Schweizer Wirtschaft: Wirtschaftswachstum hält an

Schweizer Wirtschaft auf Erholungskurs

Während die Pandemie abflaut, erholt sich die Schweizer Wirtschaft rasant. Mit welchem Wirtschaftswachstum Unternehmen rechnen können und weshalb der Aufschwung der Konjunktur in der Schweiz im Jahr 2022 an Dynamik verlieren dürfte.

Die Schweizer Wirtschaft litt während der zweiten Pandemiewelle weniger

Der wirtschaftliche Schaden der zweiten Pandemiewelle ist geringer als bei der ersten Welle. Gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) nahm die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2021 nur leicht um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal ab. Das hat mehrere Gründe:

  • Die Schweizer Konjunktur profitierte direkt oder indirekt von der frühen Erholung der Nachfrage aus Asien, zudem blieben die Grenzen für den Handel offen.
  • Die Mobilität der Bevölkerung ging nicht so sehr zurück wie im Frühjahr 2020 und die Wirtschaftsleistung reagierte weniger stark auf den Mobilitätsrückgang.
  • Die Einschränkungen waren weniger einschneidend und die Kinderbetreuung war sichergestellt.

Das zweite Halbjahr 2021 dürfte dynamisches Wirtschaftswachstum verzeichnen

Mit der Wiedereröffnung weiter Teile der Schweizer Wirtschaft hat die Erholung automatisch eingesetzt. Ein Grossteil der Haushalte häufte auch in der zweiten Welle einen Sparüberschuss an, der momentan mehrheitlich wieder ausgegeben wird. Demnach dürfte sich der Privatkonsum mit gewissen Ausnahmen, wie dem Eventbereich und Teilen des Gastgewerbes, bis zum Frühherbst wieder normalisieren.

Der Erholungsboom in der Industrie hält ebenfalls weiter an. Das zeigt der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie, der momentan auf dem höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1995 liegt. Insgesamt erwarten die Experten für 2021 ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 3,5 Prozent. Das dürfte den Einbruch im Jahr 2020 von minus 2,6 Prozent mehr als kompensieren.

Schweizer Wirtschaft: Konjunktur der Schweiz erholt sich

Schweizer Wirtschaft erholt sich im Zuge der Öffnung

Umsatzindex, Wochendurchschnitte. 1. Oktober 2020 = 100
Quellen: Monitoring Consumption Switzerland, Credit Suisse

2022 dürfte sich die Erholung der Schweizer Konjunktur abschwächen

Im Jahr 2022 dürfte sich die Wachstumsdynamik auf 2 Prozent abschwächen, da die Nachholeffekte zunehmend entfallen. Zudem gehen die Experten der Credit Suisse davon aus, dass rund 30 Prozent der Ersparnisse aus den zwei Lockdowns zu «Vorsichtsersparnissen» werden.

Bereits jetzt zeigt sich eine gewisse Skepsis der Unternehmen hinsichtlich der Dauer des Erholungsbooms. Denn trotz Knappheitserscheinungen in der Industrie wird nur zurückhaltend neues Personal eingestellt.

Schweizer Wirtschaft: Beschäftigung bleibt hinter dem PMI zurück

Beschäftigung bleibt hinter dem PMI zurück

Wachstumsschwelle = 50
Quellen: procure, Credit Suisse
 

Arbeitslosigkeit sinkt seit Januar 2021

Über alle Branchen hinweg ist die Arbeitslosigkeit rückläufig, nachdem sie im Januar 2021 ihren höchsten Stand seit der Finanzkrise 2009 erreichte. Auffällig jedoch ist, dass sich indes die Zahl nicht arbeitsloser Stellensuchender kaum zurückgebildet hat. Das sind Personen, die zwar auf der Suche nach Arbeit sind, aber nicht sofort vermittelt werden können.

Auch die Zahl der Personen im Zwischenverdienst stieg seit Anfang des Jahres Monat für Monat an. Dies umfasst Tätigkeiten, die Bezüger von Arbeitslosengeldern annehmen, um ihre finanzielle Situation aufzubessern, obwohl der Lohn unter ihrem Taggeld liegt. Ein Beispiel dafür sind Aushilfsjobs in Corona-Impfzentren.

Schweizer Wirtschaft: viele Arbeitnehmer im Zwischenverdienst

Zahl der Personen im Zwischenverdienst steigt stetig

Anzahl registrierter Arbeitsloser bzw. Stellensuchender, letzter Datenpunkt: Mai 2021
Quellen: procure, Credit Suisse

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