Export Schweiz: Ausfuhr mehrheitlich in reife Märkte

Exportieren in reife Märkte: mit USP und Swissness

Ein grosser Teil der Exporte aus der Schweiz wird in reife Märkte ausgeführt. Entspre­chend wichtig sind sie für die KMU. Allerdings sind diese Märkte zusehends gesättigt. Wie es dennoch gelingt, Produkte und Dienstleistungen erfolgreich in reife Märkte zu exportieren.

Export aus der Schweiz erfolgt mehrheitlich in reife Märkte

Reife Märkte sind für den Export aus der Schweiz zentral. Fast die Hälfte aller Ausfuhren geht in die EU. An zweiter Stelle folgen die USA. «Alleine die beiden an die Schweiz grenzenden deutschen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern importieren doppelt so viele Schweizer Produkte wie China», betont Sascha Jucker, Ökonom der Credit Suisse, die Bedeutung der reifen Märkte. Diese sind weit entwickelt und verfügen über eine hohe Kaufkraft. Die kulturelle und teils geografische Nähe zur Schweiz erleichtert es, Waren in entwickelte Länder auszuführen. Nicht zuletzt unterstützen wirtschaftliche Stabilität und langjährige Handelsbeziehungen den beständigen Erfolg.

Dennoch ist es falsch zu glauben, es wäre einfach, Produkte und Dienstleistungen in reife Märkte auszuführen. Denn meist sind es gesättigte Märkte. Es herrscht ein grosser Wettbewerbsdruck und selbst Nischen sind häufig bereits besetzt. Gleichzeitig sind die Kunden äusserst anspruchsvoll. Deshalb müssen Schweizer KMU in diesen Ländern von Anfang an mit ihren Produkten und Dienstleistungen überzeugen.

Export Schweiz: die wichtigsten Länder

Die wichtigsten Exportländer der Schweiz

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

Ausfuhr in reife Märkte mit klarer USP

Für Schweizer Unternehmen, die in reife Märkte exportieren möchten, ist eine klare USP zentral. Gegenüber der Konkurrenz müssen sie sich deutlich positionieren und mit starken Produkten und Dienstleistungen überzeugen. Gefragt sind insbesondere innovative Produkte. Als innovativstes Land der Welt befindet sich die Schweiz diesbezüglich in einer guten Ausgangslage.

Neben Nachhaltigkeit ist der grosse Megatrend derzeit ganz klar die Digitalisierung. Beispielsweise suchen Kunden in Grossbritannien stets nach digitalen Lösungen – sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich. Bei der Vermarktung müssen Schweizer Exporteure ebenfalls digital denken. So ist E-Commerce in den USA und in Kanada ein wichtiger Verkaufskanal, in Südkorea ist Home-TV-Shopping beliebt.

Kundenbedürfnisse beim Export ins Zentrum rücken

Überhaupt gilt es, besonders beim Exportieren in reife Märkte die Kundenbedürfnisse zu kennen und zu erfüllen, sei es betreffend Marketing, Lieferfristen oder Serviceleistungen. So sind in den USA Lieferzeiten von einigen Stunden heute Standard. In Japan ist vor allem der Aftersales-Service zentral. Support wird rund um die Uhr verlangt.

Je nachdem muss auch das Preismodell angepasst werden. Zwar handelt es sich bei reifen Märkten um kaufkräftige Volkswirtschaften. Doch sind zum Beispiel Kunden in Deutschland deutlich preissensibler als in der Schweiz. Auch in südeuropäischen Ländern, wie Italien, Frankreich oder Spanien, ist der Preis ein wichtiges Kaufkriterium. Selbst in Hochpreisländern, wie Australien und Neuseeland, werden die Preise zunehmend hinterfragt. Hier drängt günstige Konkurrenz aus dem nahen Asien auf den Markt.

Geschäftsmodell für die Ausfuhr überdenken

Reife Märkte weisen zwar eine gewisse kulturelle Nähe zur Schweiz auf. Dennoch müssen beim Export länderspezifische Eigenheiten berücksichtigt werden. Dies gilt besonders für südeuropäische Länder, in denen viel Wert auf persönliche Beziehungen gelegt wird. Dort arbeiten Schweizer Exporteure am besten mit lokalen Verkaufspersonen oder lokalen Partnern zusammen. Dasselbe gilt auch für weiter entfernt liegende Märkte, wie z. B. Australien und Neuseeland.

In manchen Ländern bilden zudem rechtliche Bestimmungen eine Stolperfalle. Diesbezüglich besonders gefordert sind KMU, die nach Nordamerika ausführen. Nicht nur sind die Vorschriften oftmals strenger, sie sind in den USA und Kanada auch fast immer unterschiedlich. Deshalb müssen sich Unternehmen, die in reife Märkte exportieren möchten, gut mit den örtlichen Besonderheiten auseinandersetzen. Allenfalls muss beim Export aus der Schweiz das Geschäftsmodell angepasst werden.

Qualität beim Export aus der Schweiz ist ein wichtiges Kriterium

Zentral ist in reifen Märkten insbesondere die Qualität der exportierten Produkte und Dienstleistungen. Diesbezüglich geniesst «Swissness» einen guten Ruf. Im Ausland ist «Made in Switzerland» als Gütesiegel ein wichtiges Verkaufsargument. «Es steht für Qualität, Exklusivität, Tradition und neuste Technologie», so der Ökonom Sascha Jucker. Wenn Schweizer KMU also auch künftig konsequent auf Schweizer Qualitätsstandards setzen – vom Produkt über den Lieferanten bis hin zum Service – stehen die Chancen gut, dass sie weiterhin erfolgreich in reife Märkte ausführen können.

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