantwortung mit der Entscheidungsbefugnis (eine Mehrheit der Aktien) erschwert, weil Eltern ihre Nachkommen wirtschaftlich gleich behandeln wollen. Da der Firmenwert vielfach das Gros des Familienvermögens darstellt, ist ein Kauf der Firmenaktien durch die Verantwortung übernehmenden Nachfahren auch wegen des relativ starren Erbrechts mit hohen Pflichtteilen notwendig. Diese emotional sehr heiklen Themen können mit externer Hilfe basierend auf Erfahrungen in zahlreichen anderen Familiennachfolgen entschärft und für die Finanzierung der Nachkommen auf eine rationalere Basis gestellt werden.

Übergabe an das bestehende Management («MBO/Management-Buy-out»)

Die Übergabe an das existierende Kader steht häufig als zweite Option im Vordergrund, weil damit die Unternehmensführung an Personen geht, die das Vertrauen des Patrons geniessen. Andererseits kann diese Lösung im Unternehmen zu Unruhe führen. Auch für fähige Kader ist es eine grosse Herausforderung, nun die Eigentümerverantwortung zu übernehmen und sich für die Bezahlung der Firma extern zu verschulden. Zudem besitzt nicht jedes Unternehmen das Potenzial für eine interne Nachfolge.

Übergabe an ein externes Management («MBI/Management-Buy-in»)

Die Führung des Unternehmens an ein externes Management zu übergeben, kann eine gute Lösung sein. Ein externer Unternehmer bringt neue Ideen und zusätzliches Know-how ein. Vielfach ist diese Lösung nichts anderes als ein Verkauf an einen Finanzinvestor, der auf dem bestehenden Kader basiert und eigene Führungspersönlichkeiten einbringt. Damit muss der verkaufende Patron auch keine Restrisiken (Verkäuferdarlehen) übernehmen. Die Kehrseite ist jedoch, dass Finanzinvestoren die erworbenen Firmen nach einer gewissen Zeit wieder weiterverkaufen müssen. Dies kann längerfristig zum Verlust der bisherigen Identität, des familiär geprägten Firmennamens oder zu anderen Veränderungen führen, die für den verkaufenden Patron hohe emotionale Hürden darstellen.

Auch hier kann eine sachliche und lösungsneutrale Beratung helfen, die beste Lösung für das langfristige Gedeihen der Firma vorzubereiten und umzusetzen.

Verkauf des Unternehmens

In finanzieller Hinsicht können Unternehmen infolge der möglichen Preisoptimierung durch den Verkauf an einen solventen Finanz- oder strategischen Käufer profitieren. Dabei ist jedoch entscheidend, einen professionell geleiteten Verkaufsprozess durchzuführen, damit der Patron einerseits eine Auswahl möglicher Käufer hat und andererseits die möglichen Käufer untereinander in Konkurrenz gestellt werden. Dieser Weg verhilft nicht nur zu Preisoptimierung und grösserer Transaktionssicherheit, sondern reduziert mögliche Gewährleistungen und erlaubt vertragliche Bestimmungen, die für eine gewisse Zeit wichtige Anliegen des verkaufenden Patrons sicherstellen.

Alternativ zu einem professionell geführten Verkaufsprozess können professionelle Netzwerkbörsen wie das vertrauliche Opportunity Net der Credit Suisse es kleineren Firmen erlauben, das eigene Netzwerk gezielt zu erweitern und mehr mögliche Käufer zu eruieren.

Einstellung der Geschäftstätigkeit

Unter Umständen entscheiden Sie sich für die Einstellung der Geschäftstätigkeit. Dies ist ebenfalls ein komplexer Vorgang, der sorgfältig vorbereitet werden muss und einige Zeit in Anspruch nimmt.

Bei allen Nachfolgeoptionen sind zahlreiche steuerliche und rechtliche, aber auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu beachten und bereits in der Vorbereitung der präferierten Option wegen der teils sehr langen Fristen zu berücksichtigen. Entsprechend sollte der Nachfolgeprozess mindestens fünf Jahre vor der Umsetzung als Projekt gestartet werden. Vielfach lohnt es sich für den Unternehmer, bereits ab dem 50. Altersjahr zu überlegen, wo sein Lebenswerk in 5, 10 oder 15 Jahren stehen soll, damit es auch über seine aktive Zeit hinaus für die Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten ein verlässlicher Partner bleiben kann.

Welche Optionen für ein Unternehmen die besten sind, lässt sich pauschal nicht sagen. Vielmehr gilt es, die internen Entwicklungsmöglichkeiten, wirtschaftlichen Voraussetzungen und persönlichen Ziele zu definieren und somit in einem systematischen Findungsprozess die beste Lösung mit möglichen Alternativen zu avisieren. Die Umsetzung der Strategie zur Unternehmensnachfolge ist wiederum ein Prozess, der sich in nahezu allen Fällen über einige Jahre hinzieht.

Unternehmensnachfolgeregelung in Begleitung von Experten

Die erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist für den Patron das wichtigste und zugleich emotionalste Geschäft, wobei er hier nicht auf eigene Erfahrungen zurückgreifen und vielfach nicht mit seinem bisherigen Umfeld darüber sprechen kann oder will. Es ist daher sinnvoll, frühzeitig und vor dem Entscheid über eine konkrete Lösung externe Beratung in Anspruch zu nehmen.

Der Prozess der Unternehmensnachfolge mit Unterstützung von Experten verläuft in fünf Schritten:

  1. Initialisierung
  2. Analyse der Ist-Situation
  3. Evaluation
  4. Vorbereitung
  5. Übergabe und Abschluss

Die Credit Suisse ist auf KMU-Nachfolgeprozesse spezialisiert und kann bei Bedarf weitere Experten aus ihrem Netzwerk vermitteln. Dabei sollen Unternehmer lösungsneutral in der Entscheidung unterstützt werden, welche Optionen der erfolgreichen Fortführung des Lebenswerks dienen und welche Vorbereitungen nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen. Unter anderem betreibt die Credit Suisse mit OpportunityNet eine Plattform für Firmenverkäufe und verfasst Studien, die auf der Basis von Umfragen die Thematik ganzheitlich aufnehmen und statistisch verlässliche Zusatzinformationen enthalten.

Detaillierte Informationen zum Nachfolgeregelungsprozess finden Sie unter: Nachfolgeprozess. Gerne helfen wir Ihnen, den wichtigsten Entscheid für Ihr Unternehmen vorzubereiten und umzusetzen.

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