Export Schweiz: KMU exportieren trotz Hürden

Gut vorbereiten. Erfolgreich exportieren.

Wirtschaftskrisen, Protektionismus, Konkurrenz aus den Schwellenländern und die Digitalisierung verändern den Export. Mit der richtigen Strategie gelingt es Schweizer KMU trotzdem, neue Märkte zu erschliessen, sich im globalen Markt zu positionieren und erfolgreich zu exportieren.

Starker Schweizer Aussenhandel 2019

Im vergangenen Jahr exportierten Schweizer Unternehmen gemäss Aussenhandelsstatistik der Eidgenössischen Zollverwaltung Waren im Umfang von 312 Milliarden Franken, acht Milliarden mehr als im Vorjahr. Die meisten Ausfuhren gingen nach Deutschland. Für fast 48 Milliarden Franken wurden 2019 Güter in das Nachbarland exportiert.

Zweitwichtigstes Exportland sind die USA, wohin Waren im Wert von über 44 Milliarden Franken ausgeführt wurden. Aufgeholt hat China. Das Reich der Mitte belegt mit einem Exportvolumen von gut 21 Milliarden Franken Rang vier in der Aussenhandelsstatistik – hinter Grossbritannien.

Ausfuhren schweiz 2019

Ausfuhren 2019 nach Ländern

Aussenhandel der Schweiz 2019, in Milliarden Franken
Quelle: BFS, EZV – Aussenhandelsstatistik

Exportieren ist herausfordernd

Dieses Jahr werden die Exporte wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie tiefer ausfallen. Und auch die Zeit nach COVID-19 wird herausfordernd bleiben. «Die Welt wird in geschäftlicher Hinsicht eine völlig andere sein als jene, die wir vor der Krise kannten», sagt Simone Wyss Fedele, CEO von Switzerland Global Enterprise (S-GE), im Interview. Unternehmen sollten sich darauf vorbereiten: «Sie müssen sich überlegen, in welchen Märkten sie künftig aktiv sein möchten, mit welchen Partnern sie zusammenarbeiten wollen, welche Konkurrenten sie haben könnten und wie sie das eigene Geschäfts¬modell auf die neuen Kundenbedürfnisse anpassen können.»

Doch von solchen Schwierigkeiten lassen sich Schweizer Exportunternehmen nicht aufhalten. Das zeigt exemplarisch die KMU-Studie der Credit Suisse. Sie befasste sich schon vor COVID-19 mit Handelshemmnissen. Diese nehmen seit der Finanzkrise deutlich zu und dürften sich auch jetzt unter dem Einfluss der Corona-Pandemie nochmals verstärken. «Als Familienunternehmen müssen wir uns an die Rahmenbedingungen anpassen. Denn ändern können wir diese nicht», äusserte sich etwa Adrian Steiner, CEO des Kaffeemaschinenherstellers Thermoplan, im Rahmen der Studie.

Export aus der Schweiz gut vorbereiten

Für Schweizer KMU ist es allerdings ein bedeutender Unterschied, ob sie nach Deutschland, in die USA oder nach China exportieren. Kulturelle Besonderheiten, Zollbestimmungen, Vertriebsplattformen, Marketingtools, aber auch Datenschutz und Gesetze sind sehr unterschiedlich.

Eine gute Vorbereitung ist elementar. «Es fällt uns immer wieder auf, dass manche Unternehmen in einem neuen Land aktiv werden, ohne sich fundiert mit den lokalen Begebenheiten zu befassen», sagt Stefan Gerig, Leiter des Bereichs Export Finance der Credit Suisse. Er berät Unternehmen bezüglich Finanzprodukten und Krediten. Ein neues Exportland zu erschliessen, sei ein teils langer Prozess.

Die richtige Strategie fürs Exportieren

Schlüsselfaktoren beim Exportieren sind Innovationskraft, eine klare USP und gute Kenntnisse der Kundenbedürfnisse des jeweiligen Landes. Ebenso kann das Label «Swiss Made» einen Vorteil gegenüber der internationalen Konkurrenz bieten.

Welche Strategie für den Export die richtige ist, unterscheidet sich aber je nach Exportland und Unternehmen. So setzt beispielsweise die Geistlich Pharma AG auf Tochterunternehmen, während das Brillenlabel Götti einzig in den USA ein solches gegründet hat und andernorts direkt aus der Schweiz bzw. über Deutschland exportiert.