Silvio Inderbitzin und Gabriela Inderbitzin Gründer Dachstiftung Symphasis CS Unternehmer Erfolgsgeschichte

Symphasis Foundation: Eine eigene Stiftung ohne Aufwand

Silvio und Gaby Inderbitzin gründeten vor zwei Jahren unter der Dachstiftung Symphasis der Credit Suisse ihre eigene Stiftung Edusiga. Heute verhilft ihr Kapital jährlich einer Reihe von kenianischen Jugendlichen zu einem Gymnasialabschluss und damit zu einem Leben mit mehr Optionen.

Vor drei Jahren haben Sie Ihr Unternehmen verkauft und anschliessend eine Stiftung gegründet. Was bewog Sie dazu?

Dank unternehmerischem Erfolg geht es uns finanziell gut. Als Schweizer durften wir hier von den ausgezeichneten Startbedingungen profitieren, diese Möglichkeit haben nicht alle! Wir möchten gerne auch anderen Menschen, die nicht dieses Glück hatten, eine Starthilfe bieten.

Warum haben Sie sich für die Gründung einer eigenen Stiftung entschieden? Sie hätten ja auch bestehende Spendenorganisationen unterstützen können?

Das tun wir bereits seit Jahren. Wir möchten nun einen grösseren Betrag mit nachhaltiger Wirkung einsetzen. Dabei ist uns wichtig, mitbestimmen zu können, wie das Geld verwendet wird. Mit einer eigenen Stiftung ist das möglich.

Dafür nehmen Sie einen grösseren bürokratischen Aufwand in Kauf?

Das dachten wir erst auch! Nun haben wir unsere Substiftung aber unter einer der Dachstiftungen der Credit Suisse, der Symphasis, gegründet. Die Dachstiftung übernimmt die gesamte Verwaltung, auch das Regulatorische gegenüber den Behörden, inklusive der meisten Kosten. Uns bleibt nur das Angenehme: Die jährliche Vergabesitzung, an der wir bestimmen, wofür wir das Geld im folgenden Jahr einsetzen wollen. Auch andere Banken bieten solche Dachstiftungen, aber bei der Credit Suisse waren wir bei der Wahl des Stiftungszweckes komplett frei.

Silvio und Gabriela Inderbitzin

Silvio und Gabriela Inderbitzin, beide Pharmazeuten, diskutieren gerne miteinander. Über den Stiftungszweck ihrer eigenen Stiftung waren sie sich indes rasch einig.

Und wofür haben Sie sich entschieden?

Unser Stiftungszweck heisst: «Unterstützung der Bildung bedürftiger Kinder, speziell in Entwicklungsländern». Ausschlaggebend war das Flüchtlingselend, das uns bewegte. Wir wollten aber nicht einfach Nothilfe leisten, sondern haben uns überlegt, was die Situation nachhaltig verbessern könnte und kamen zum Schluss: Mit Bildung kann langfristig eine bessere Ausgangslage geschaffen werden.

Auch um politisch etwas bewegen zu können?

Indirekt vielleicht schon. Wir können zwar keinen Krieg verhindern, aber mit einem höheren Bildungsstand kann die Chance für eine selbstbestimmte Existenzgrundlage erhöht werden. Das ist noch keine Garantie, aber eine wichtige Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben.

Welche Organisationen unterstützen Sie aktuell?

Das ist hauptsächlich Aiducation. Wir profitieren auch hier von der Erfahrung von Symphasis, welche schon länger mit Aiducation zusammenarbeitet und deren Arbeit überprüft. Aiducation ermöglicht Jugendlichen in Kenia den Besuch der privat zu bezahlenden Gymnasien und schliesst damit eine Lücke zum Universitätszugang – aber ausschliesslich für motivierte Schüler aus den Top Ten des Jahrgangs.

Wir können zwar keinen Krieg verhindern, aber mit einem höheren Bildungsstand kann die Chance für eine selbstbestimmte Existenzgrundlage erhöht werden.

Silvio Inderbitzin 

Ihnen war es ja anfangs wichtig zu sehen, was genau mit Ihrem Kapital passiert. Inwiefern ist das nun möglich?

Wir erhalten einen sehr detaillierten Einblick. Aber bevor wir eine definitive Entscheidung fällten, war es uns wichtig, die Arbeitsweise von Aiducation kennenzulernen, ebenso das Schweizer Management und einen kenianischen Jugendlichen im Programm. So trafen wir einen Absolventen, welcher nach Abschluss der Schule einen Velokurierdienst mit heute drei Angestellten in Mombasa aufgebaut hat. Eine andere Absolventin studiert an der Uni und baute daneben in ihrem Heimatdorf mit einem Kredit von Aiducation eine Fischzucht auf. Beeindruckt von den Leistungen bin ich heute selber Ambassador für Aiducation.

Erfahren Sie von den Schülern, die aktuell von Ihnen unterstützt werden, wo sie gerade stehen?

Ja. Über ein persönliches Log-in können wir auf der Website von Aiducation halbjährlich die neuen Zeugnisse und Berichte, oft auch Videobotschaften der Schüler einsehen.

Die Glücksforschung sagt, Geben mache glücklich. Empfinden Sie das auch so?

Das können wir auf jeden Fall bestätigen! Geben kann in vielen Formen sehr befriedigend sein, es muss auch nicht immer Geld sein. Wenn man zum Beispiel Studenten als Mentor seine Erfahrung weitergeben, bei Start-ups mithelfen und diese weiterbringen kann, wenn man für jemanden über Kontakte Türen öffnet, dann ist das sehr beglückend.