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So gelingt der Export: eine Checkliste in zehn Schritten

Der Export ist für Schweizer KMU Chance und Herausforderung zugleich. Nachfolgende Checkliste hilft Ihnen beim Erschliessen neuer Märkte. Schritt für Schritt erfahren Sie, was Sie bei Ihrem Exportvorhaben beachten müssen.

1. Definieren Sie die Ziele für den Aussenhandel

Zuerst müssen Sie Ihre Exportziele definieren. Folgende Fragen können dabei helfen: Wieso wollen Sie mit Ihrem KMU exportieren? Wie steht es um die finanziellen und personellen Ressourcen? Wie viel können und wollen Sie investieren? Der Schritt in den Export ist nur zu empfehlen, wenn das Stammunternehmen gesund aufgestellt ist, denn die Exporttätigkeit setzt Zeit und Kapital voraus.

2. Suchen Sie ein geeignetes Exportland

Sind die Ziele definiert, können Sie nach einem geeigneten Land für Ihr Exportvorhaben suchen. Sammeln Sie Basisinformationen über Länder, die für den Export infrage kommen. Wichtig sind insbesondere wirtschaftliche, politische und rechtliche Rahmenbedingungen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft bietet in kostenlosen Ländersteckbriefen einen Überblick über die Wirtschaftslage und die bilateralen Beziehungen der wichtigsten Handelspartner der Schweiz. Ist ein Wunschland gefunden, lohnt sich eine Reise dorthin, um die eigenen Vorstellungen zu validieren.

3. Analysieren Sie die Konkurrenzsituation

Ein häufiger Fehler von KMU, die erstmals exportieren, besteht darin, die Konkurrenz zu unterschätzen. Deshalb muss mithilfe einer Konkurrenzanalyse das Potenzial des Produkts im neuen Markt ermittelt werden. Welche nationalen und internationalen Unternehmen sind vor Ort präsent? Hat es Platz für einen weiteren Anbieter? Wie können Sie sich von der Konkurrenz abheben?

Ich empfehle, einen Businessplan mit klaren Meilensteinen zu erstellen und sich wirklich nur realistische Ziele zu setzen.

Stefan Gerig, Leiter des Bereichs Export Finance der Credit Suisse

4. Erarbeiten Sie einen Export-Businessplan

Erstellen Sie einen Businessplan für den Aussenhandel. Mit welcher Strategie wollen Sie den neuen Markt erschliessen? Welche Chancen und Risiken gibt es? Welche Mittel stehen zur Verfügung und mit welchen Einkünften ist zu rechnen? Definieren Sie die geplanten Massnahmen inklusive eines Zeitplans. Informationen sowie Vorlagen und Muster sind auf der Credit Suisse Business Easy Plattform verfügbar.

5. Stellen Sie die Finanzierung für den Export sicher

Die ersten Einkünfte aus dem Export lassen teils lange auf sich warten. Deshalb ist es wichtig, die Finanzierung für diese Zeit sicherzustellen. Die Credit Suisse unterstützt KMU mit massgeschneiderten Krediten und Finanzprodukten. So können KMU beispielsweise die Zeit bis zur Bezahlung der zu exportierenden Produkte überbrücken.

6. Suchen Sie einen geeigneten Partner

Exportieren geht nicht alleine. Partner vor Ort sind wichtig. Diese können KMU helfen, sich zu vernetzen, Produkte zu vertreiben oder eine Zweigstelle aufzubauen. Machen Sie sich deswegen rechtzeitig auf die Suche nach möglichen Handelspartnern. Dabei helfen kann Switzerland Global Enterprise (S-GE). Die Organisation verfügt in vielen Märkten über ein gutes Beziehungsnetz und bringt mögliche Partner zusammen.

7. Prüfen Sie die Zollbestimmungen für den Aussenhandel

Für den Vertrieb von Produkten im Ausland sind nicht zuletzt die Zollbestimmungen entscheidend. Zollabgaben, Mehrwertsteuer und weitere Gebühren können den Gewinn aus dem Verkauf von Produkten deutlich schmälern. Informieren Sie sich, ob Ihre Produkte unter ein Freihandelsabkommen fallen und welche Dokumente Sie für eine Ausfuhr benötigen. Für KMU ist zudem oftmals entscheidend, ob sie ihre Produkte als «Swiss made» bezeichnen dürfen. 2017 wurden die «Swissness»-Bestimmungen verschärft.

8. Informieren Sie sich vor dem Export über die Vorschriften

In vielen Ländern gelten neben Zollbestimmungen weitere Vorschriften bezüglich Produkten, Vertrieb oder Steuern. Diese Handelshürden haben jüngst sogar zugenommen. Zwar sollten sich KMU nicht davon abschrecken lassen, sich aber gut darüber informieren.

9. Sichern Sie sich gegen Exportrisiken ab

Export ist immer mit gewissen Risiken verbunden, egal wie gut durchdacht die Exportstrategie ist. Das können beispielsweise politische, wirtschaftliche, logistische oder administrative Risiken sein. Um das Unternehmen nicht zu gefährden, kann es sinnvoll sein, sich abzusichern. Schützen können sich KMU beispielsweise mit der Schweizerischen Exportrisikoversicherung des Bundes. Wer Geschäftsbeziehungen mit dem Ausland unterhält, ist auch dem Risiko von Wechselkursänderungen ausgesetzt. Die in allen Regionen der Schweiz angesiedelten Handelsteams und Spezialisten der Credit Suisse stehen Ihnen für die Beantwortung jeglicher Fragen zum Thema Devisen zur Verfügung.

10. Rechnen Sie für den Export genügend Zeit ein

Aussenhandel funktioniert nicht von heute auf morgen. Rechnen Sie genügend Zeit ein, um Ihr Unternehmen und Ihr Produkt in einem Land zu etablieren. Überprüfen Sie zudem in regelmässigen Abständen Ihren Businessplan. Entwickeln sich die Geschäfte wie gewünscht und sind Sie noch im Zeitplan? Falls sich die Geschäfte ganz anders entwickeln als erwartet, sollten Sie auch einen Abbruch der Exportpläne ins Auge fassen, bevor Sie viel Kapital verlieren.