Coronavirus bremst das Wirtschaftswachstum und schwächt die Wirtschaftslage

Die Coronakrise bremst das Schweizer Wirtschaftswachstum aus

Die Schweizer Wirtschaft steht vor schwierigen Monaten. Der Ausbruch des Coronavirus und die in der Folge beschlossenen Massnahmen werden das Wirtschaftswachstum bremsen. Eine Rezession ist so gut wie sicher. Bis Ende Jahr sollte sich die Wirtschaftslage wieder etwas erholen können.

Das Virus stürzt die Schweiz in eine kurze Rezession

Das Coronavirus hat die globale Wirtschaft fest im Griff und dürfte auch die Schweizer Konjunktur in eine Rezession stürzen. Zumindest kurzfristig scheint infolge des staatlich verordneten Lockdown und der geringeren Exportnachfrage ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung unvermeidbar. Die Credit Suisse geht infolge der Coronakrise von einem Rückgang des Schweizer BIP von 0,5 Prozent im Jahr 2020 aus.

Exportwirtschaft leidet unter der schwierigen Wirtschaftslage

Die Folgen der Krise dürften in den nächsten Monaten die Schweizer Exportwirtschaft unmittelbar treffen. Während mit China ein wichtiger Absatzmarkt die Talsohle bereits durchschritten haben dürfte, stehen die wichtigen europäischen Handelspartner sowie die USA erst in der Anfangsphase des Abschwungs. Vor allem die erwartete Rezession in Europa beeinträchtigt die Nachfrage nach Schweizer Gütern stark.

Insgesamt dürften die Gesamtexporte der Schweizer Unternehmen in diesem Jahr aber weniger stark abnehmen als in der globalen Rezession im Jahr 2009. Das liegt unter anderem daran, dass die Pharmaexporte mittlerweile einen grösseren Anteil an den Warenexporten ausmachen. Sie reagieren kaum auf kurzfristige konjunkturelle Schwankungen im Ausland und tragen so zu einer gewissen Stabilität bei. Dennoch wird alleine die absehbare Abkühlung der Weltwirtschaft das Schweizer BIP-Wachstum um rund 0,7 Prozent verringern.

Wachsender Exportanteil der Pharmabranche stützt Wirtschaftslage

Pharmaexporte stützen die Wirtschaftslage 

Anteil der Pharmaexporte an den Gesamtausfuhren steigt seit Jahren an

In Mia. CHF pro Jahr, Anteil Pharma in %, rechte Skala

Abnahme beim privaten Konsum bremst das Wirtschaftswachstum

Noch stärker dürfte in den nächsten Monaten der private Konsum innerhalb der Schweiz betroffen sein. Rund ein Drittel der durchschnittlichen Konsumausgaben fliessen hierzulande in Güter und Dienstleistungen, die derzeit weniger nachgefragt werden oder deren Konsum gar nicht mehr möglich ist. Die Konsumquote dürfte sich aber rasch wieder normalisieren, sobald der Lockdown aufgehoben werden kann.

Denn einerseits deuten die Prognosen auf eine positive Entwicklung bei den Nominallöhnen und eine negative Inflation. Anderseits dürfte sich die für die Konsumentenstimmung wichtige Arbeitsmarktlage stabil zeigen. Die Arbeitslosenquote sollte bis Ende Jahr nur leicht auf 2,9 Prozent ansteigen – dies dank dem Einsatz von Kurzarbeit. Trotzdem dürfte der private Konsum im Jahresdurchschnitt zum ersten Mal seit 1993 wieder sinken. Damit entfällt ein wichtiger Puffer für das Schweizer Wachstum zumindest vorübergehend.

Wirtschaftswachstum und privater Konsum nehmen 2020 stark ab

Corona-Ausbruch erschwert die Wirtschaftslage im Jahr 2020 massiv

Prognose zum Schweizer Wirtschaftswachstum

Quellen: Bundesamt für Statistik (BFS), SECO, Credit Suisse

Wirtschaftswachstum dürfte 2021 wieder anziehen

Um eine noch tiefere Rezession zu verhindern, muss der Ausbruch rasch unter Kontrolle gebracht werden. Wichtig für die Stabilisierung der Konjunktur ist zudem, dass umfangreiche Massnahmen zur Abfederung der Folgen des notwendigen Lockdown ergriffen werden. In diesem Fall dürfte der Einbruch der Wirtschaftsleistung schwächer sein als derjenige von 2009.

Unter der Annahme, dass die aktuelle Ausnahmesituation nur bis Mitte Mai andauert und sich anschliessend wieder entspannt, dürfte sich die Wirtschaftslage bereits gegen Ende 2020 wieder aufheitern. Für 2021 könnte es in diesem Fall dank der globalen Stimulusmassnahmen durchaus auch zu einem Überschiessen des Wachstums kommen. Sollte die Pandemie allerdings länger anhalten als erwartet, ist eine längerfristige Wachstumsschwäche wahrscheinlich.

Einbruch des Wirtschaftswachstums ist schwächer als 2009

Die erwartete Rezession ist schwächer als 2009

Erwarteter Einbruch des BIP wegen Corona im historischen Vergleich

Quellen: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Credit Suisse