STAF bietet Chancen für innovative Schweizer KMU

Die STAF verändert die Steuerlandschaft. Eine Chance für innovative KMU. 

Die Unternehmenssteuerreform hat durch die Abschaffung bestehender Steuerprivilegien und die Einführung von neuen Instrumenten wie der Patentbox für viele KMU in der Schweiz grosse steuerliche Auswirkungen. Unternehmen, die geschickt vorgehen, können die Änderungen im Zuge der STAF zu ihrem Vorteil nutzen. 

STAF hat das steuerliche Umfeld für KMU stark verändert

Mit dem Inkrafttreten der Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) am 1. Januar 2020 hat sich die Steuerlandschaft für Schweizer Unternehmen grundlegend verändert. Einerseits wurde die privilegierte Besteuerung von Statusgesellschaften abgeschafft, damit das Steuersystem weiterhin mit internationalen Regeln konform bleibt. Andererseits haben die Kantone neue Instrumente wie die Patentbox oder Abzüge für Forschungs- und Entwicklungsaufwände eingeführt, welche die steuerliche Belastung senken.

Doch was bedeuten diese Änderungen für Schweizer KMU? Wie können sie auf die Reform reagieren und deren Chancen bestmöglich nutzen? Aufschluss gibt André Bieri, Tax Partner und Markets Leader Switzerland & Liechtenstein bei Ernst & Young, in einer Breakout Session am 3. Unternehmerkongress 2020 der Credit Suisse.

Holdings stellen sich nach der Unternehmenssteuerreform die Standortfrage

Mit Abschaffung der Holdingbesteuerung im Rahmen der STAF müssen die Gewinne solcher Gesellschaften ordentlich besteuert werden, statt wie bis anhin zu einem reduzierten Satz von 8,5 Prozent. Als Reaktion darauf haben die meisten Kantone die ordentlichen Steuersätze für Unternehmen reduziert, was auch zu Verschiebungen im Standortwettbewerb der Kantone führte.

Eine Verlegung oder sogar eine Auflösung der Holding kann im neuen Umfeld daher steuerlich sinnvoll sein. «Betroffene KMU müssen sich genau überlegen, ob der jetzige Standort der Holding noch der richtige ist. Oder ob sie überhaupt noch gebraucht wird», erklärt André Bieri.

3. Unternehmerkongress der Credit Suisse 

Auswirkungen der Steuerreform auf den Mittelstand – nach der Reform ist vor der Reform 

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Infolge der Unternehmenssteuerreform senkten viele Kantone die Gewinnsteuern

Infolge der Unternehmenssteuerreform senkten viele Kantone die Gewinnsteuern 

Gewinnsteuersätze in den Kantonen vor und nach Umsetzung der STAF

Quelle: Ernst & Young

Patentbox bietet Chancen für innovative KMU

Besonders für Firmen, die über eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung verfügen, bieten sich im Rahmen der STAF weitere Instrumente zur Steueroptimierung. So können Unternehmen dank der Patentbox ihre steuerliche Bemessungsgrundlage um bis zu 90 Prozent der Erträge aus eigenen Patenten vermindern. Die Höhe dieses Abzugs ist allerdings von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Ausserdem müssen die Patente bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit sie berücksichtigt werden können.

So müssen die relevanten Forschungs- und Entwicklungsausgaben in der Schweiz angefallen sein. Die Patente müssen gemäss OECD-Vorgaben neu, nützlich und nicht offensichtlich sein. Nicht jedes Unternehmen kann also gleichermassen davon profitieren. Ob sich der Aufwand für Dokumentation und Beantragung lohnt, sollte daher im Vorfeld genau überprüft werden.

Mit F&E-Abzügen zusätzlich von der Unternehmenssteuerreform profitieren

Das zweite Instrument, mit dem innovative KMU neue Steuererleichterungen beantragen können, sind die Abzüge auf effektiv angefallene Forschungs- und Entwicklungsaufwände. Auf diesen Aufwänden kann je nach Kanton ein Steuerabzug von bis zu 50 Prozent gewährt werden. Bei einem F&E-Aufwand von 200’000 Franken könnte eine Firma ihren steuerbaren Gewinn also um bis zu 100’000 Franken verringern.

Da die Kantone die Einführung der Zusatzabzüge für F&E ganz unterschiedlich umsetzen, können KMU durch eine Reorganisation unter Umständen Steuern sparen. «In vielen Familienunternehmen ist die Forschung und Entwicklung auf verschiedene Geschäftsteile verteilt», erläutert André Bieri. Eine Zentralisierung dieser Funktionen in einem Kanton, in dem das Unternehmen auch hohe Gewinne ausweist, könne signifikante Steuervorteile mit sich bringen.

KMU sollten Massnahmen zur Unternehmenssteuerreform zeitig prüfen

Die Änderungen im Zuge der Steuerreform beschäftigen viele Unternehmen in der Schweiz, effektive Massnahmen haben allerdings längst noch nicht alle umgesetzt. In einer Umfrage unter den Teilnehmenden am Unternehmerkongress gaben 88 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen von der Reform betroffen ist. Dagegen sagten nur 48 Prozent, dass bereits Massnahmen ergriffen oder geplant wurden.

«Das Thema ist in den Köpfen», so André Bieri. Viele Firmen stellten sich aber die Frage, ob sich der Aufwand dafür lohnt. Er rät Unternehmern beim Thema Unternehmenssteuerreform eines: «Beschäftigen Sie sich damit.» Denn KMU, die rechtzeitig die Weichen stellten und entsprechende Vorbereitungen träfen, könnten schon bald von den steuerlichen Massnahmen und Optimierungen profitieren.

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