Digitales lernen: Schweizer KMU verändert mit KI das Lernen

Ein Tessiner KMU entwickelt das Lernen der Zukunft. Mit Digitalisierung und KI. 

Die interaktiven Simulationen der Lifelike SA ermöglichen in Kombination mit künstlicher Intelligenz neue Formen digitalen Lernens. Das ist ein zügiger, womöglich sogar der einzige Weg sicherzustellen, dass das Geschäft der Ausbildungsbranche, die von den Auswirkungen des Lockdowns auf sämtliche Präsenzlehrveranstaltungen so schwer getroffenen wurde, weiterläuft. Nichtsdestotrotz blieb die Firma nicht von den Folgen der Corona-Krise verschont. Andrea Laus, CEO des Schweizer KMU, erläutert in der aktuellen KMU-Studie der Credit Suisse, welche Herausforderungen das vergangene Jahr für sein Unternehmen bereithielt. 

Mit Simulationen der Lifelike SA digital lernen

Mit dem Einsatz von interaktiven Videos und künstlicher Intelligenz gehört die Lifelike SA aus Chiasso weltweit zu den Pionieren für digitales Lernen und die Verhaltensentwicklung. Die im Standardangebot enthaltenen bzw. die massgeschneiderten Simulationen des Tessiner KMU eröffnen neue Möglichkeiten beim Training von Soft Skills für Angestellte in Unternehmen und werden speziell sowohl im Unternehmensbereich als auch – überraschenderweise – im Gesundheitswesen eingesetzt.

«Die neuen Technologien sind in diesem Bereich grundlegend», sagt CEO Andrea Laus im Interview zur aktuellen KMU-Studie. «Die Pandemie hat uns zwei Dinge gezeigt: Einerseits die Bedeutung von Ärzten und Pflegekräften, die auch in der Kunst, ihren Patienten durch das Gespräch emotionalen Beistand zu leisten, immer besser geschult sind, und andererseits, dass herkömmliche Schulungsformate, die die Präsenz im Klassenzimmer erforderlich machen – drastisch ausgedrückt – wirklich schwierige Zeiten durchmachen.»

Schweizer KMU musste wegen COVID-19 komplett umplanen

Doch trotz der Tatsache, dass die Firma auf digitale Produkte setzt, wurde auch sie von den Folgen der Corona-Krise und des Lockdowns erfasst. Einerseits fielen durch die Reisebeschränkungen die regelmässigen persönlichen Kontakte mit den Kunden im Ausland, die den Grossteil des Kundenstamms des KMU ausmachen, weg. Zudem gab es 2020 einen mehrmonatigen Stopp bei den Dreharbeiten der Videos, die unerlässlich für die Entstehung des Produkts sind, was die Auslieferung vieler bereits geplanter Projekte verzögert hat. «Auch die Unsicherheit der Kunden belastete uns», sagt der CEO. «Von heute auf morgen haben viele Kunden ihre Geschäftstätigkeit eingestellt, während sie auf sichere Informationen warteten, die der um sich greifenden Panik Einhalt gebieten könnten.» Viele Projekte, auch solche, die bereits lange geplant waren, wurden deshalb vorläufig eingestellt und mussten angepasst werden.

Infolgedessen musste natürlich das Budget neu geplant werden. «Da wir im Online-Bereich tätig sind, wussten wir, dass unsere Lösungen ohnehin als erste wieder implementiert werden würden, und so ist es uns gelungen, nicht in Panik zu geraten», erklärt der CEO. «Und tatsächlich haben wir schon im letzten Quartal 2020 allmählich wieder einen Nachfrageanstieg festgestellt. Natürlich hat diese Situation jede Menge Schwierigkeiten mit sich gebracht, aber es ist beruhigend zu sehen, dass wir nicht falsch lagen.» Es zeige, dass das Unternehmen mittelfristig von den Veränderungen infolge der Pandemie profitieren könne. Denn, so Andrea Laus: «Wir befinden uns am Anfang einer Zeit, in der Ferntreffen zunehmend zum Normalfall werden. Wenn sich die räumliche Nähe verringert, wird es also umso wichtiger zu lernen, wie man bessere Gespräche führt. Das ist es, was wir tun: Wir helfen den Menschen, besser zu kommunizieren. Im Nachhinein wird unser Produkt also noch nützlicher sein als vorher.»

Mit Digitalisierung das Lernen effizienter gestalten

Für die Zukunft ist der Firmenchef zuversichtlich. Digitale Schulungen würden Präsenzschulungen zwar nicht ersetzen, sondern höchstens ergänzen, sagt Andrea Laus. Aber digitale Technologien wie die Lernsimulationen mit künstlicher Intelligenz der Lifelike SA machen das Lernen effizienter, nicht nur an Schulen und Universitäten, sondern speziell auch im Bereich der Weiterbildung in Unternehmen und im Gesundheitswesen.

Für den Hauptbezugsmarkt USA hat das Unternehmen zwei Schwerpunkte definiert, auf die es sich in Zukunft fokussieren will. «Beim ersten handelt es sich um Fortbildungen zum Thema der sozialen Inklusion», so der CEO. «Es geht darum, Personen darin zu trainieren, ihren ‹unconscious bias›, also unterbewusste falsche Annahmen gegenüber anderen, zu überwinden, und zwar durch bessere Gespräche.» Der zweite betrifft den Bereich des «Managing without authority». Sprich, wenn Arbeitnehmende im Team Koordinierungsaufgaben übernehmen, obgleich sie sich auf derselben hierarchischen Ebene befinden. «Dies erfordert eine sehr ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit», betont Andrea Laus.

Welche Lehren das Schweizer KMU aus der Krise zieht

Um eine Krise erfolgreich zu meistern, müsse ein Unternehmer etwas paranoid sein, sagt der CEO, und immer an das Schlimmste denken, während er auf den Best Case hinarbeitet. «Ausserdem darf man niemals aufgeben, und muss in der Lage sein, Schwierigkeiten vorherzusehen sowie den Mitarbeitenden ein sicheres Gefühl zu geben.»

Die Corona-Krise stellte Andrea Laus nicht nur vor Herausforderungen, der Unternehmer konnte auch Lehren aus dieser Zeit ziehen. «Erstens kann man auch ohne das tägliche Ritual, ins Büro zu gehen, gut arbeiten. Und zweitens wäre alles in allem keine Pandemie nötig gewesen, um das zu begreifen.» Die Krise gab ihm die Chance, festgefahrene Überzeugungen zu hinterfragen und neue Pfade auszuprobieren. Wenn die Geschichte etwas lehre, dann dass man aus einer dunklen Zeit immer gestärkt heraustrete, sagt Andrea Laus. «Doch um das zu schaffen, muss man die Kraft und den Willen für Veränderungen haben.»

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