Mit digitalen Aktien die Ordnung in der Aktionärsstruktur sicherstellen

Bei der Mehrheit aller Schweizer KMU herrscht Unsicherheit über die aktuellen Eigentumsverhältnisse an den Aktien des Unternehmens. Das kann unangenehme Konsequenzen haben, etwa bei der Unternehmensnachfolge, bei Firmenverkäufen oder wenn Kapital benötigt wird. Eine einfache Lösung, die viele nicht kennen: digitale Aktien.

Die Mehrheit aller Schweizer Aktiengesellschaften weist keine einwandfreien Eigentumsverhältnisse auf

Es gibt drei Fragen, die sich jedes KMU stellen sollte:

  1. Kennen Sie die Eigentümer Ihres Unternehmens?
  2. Sind die Eigentumsverhältnisse an den Aktien klar und können sie einer rechtlichen Prüfung standhalten?
  3. Wäre Ihr Unternehmen strukturell bereit für einen Eigentumsübertrag, wie zum Beispiel bei einem Unternehmensverkauf?

Warum diese Fragen? Reto Leisi, Experte für Entrepreneurs & Executives bei der Credit Suisse, erklärt: «Wir stellen fest, dass bei etwa zwei Dritteln aller Schweizer KMU die Eigentumsstruktur an den Aktien unklar ist.» In seinem Arbeitsalltag erlebt er aber immer wieder, wie wichtig ein geordnetes Aktionariat ist: «Merkt man erst während einer Nachfolge oder beim Firmenverkauf, dass die Eigentumsverhältnisse Mängel aufweisen, kann dies zu Verzögerungen, Wertminderungen oder gar einem Abbruch der Transaktion führen.»

Klare Eigentumsverhältnisse im Aktionariat sind also wichtig. Insbesondere im Hinblick auf mögliche Kapitalbeschaffungen, Fusionen, Unternehmensnachfolgen oder ver­gleichbare Vorgänge.

Es gibt jedoch weitere Gründe, die für einwandfreie Aktionärsstrukturen sprechen. So wird etwa verhindert, dass mangelhafte Steuerkonformität – verursacht durch unklare Eigentumsverhältnisse – sowohl für Aktionäre als auch für Unternehmen und deren Verwaltungsrat unangenehme Folgen haben kann. Hinzu kommt, dass Entscheidungen der Generalversammlung und die Wahl des Verwaltungsrats ein einwandfreies Aktio­nariat voraussetzen. 

Verkäufe, Scheidung, Vererbung als mögliche Ursachen

Die Ursachen für mangelhafte Eigentumsverhältnisse im Aktionariat sind zahlreich: Aktien werden verkauft, vererbt oder wechseln durch eine Scheidung die Besitzerin bzw. den Besitzer. «Oftmals weist die Übertragung rechtliche Mängel auf. Das Eigen­tum wird durch eine schriftliche Abtretung, eine sogenannte Zession, übertragen. Häufig wird dieser Teil des Rechtsgeschäfts jedoch nicht vollzogen oder weist Mängel auf», so Reto Leisi.

Digitale Aktien als Lösung

Um Mängeln in der Eigentumsstruktur vorzubeugen, bietet sich heute eine einfache Lösung an: In vielen Fällen lohnt es sich, die Aktien neu in Form von Bucheffekten auszugeben. Reto Leisi erklärt: «Diese digitalen Aktien, wie wir sie nennen, stellen eine vollständige Integration ins Bankensystem dar – genau, wie es bei börsenkotierten Aktien der Fall ist. Mit dem Unterschied, dass diese Aktien nicht an einer Börse gehandelt werden.»

Fortan können die Firmenanteilsscheine das Bankensystem nicht mehr verlassen und die Eigentumsverhältnisse sind jederzeit rechtlich einwandfrei feststellbar. So ist es für Unternehmerinnen und Unternehmer unkompliziert, den Überblick über die Aktionärs­struktur zu behalten.

Die wichtigsten Vorteile digitaler Aktien auf einen Blick

  • Das Eigentum an den Aktien ist jederzeit einwandfrei sichergestellt.
  • Das Unternehmen und dessen Verwaltungsrat schützen sich durch diese Professionalisierung der Aktienhandhabung vor Rechtsstreitigkeiten.
  • Potenzielle Investoren, Miteigentümer, Kreditgeber und andere wichtige Parteien können sich auf ein bewährtes System zur Sicherstellung des Eigentums und der professionellen Handhabung bei Anpassungen in der Aktionärsstruktur verlassen.
  • Etablierte Unternehmen können sich auf bevorstehende Transaktionen, wie grössere Kredite, neue Investoren, Firmenverkauf, Nachfolge oder Beteiligung der Mitarbeitenden, optimal vorbereiten.
  • Start-ups hingegen, die sich von Anfang an für digitale Aktien entscheiden, kommen leichter an Kapital.

Für welche Unternehmen sind digitale Aktien besonders geeignet?

«Ich empfehle sie dem kapitalintensiven Start-up genauso wie dem etablierten KMU, das sich auf eine der genannten Transaktionen vorbereitet», sagt Reto Leisi. «Die Motivation ist bei beiden dieselbe: Einem Wechsel oder einer Verbreiterung des Aktionariats sollte eine Umstellung auf digitale Aktien vorausgehen.»

Von den etablierten KMU steht in der Schweiz zurzeit jedes fünfte in den kommenden Jahren vor einem Besitzerwechsel – Tendenz steigend. Grund dafür ist das näher rückende Pensionierungsalter vieler Unternehmer der Babyboomer-Generation. Reto Leisi dazu: «Am besten stellt man in einer ruhigen Phase auf digitale Aktien um – bevor es eilt, weil die Nachfolge sich aufdrängt.»

Start-ups dagegen kennen meist keine ruhigen Phasen. Gerade solchen, die mehrere Finanzierungsrunden durchlaufen werden, empfiehlt Reto Leisi gleich von Anfang an das digitale Aktienregister. Denn sind die Eigentumsverhältnisse nicht klar, ist es für ein Start-up schwierig, an Kapital zu gelangen.

Dementgegen bieten digitale Aktien eine unkomplizierte Lösung. «So oder so, digitale Aktien bieten für fast jedes Unternehmen ab einer gewissen Grösse des Aktionariats einen nicht zu unterschätzenden Vorteil für ihre Aktienzertifikate», resümiert der Credit Suisse Berater.