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Standortqualität: Basel-Stadt übernimmt vorerst den Spitzenplatz

Das Ringen um die beste Standortqualität unter den Schweizer Kantonen wird dynamischer, und Steuersenkungen dürften in naher Zukunft weiteren Schwung in den Standortwettbewerb bringen. Wo Unternehmen die besten Standortfaktoren finden, zeigt der Standortqualitätsindikator der Credit Suisse.

Basel-Stadt setzt sich bei der Standortqualität an die Spitze

Schweizer Kantone stehen in einem intensiven Standortwettbewerb, um Investitionen von Firmen anzulocken. Denn das bringt neue Arbeitsplätze und Wohlstand. Das langfristige Wirtschaftspotenzial der Kantone wird so massgeblich durch die Rahmenbedingungen für Unternehmen geprägt. Der seit 1997 jährlich erscheinende Standortqualitätsindikator (SQI) der Credit Suisse misst die Standortattraktivität der Kantone anhand von sieben quantitativen Teilindikatoren in den Bereichen Steuerbelastung, Verfügbarkeit von Fachkräften und Hochqualifizierten sowie Erreichbarkeit.

2019 gab es im Ranking erstmals einen Wechsel an der Spitze. Seit Beginn der Analyse stand der Kanton Zug auf Platz eins. Nun konnte sich aber Basel-Stadt durch eine deutliche Senkung der Unternehmenssteuern vom vierten Rang knapp an die Spitze setzen. Dicht darauf folgen Zug und mit etwas Abstand Zürich.

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Standortqualität der Schweizer Kantone im Vergleich

Standortqualitätsindikator (SQI), synthetischer Index, CH = 0

Quelle: Credit Suisse

Grosse Städte sind beim Standortwettbewerb im Vorteil

Die grossen Zentren wie Zürich, Basel oder Bern haben vor allem bei der Verfügbarkeit von Hochqualifizierten Vorteile gegenüber peripheren Gebieten. Der Pool an Personen mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss ist in solchen Städten und den zugehörigen Agglomerationsräumen am grössten. Spitzenreiter ist die Stadt Zürich mit 55 Prozent hochqualifizierten Arbeitnehmern.

Auch betreffend verkehrstechnische Erreichbarkeit bieten Ballungszentren Vorteile, die Randregionen nur schwer kompensieren können. Dieser Indikator lässt sich nur mit langwierigen und kostspieligen Investitionen in Strasse und Schiene verbessern. Und auch dann ist der Einfluss auf die Standortqualität begrenzt. Selbst ein Milliardenprojekt wie die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) mit dem 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel erhöht die Erreichbarkeit der Gotthardregion nur geringfügig, weil die Reisezeiten in die Zentren trotz Zeitgewinn erheblich bleiben.

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Hochqualifizierte stärken die Standortqualität von Städten

Anteil der Personen im Erwerbsalter mit einer Tertiärausbildung, 2013 – 2017, in Prozent

Quelle: Bundesamt für Statistik, Credit Suisse, Geostat

Zug dürfte sich den Thron im Standortwettbewerb schon bald zurückerobern

Den grössten Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Standortqualität in der Schweiz dürfte aber der Umbau der Unternehmensbesteuerung haben. Mit dem im Mai 2019 von den Schweizer Stimmberechtigten angenommenen Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) verändern sich die Möglichkeiten der Kantone, ihre Attraktivität mit der Steuerschraube zu steigern. Insgesamt dürften die Unternehmenssteuersätze in vielen Regionen sinken.

Das mischt die Karten im Standortwettbewerb der Kantone bis 2025 neu. Der Kanton Zug würde bei Umsetzung der beschlossenen Senkung der Gewinnsteuern per Anfang 2020 Basel-Stadt wieder auf den zweiten Rang verweisen. Am anderen Ende der Skala fällt der Kanton Bern im hypothetischen Standortqualitätsindikator für 2025 um fünf Ränge auf Platz 23 zurück, nachdem das Stimmvolk eine Gesetzesrevision Ende 2018 abgelehnt hat. Aktuell schlägt der Berner Regierungsrat wieder eine geringfügige Entlastung für juristische Personen vor – der Wettbewerb um Unternehmen bleibt in Bewegung.

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Standortqualität 2025: Zug liegt wieder vorne

Standortqualitätsindikator (SQI), synthetischer Index, CH = 0, 2019 und bei Neuberechnung der Teilindikatoren der Erreichbarkeit sowie der Steuerbelastung für juristische Personen

Quelle: Credit Suisse

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