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Einhörner und Gazellen. Zahlen und Fakten zu Firmengründungen in der Schweiz

Jährlich 40’000 neu gegründete Unternehmen, 400 davon sind schnell wachsend. Welche Gegebenheiten in der Schweiz sind innovationsfördernd und wo gibt es Verbesserungspotenzial? Und: Was haben Einhörner und Gazellen mit Start-ups zu tun?

Das Einhorn und die Gazelle – das Fabel- und das Steppentier – stehen in der Finanz- und Start-up-Terminologie für zwei Arten von erfolgreichen Jungunternehmen. Die Gazelle bezeichnet sogenannte High-Growth-Unternehmen, die während dreier Jahre ein Beschäftigungswachstum von über 20 Prozent verzeichnen und am Ende dieser Wachstumsperiode höchstens fünf Jahre alt sind. Das Einhorn ist, wie man weiss, sehr selten. Es bezeichnet Firmen, die mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet werden. Zu den berühmtesten Einhörnern der vergangenen Jahre zählen Uber, Airbnb, Snapchat und Pinterest. Aus der Schweiz stieg erst ein Start-up in Einhornsphären auf: MindMaze. Das Neuro-technologie-Unternehmen hilft Hirnschlagpatienten mittels Virtual-Reality-Technologie bei der Genesung.

Firmengründungen in Zahlen

Nicht jedes in der Schweiz gegründete Unternehmen kann und soll indes gleich eine Gazelle oder ein Einhorn sein. Jährlich entstehen in der Schweiz rund 40’000 neue Firmen.

87

aller Neugründungen entfallen auf den tertiären Sektor

82

der neuen Gründungen stellen einen einzelnen Arbeitsplatz

15

beschäftigen zwei bis vier Mitarbeitende

2

stellen mehr als fünf Arbeitsplätze

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Erhebung von 2015.

Die meisten Arbeitsplätze wurden in der Region Genfersee neu gegründet, dicht gefolgt von Zürich und der Region Mittelland. Am wenigsten verzeichnet das Tessin.

Mehr als die Hälfte der Firmen, nämlich 56,4 Prozent, wurde bei der letzten BFS-Erhebung von Männern ins Leben gerufen. Doch die Frauen holen auf, wie ein Vergleich mit früheren Erhebungen zeigt. 9,8 Prozent aller Unternehmen wurden von Frauen und Männern gemeinsam gegründet, 33,8 Prozent von Frauen allein.

Innovationsland Schweiz

Der Wirtschaftsstandort Schweiz ist für Start-ups attraktiv, was auch unterschiedliche Innovationsrankings abbilden. So belegt die Schweiz im Global Entrepreneurship and Development Index (GEDI) von 2017 den zweiten Platz hinter den USA. Und im Global Competitiveness Report 2016–2017 des World Economic Forum besetzt sie sogar den ersten Platz. Die am häufigsten genannten Gründe, welche die Schweiz zu einem Innovations-Hotspot machen, sind folgende:

  • geografische Lage im Zentrum Europas
  • Mehrsprachigkeit
  • hohe Lebensqualität
  • liberale Gesetzgebung
  • gut ausgebildete Arbeitskräfte
  • erstklassige Hochschulen, insbesondere die beiden ETHs
  • hohe private Investitionen in Forschung und Entwicklung
  • enge Kooperation zwischen Wirtschaft, Politik und Hochschulen

Zu diesem Schluss kommt auch der von den Universitäten St. Gallen, Zürich und Basel gegründete Swiss Start-up Monitor. Der Report 2015/2016 sieht indes Verbesserungspotenzial in den folgenden Bereichen:

  • Die Start-up-Unterstützung im Bereich der Fachhochschulen ist verbesserungswürdig.
  • Die meisten Start-up-Initiativen beschränken sich auf die Schweiz, nur wenige bieten Unterstützung für ein globales Wachstum.
  • Geber von Risikokapital sind in der Schweiz vorhanden und unterstützen junge Unternehmen. Allerdings ist es für Start-ups in einer sehr frühen Phase («seed stage») eine Herausforderung, an Kapital zu gelangen.
  • Unternehmertum als Haltung und berufliche Möglichkeit wird in allen Ausbildungsstufen an Schulen und Hochschulen meist nur marginal bis gar nicht vermittelt.

Kritischer als der WEF-Report fällt das Ranking der Weltbank «Doing Business» zum Thema Unternehmensfreundlichkeit aus, das die Schweiz auf Rang 33 platziert. Verbesserungspotenzial macht dieser Bericht insbesondere in den regulatorischen Bereichen aus:

  • beim Schutz von Investoren
  • beim Gründungsvorgang
  • beim Erhalten von Baubewilligungen

Wachstumsstarke Unternehmen: das einzigartige eine Prozent

Besonders innovative Firmen sind fast immer gleichzusetzen mit wachstumsstarken Unternehmen. Eine Studie von ECOPLAN und dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO klassifiziert wachstumsstarke Unternehmen nach Eurostat-/OECD-Richtlinien wie folgt:

Medium- und High-Growth Enterprises

Unternehmen, deren Zahl der Beschäftigten während dreier Jahre im Durchschnitt mindestens 10 Prozent pro Jahr gewachsen ist und die davor bereits zehn Beschäftigte hatten.

High-Growth Enterprises

Wie Medium- und High-Growth Enterprises, aber mit einem Beschäftigungswachstum von mindestens 20 Prozent pro Jahr.

Gazellen

High-Growth-Enterprises, die zudem am Ende einer dreijährigen Wachstumsperiode höchstens fünf Jahre alt sind.

Gemäss der Studie zählen in der Schweiz 12 Prozent aller Unternehmen, meist Start-ups, mit mehr als zehn Angestellten zur ersten Kategorie der Medium- und High-Growth Enterprises, weitere 3,5 Prozent sind bei den High-Growth-Unternehmen angesiedelt. Zusätzliche 0,2 bis 0,8 Prozent bzw. 80 bis 400 Firmen gehören zu den Gazellen.

Mit einer Zahl von 400 stark wachsenden Unternehmen auf 100’000 Unternehmen pro Einwohner liegt die Schweiz deutlich vor den meisten Vergleichsländern. Die Credit Suisse fördert diese Entwicklung aktiv: Als Bank für Unternehmer fördert sie junge und schnell wachsende Unternehmen nicht nur mit den auf Start-ups ausgerichteten Bankdienstleistungen, sondern auch mit ihrem Netzwerk.

So ist die Credit Suisse Partner des prestigeträchtigen «TOP 100 Swiss Startup Award», bei dem jährlich die 100 vielversprechendsten und innovativsten Unternehmen gekürt werden. Auf dieser Liste zu erscheinen, setzt oftmals eine Art positive Kettenreaktion in Gang, die den jungen Unternehmen bei weiteren Finanzierungs-runden hilft.

Ein Blick auf die Unternehmen der TOP-100-Liste zeigt: Die Chancen stehen nicht schlecht, dass das derzeit einzige Einhorn der Schweiz bald mit einigen anderen auf der Start-up-Wiese grasen wird.

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