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Trotz Handelshürden erfolgreich exportieren

Der Schweizer Markt ist international betrachtet klein. Wollen Schweizer KMU wachsen, streben sie deswegen oft den Export an. Trotz guter Konjunkturlage sollte dieser Schritt gut vorbereitet werden.

Starker Schweizer Aussenhandel

Im vergangenen Jahr exportierten Schweizer Unternehmen gemäss Aussenhandelsstatistik der Eidgenössischen Zollverwaltung Waren im Umfang von 220 Milliarden Franken – ein neuer Rekord. Auch in diesem Jahr sind die Exporte bislang hoch. Im ersten Quartal stiegen die Schweizer Ausfuhren um 4,2 Prozent. Sascha Jucker, Ökonom bei der Credit Suisse, rechnet für 2018 mit einem Exportplus von insgesamt 4 Prozent.

Das solide Wachstum zeigt sich auch im Credit Suisse Exportbarometer. Dieses bildet die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten ab. Im zweiten Quartal 2018 liegt das Exportbarometer so hoch wie seit 2011 nicht mehr. «Mit der MEM- und Chemie-Industrie legen ausserdem jene Branchen am stärksten zu, die in den vergangenen Jahren am meisten unter dem starken Franken gelitten hatten», sagt Sascha Jucker.

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Credit Suisse Exportbarometer

In Standardabweichungen, Wachstumsschwelle = 0
Quelle: Bloomberg, Datastream, PMIPremium, Credit Suisse / IDC

KMU spüren im Export protektionistische Tendenzen

Diese Zahlen täuschen allerdings etwas darüber hinweg, dass der Export für Unternehmen eine Herausforderung darstellt. In den letzten Jahren haben ausserdem die Handelshürden zugenommen. Das geht an den Schweizer KMU nicht spurlos vorbei. So gibt in einer Umfrage von Switzerland Global Enterprise die Hälfte der befragten KMU an, dass es heute schwieriger sei, international zu wachsen. Instabile Wechselkurse, protektionistische Tendenzen in vielen Ländern, komplizierte Zollbestimmungen und die steigende Vielfalt an Normen und Standards von Produkten werden als Herausforderungen angesehen.

Viele KMU überlegen es sich daher gut, den Schritt in einen neuen Markt zu wagen. 28 Prozent der befragten Unternehmen haben wegen grosser Handelshürden gar bereits einmal auf einen Markteintritt verzichtet. Das zeigt: Ein Exportprojekt muss gut vorbereitet werden. Nicht jedes Geschäftsmodell respektive jede Marktbearbeitungsstrategie eignet sich für jedes Land.

Die wichtigsten Exportmärkte für Schweizer KMU

Das mit Abstand wichtigste Land für Schweizer Exporteure ist Deutschland. Für über 41 Milliarden Franken wurden 2017 Güter ins Nachbarland exportiert. Das zeigt die Aussenhandelsstatistik der Schweiz. Zweitwichtigstes Exportland sind die USA, wohin immer noch Waren im Wert von 33,7 Milliarden Franken exportiert werden.

Spannend ist zu sehen, welche Exportmärkte besonders stark wachsen. Auch hier sind im Vergleich zum Vorjahr Deutschland (Zunahme um CHF 1,6 Mia. bzw. 4 Prozent) und die USA (Zunahme um CHF 2,2 Mia. bzw. 7 Prozent) die wichtigsten Märkte. Allerdings auch China holt auf. Bereits 11,4 Milliarden Franken beträgt das Volumen der Schweizer Exporte ins Reich der Mitte. Im Vergleich zu 2016 ist das ein Plus von 1,5 Milliarden Franken respektive eine Steigerung um 15,6 Prozent.

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Ausfuhren nach Ländern

Veränderung (nominal) gegenüber 2016
Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

Export-Strategie unterscheidet sich von Land zu Land

Für Schweizer KMU ist es allerdings ein bedeutender Unterschied, ob sie nach Deutschland, in die USA oder eben nach China exportieren. Kulturelle Besonderheiten, Zollbestimmungen, Vertriebsplattformen, Marketingtools, aber auch Datenschutz und Gesetze sind sehr unterschiedlich. Entsprechend werden die Unternehmen mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert.

«Es fällt uns immer wieder auf, wie wenig Vorbereitet manche Unternehmen sich in ein neues Land begeben, ohne sich fundiert mit den lokalen Begebenheiten zu befassen», sagt Stefan Gerig, Leiter des Bereichs Export Finance der Credit Suisse. Ein neues Exportland zu erschliessen, sei ein teils langer Prozess. Die Credit Suisse unterstützt Unternehmen mit entsprechenden Finanzprodukten und Krediten.