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Schweizer Brillen von Götti prägen Gesichter rund um den Globus

Götti verkauft Brillen auf der ganzen Welt. Doch nicht überall gestaltete sich der Export gleich einfach. Wie Götti mit Handelshemmnissen umging und welche Märkte das Schweizer Unternehmen als Nächstes erobern will.

Exportieren war für Götti von Anfang an zentral  

Die Wurzeln des heutigen Brillenlabels Götti liegen in der Luzerner Altstadt. Dort verkaufte der Optiker Sven Götti vor 25 Jahren die ersten Brillen seiner eigenen Kollektion. Die minimalistischen, linearen und edlen Brillen gefielen den Kunden, sodass schon bald der Wunsch aufkam, die Brillenkollektion auch anderen Händlern anzubieten. Im Laufe der Zeit wurde aus dem ursprünglichen Dreimannbetrieb ein KMU mit 30 Mitarbeitenden am Hauptsitz in Wädenswil und ebenso vielen Angestellten auf Provisionsbasis im Aussendienst.

Die ersten Brillen liess Sven Götti in führenden Manufakturen in Deutschland und Japan herstellen und präsentierte diese an internationalen Messen. «Wir vermarkten unsere Brillen nicht aktiv. Die Erfahrung zeigt: Wenn der Markt reif ist für unsere Brillen, geht es automatisch.» In der Anfangszeit waren Brillen von Götti vor allem in Deutschland und Holland gefragt. Mit der Zeit kamen immer mehr Märkte dazu. Das Erfolgsrezept: «Freude an der Arbeit und der Entwicklung. Wir sehen Projekte als Herausforderungen an, die wir wahrnehmen. Diese Authentizität kommt gut an.»

Götti spürt wenige Handelshemmnisse in Europa

Rund 60 Prozent aller Brillen exportiert Götti in die EU. «Zu Beginn war es ganz einfach, innerhalb von Europa zu exportieren. Es brauchte ein Zollformular. Das war’s», sagt Sven Götti dazu. Heute gebe es viel mehr Kontrollen und Richtlinien. Mit diesen muss man sich auseinandersetzen, wenn man im Export keine Schwierigkeiten möchte. «Die Zollgeschichte ist wichtig geworden. Es geht um viel Geld», ergänzt Kerstin Vogt. Sie ist bei Götti für den internationalen Handel zuständig.

Schlüsselfaktoren im Handel mit der EU waren für Götti eine eigene deutsche Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sowie die Zollidentifikationsnummer. Mit der Zollidentifikationsnummer sind Sammelverzollungen möglich. Sonst müsste jedes einzelne Paket am Zoll angemeldet werden. Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wiederum ermöglicht eine einfachere Abrechnung der Mehrwertsteuer. «Früher mussten die Empfänger unserer Brillen die Mehrwertsteuer direkt bei Erhalt der Ware zahlen. Nun kann diese einfacher abgerechnet werden», erklärt Kerstin Vogt.

Export aus der Schweiz in die EU erfolgt bei Götti via Deutschland

Sämtlichen Export in die EU wickelt Götti über Deutschland ab. Das erwies sich dank der genannten Registrierungen als praxistauglich. «Wichtig ist, sich mit den entsprechenden Prozessen auseinanderzusetzen und die Gebühren zu zahlen», betont Kerstin Vogt. Das Schweizer Zollamt ist für Kerstin Vogt diesbezüglich ein wichtiger Ansprechpartner. So zum Beispiel auch bei Veränderungen wie jenen vor drei Jahren, als in Deutschland das Zollgesetz angepasst wurde.

Wir vermarkten unsere Brillen nicht aktiv. Die Erfahrung zeigt: Wenn der Markt reif ist für unsere Brillen, geht es automatisch.

Sven Götti, Designer und CEO

Der Export in die USA war für Götti eine Herausforderung

Schwieriger als in die EU war der Export in die USA. Lange Zeit versuchte Götti mithilfe von Aussendienstmitarbeitenden in den Vereinigten Staaten Fuss zu fassen, bis sich die Erkenntnis festigte: «Wir müssen in den USA den gleichen Service bieten wie in Europa», so Sven Götti. Deswegen gründete Götti vor knapp einem Jahr in den USA eine eigene Firma. «Das war anspruchsvoll. Die Initialkosten waren hoch», sagt Sven Götti. Allein die Registrierung bei der Food and Drug Administration (FDA) kostet jährlich eine hohe Summe. Diese ist erforderlich, weil Brillen medizinische Hilfsmittel sind.

Dennoch hat sich die Gründung der Tochterfirma in den USA gelohnt. Der Export ist deutlich einfacher und der Service direkter geworden. Zum Beispiel muss beim Handel innerhalb der USA keine Steuernummer angegeben werden. «Diese Nummer gibt der Amerikaner nicht gerne bekannt», weiss Kerstin Vogt aus Erfahrung. «Deshalb ist es für uns einfacher, wenn wir Pakete direkt aus New York versenden können.» Gleichzeitig ist Sven Götti froh, die Firma noch vor der Verschärfung der Zollbestimmung durch Donald Trump gegründet zu haben: «Die Gründung erfolgte zum richtigen Zeitpunkt. Es war aber schon vorher schwierig. Wir hatten uns im Kreis gedreht.»

Götti fertigt Brillen für den Export nach Asien in der Schweiz

Expansionspläne hat Götti auch in Asien. Dies dank neuem 3D-Druck-Verfahren. Bis vor wenigen Jahren war das Unternehmen eine reine Entwicklungs- und Handelsfirma mit Manufakturen im Ausland. Vor einigen Jahren begann Sven Götti jedoch, mit der Technologie des 3D-Drucks zu experimentieren. Daraus sind zwei Kollektionen entstanden, die heute bereits ein Viertel der gesamten Produktion ausmachen.

Diese Brillen aus dem 3D-Drucker seien besonders interessant für den Export nach Asien. Einerseits werden die Brillen vollständig in der Schweiz produziert, was in Asien gut ankommt. Andererseits können die mittels 3D-Druck hergestellten Brillen besser als konventionelle Brillen an die Physiognomie der Asiaten angepasst werden. «Mit den neuen Kollektionen erhoffen wir uns den Durchbruch in Asien», gibt sich Sven Götti zuversichtlich. Dies erst recht, da es beim Export aus der Schweiz nach Asien dank Freihandelsabkommen kaum Handelshemmnisse gibt.

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