Wirtschaftswachstum der Schweiz: Exporte aus der Schweiz gebremst

Die Zeit des starken Wachstums für die Schweizer Wirtschaft ist vorbei

Die globalen Märkte schwächeln. Das trifft auch die Schweizer Wirtschaft. Nach dem vergangenen Rekordjahr nimmt die Nachfrage nach Exporten nur noch verhalten zu. Einzig der private Schweizer Binnenkonsum schafft Wachstumsimpulse. Die Credit Suisse senkt ihre Wachstumsprognose.

2018 erreichte das Wirtschaftswachstum der Schweiz seinen Höhepunkt

Im vergangenen Jahr expandierte die Schweizer Wirtschaft so stark wie seit acht Jahren nicht mehr. Mit einem Plus von 2,5 Prozent übertraf das Wirtschaftsjahr 2018 sogar das Wachstum von 2014. Dieses belief sich kurz vor der Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses auf 2,4 Prozent. Während das erste Halbjahr 2018 von einer schwungvollen Dynamik zeugte, folgte in der zweiten Jahreshälfte die Stagnation. Eine nur schwache Nachfrage aus dem Ausland drückte das Exportwachstum nach unten. Nur die zyklusunabhängigen Pharma-Exporte konnten den Abschwung etwas mildern.

Schweizer Wirtschaft wird von Pharma-Exporten gestützt

Pharma-Exporte stützen die Schweizer Wirtschaft

Wachstum gegenüber Vorjahr (3-Monats-Durchschnitt)

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Die Nachfrage nach Exporten aus der Schweiz sinkt

Der globale Wachstumsrückgang wirft auch 2019 seine Schatten auf die Schweizer Wirtschaft. Das Credit Suisse Exportbarometer, welches die konjunkturelle Lage in den Abnehmerländern misst, ist deutlich gesunken. Wirtschaftliche Schwierigkeiten in Europa, aber auch China sind für den Rückgang verantwortlich. Allein die USA tragen das Exportbarometer noch. Daher dürfte sich das Exportwachstum dieses Jahr weiter abschwächen. Die Prognose der Experten liegt bei 2,5 Prozent. Das entspricht dem tiefsten Wert seit 2015.

Export Schweiz: Allein die USA tragen das Exportbarometer

Das Exportbarometer wird nur noch von den USA getragen

In Standardabweichungen bzw. Wachstumsbeiträgen

Quelle: PMI Premium, Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Investitionen in die Schweizer Wirtschaft mit wenig Dynamik 

Eine verhaltene Exportnachfrage korrespondiert oft mit einer geringen Investitionsbereitschaft. Daher werden auch keine zusätzlichen Wachstumsimpulse durch Investitionen in Anlagen und Maschinen erwartet. Bauinvestitionen dürften ebenfalls nur eine marginale Wachstumsbeschleunigung liefern. Denn es herrscht weiterhin ein Überangebot im Mietwohnungsmarkt. Der Bedarf ist somit weitgehend gedeckt und neue Aufträge sind selten. 

Das Wirtschaftswachstum der Schweiz schwächt sich ab

Einzig die Konsumnachfrage wächst. Sie dürfte von der guten Arbeitsmarktlage und der daraus folgenden Kaufbereitschaft gestützt werden. Auch die leicht stärkere Zuwanderung könnte die Nachfrage steigern. Die Experten gehen deswegen von einem erhöhten Konsumwachstum von 1,0 Prozent im Vorjahr auf 1,4 Prozent aus.

Das erhöhte Konsumwachstum wird die schwächelnde Exportwirtschaft aber nicht komplett ausgleichen können. Daher dürfte das Wirtschaftswachstum der Schweiz dieses Jahr niedriger ausfallen als im Vorjahr. Die Credit Suisse senkt im Zuge dessen ihre Wachstumsprognose von 1,7 Prozent auf 1,5 Prozent.

wachsende-zuwanderung-in-die-schweiz-erhoeht-die-beschaeftigung

Migration
Wachsende Zuwanderung in die Schweiz erhöht die Konsumnachfrage 

Die positive Wirtschaftslage des letzten Jahres stoppte den seit 2014 andauernden Einwanderungsrückgang. Nun steigt die Migration wieder an. Das dürfte für mehr Beschäftigung sorgen, welche schlussendlich die Konsumnachfrage erhöht. Experten rechnen mit einer Nettozuwanderung von und 55’000 Schweizern und Ausländern.