Handelshemmnisse: Wo der Export aus der Schweiz für KMU schwierig ist

Export nach Brasilien. Schweizer KMU straucheln.

No risk, no fun – Schweizer KMU exportieren am häufigsten dahin, wo es am schwierigsten ist. Doch inwiefern ist der Export aus der Schweiz von den handelsverzerrenden Massnahmen wirklich betroffen und welche Länder bergen die meisten Handelshemmnisse für Schweizer KMU? Die KMU-Studie 2019 klärt auf.

Schweizer Export fokussiert auf Deutschland

Schweizer KMU exportieren am häufigsten in europäische Märkte. Das ergibt die Umfrage der KMU-Studie der Credit Suisse 2019. Dabei übertrumpft Deutschland alle weiteren Destinationen und stellt somit den bedeutendsten Exportmarkt für Schweizer KMU dar. Neben Europa sind die Exporte der befragten KMU stark auf den amerikanischen Markt ausgerichtet.

Auf die USA folgt, wenn auch mit etwas Abstand, der Ferne Osten. China und Südostasien sind dort die bedeutendsten Exportdestinationen. Interessant, denn ein verhältnismässig hoher Anteil der befragten KMU gab an, Exporte nach China in der Vergangenheit zwar in Betracht gezogen, dann aber wieder verworfen zu haben. Dies dürfte auf den von China implementierten handelsverzerrenden Massnahmen beruhen. Auch Süd- und Mittelamerika sind vermehrt Exportmärkte der Schweizer KMU. Hierhin exportiert ein beachtlicher Anteil von fast 20 Prozent der Befragten.

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KMU exportieren am häufigsten nach Deutschland

Anteil der befragten Unternehmen, der in die jeweilige Destination exportiert – in Prozent.

Zu den nicht eingefärbten Ländern sind keine Angaben vorhanden.

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2019

Favoriten der Schweiz weisen die meisten Handelshemmnisse auf

Doch wo stellen sich den Schweizer KMU die grössten Hürden? «Seit der Finanzkrise werden pro Jahr über tausend neue Handelshemmnisse registriert», sagt Alfonso Orlando, Leiter ExportHelp bei Switzerland Global Enterprise. Die grossen Übeltäter am Handelshorizont scheinen aber Deutschland und die USA zu sein – die zwei wichtigsten Exportdestinationen für Schweizer KMU. Denn Deutschland sowie die USA weisen seit 2009 die höchste Anzahl an implementierten handelsverzerrenden Massnahmen auf. Und auch China belegt in dieser Kategorie einen der obersten Ränge. Doch inwiefern sind Schweizer KMU von den Handelshürden und den protektionistischen Massnahmen betroffen?

KMU beim Handel in Europa kaum betroffen

Tatsächlich gab es für 54 Prozent der KMU, die nach China exportieren oder exportieren wollten, gewisse oder sogar grosse Handelshemmnisse. Auch beim Export in die USA sei fast die Hälfte der befragten Unternehmen mit solchen Handelshürden konfrontiert. Für Europa hingegen bietet sich ein gänzlich anderes Bild: Schweizer KMU scheinen beispielsweise eher selten von den zahlreichen durch den deutschen Staat implementierten protektionistischen Massnahmen betroffen zu sein.

Noch weniger Handelshemmnisse als die weiteren Nachbarländer sowie die restliche EU weist aus Sicht der befragten KMU Grossbritannien auf. Schwieriger gestalten sich nach Angaben der befragten KMU jedoch Exporte nach Russland oder Brasilien. Dort erfahren jeweils über 60 Prozent der KMU gewisse bis grosse Handelshemmnisse.

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Wo treffen KMU die grössten Handelshemmnisse an?

Einschätzungen der Handelshemmnisse der befragten KMU, die in die jeweilige

Destination exportieren oder es in der Vergangenheit oder Zukunft geplant haben.

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2019

Grossbritannien bleibt für den Export aus der Schweiz interessant

In Zukunft dürfte Grossbritannien in der Bedeutung für Schweizer KMU zu den USA aufschliessen. Denn so einige Unternehmen planen, ihre Exporttätigkeiten nach Grossbritannien zu stärken. Aus der Befragung geht hervor: Einzig ein harter Brexit könnte der Entwicklung Grossbritanniens zu einem florierenden Exportmarkt für Schweizer KMU Steine in den Weg legen.

Erfahren Sie in der Studie mehr zu den Handelshemmnissen und den Massnahmen, die KMU ergreifen können

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