Export Schweiz: politische Risiken bei der Ausfuhr in reife Märkte

Politische Risiken beim Export in reife Märkte. So schützen sich Schweizer KMU.

Das politische Umfeld wird zunehmend unberechenbar, Risiken wie Handelshemmnisse oder der Brexit belasten den Export aus der Schweiz. Welchen weiteren politischen Risiken KMU bei der Ausfuhr in reife Märkte ausgesetzt sind.

Politische Risiken beim Export aus der Schweiz in reife Märkte

Wer in reife Märkte ausführt, rechnet kaum mit politischen Risiken. Vor Kriegen, Revo­lutionen, Bürgerunruhen, Embargos oder Verstaatlichung müssen sich primär Unternehmen in Acht nehmen, die in Schwellenländern Aussenhandel betreiben. Doch auch in reifen Märkten sind politische Risiken allgegenwärtig. «Das politische und regulatorische Umfeld wird zunehmend unberechenbar», sagt etwa Andreas Gerber, Leiter KMU der Credit Suisse Schweiz. «Dieser Trend wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen.»

Ein Beispiel ist der aktuelle Handelskonflikt zwischen den USA und China. Auch wenn dieser in erster Linie die beiden Grossmächte betrifft, spüren andere Länder die wirt­schaftlichen Folgen ebenfalls: direkt durch die Strafzölle auf Aluminium und Stahl sowie indirekt ausgelöst durch wirtschaftliche Unsicherheit. Neben höheren Zöllen können auch Sanktionen oder Boykotte den Export aus der Schweiz erschweren oder verhin­dern. Unternehmen sollten sich durch solche Massnahmen aber nicht vom Export in reife Märkte abschrecken lassen.

Ausfuhr nach Grossbritannien

Je nachdem wie der Brexit erfolgt, hat dieser direkte und indirekte Auswirkungen auf Exporte aus der Schweiz. Das bilaterale Handelsabkommen mit Grossbritannien, das im Februar 2019 unterzeichnet wurde, vereinfacht die Ausfuhr. Es beinhaltet weite Teile des mit der EU bestehenden Handelsabkommens, hat aber noch Lücken, beispielsweise betreffend die Maschinenindustrie oder den Veterinärbereich. Auch gibt es noch offene Fragen zu Verzollung, Transitabfertigung und Prüfstellen. Schweizer Exporteure sollten Vorkehrungen treffen, um auf eine Veränderung der Nachfrage vorbereitet zu sein. Immerhin steht Grossbritannien als Absatzmarkt für Schweizer Produkte an sechster Stelle.

Regulatorische Vorschriften erschweren den Export aus der Schweiz

Nicht unterschätzen sollten exportorientierte Unternehmen zudem die regulatorischen Bedingungen. Diese unterscheiden sich in den verschiedenen Ländern. Streng sind sie insbesondere im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. «Ich kenne nur ganz wenige Unternehmen, welche die USA erschlossen haben, ohne dass sie anfangs Lehrgeld bezahlen mussten», so Andreas Gerber. Besonders rechtliche Fragen rund um die Produkthaftung sind heikel.

Wichtig ist es deshalb, sich intensiv mit den lokalen Vorschriften auseinanderzusetzen. Allerdings können sich diese mit der Zeit auch ändern. Je nach Produkt und Land kann es sich daher lohnen, mit lokalen Partnern zusammenzuarbeiten. Diese sind näher am Geschehen und können schneller auf neue regulatorische Bedingungen reagieren als Unternehmer mit Sitz in der Schweiz.

Streiks und Konjunkturrisiken können den Export aus der Schweiz belasten

Dass Streiks ein ganzes Land zum Stillstand bringen, kommt in reifen Märkten zum Glück kaum mehr vor. Dennoch streiken Angestellte von Fluggesellschaften, das Bahnpersonal oder Lastwagenchauffeure hin und wieder. Solche Streiks können den Export aus der Schweiz beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind Zeitverluste bei der Auslieferung oder Rohstoffengpässe während der Produktion. Das ist ärgerlich, bringt den zeitlichen Ablauf durcheinander und kann zu finanziellen Einbussen führen.

Streiks lassen sich wie die konjunkturelle Entwicklung nicht vorhersehen. Beide Fak­toren sind von der Politik eines Landes abhängig. Eine wirtschaftsfördernde Politik kann die Nachfrage beleben, während Unsicherheiten diese hemmen. Das zeigt: Selbst wenn die politischen Risiken in reifen Märkten weniger gross sind als in sich entwi­ckelnden Volkswirtschaften, so sind Unternehmer, die in reife Märkte ausführen, doch von der Politik des Exportmarkts abhängig. «Anders als Währungsrisiken lassen sich politische Risiken jedoch nicht absichern», betont Andreas Gerber. Trotzdem sei die Internatio­nalisierung für KMU nach wie vor eine grosse Chance.

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