Der Export nach Deutschland ist einfach – und doch anspruchsvoll

Der deutsche und der Schweizer Markt sind sich sehr ähnlich. Dennoch müssen Schweizer KMU beim Export nach Deutschland einige Herausforderungen meistern. Wieso ein klarer USP zwingend ist und welche weiteren Besonderheiten es zu beachten gilt.

Export nach Deutschland hat für Schweizer KMU hohen Stellenwert

Deutschland ist für Schweizer KMU der mit Abstand wichtigste Exportmarkt. 2017 wurden für über 41 Milliarden Franken Produkte ins Nachbarland exportiert. 2018 dürfte der Export nach Deutschland ähnlich hoch ausfallen: In den KMU-Exportperspektiven von Switzerland Global Enterprise (S-GE) gaben 83 Prozent der KMU an, auch in den nächsten sechs Monaten Waren oder Dienstleistungen nach Deutschland exportieren zu wollen. Zudem bewerten Schweizer KMU den Export nach Deutschland als vergleichsweise einfach.

Mit den EU-Ländern besteht seit 1973 ein Freihandelsabkommen. Dennoch ist es wichtig, sich im Vorfeld mit den Zollbestimmungen auseinanderzusetzen. Grundlage dafür ist die Zolltarifnummer des Produkts. Diese kann auf der Website der Eidgenössischen Zollverwaltung (tares.ch) ausfindig gemacht werden. Dort erfahren Sie auch, ob Ihr Produkt in eine Kategorie mit spezieller Regelung fällt. Selbst unauffällige Artikel wie beispielsweise ein Elektroschalter oder ein Lampenschirm können in eine Gefahrenkategorie fallen und müssen beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) registriert werden.

Exportieren nach Deutschland kostet Zeit

Für manche Produkte braucht es zudem eine Zertifizierung, damit sie in Deutschland zugelassen sind, so unter anderem für elektrische Geräte, Messgeräte und Medizinprodukte sowie für Schutzausrüstungen. Diese Zertifizierung können Sie in der Schweiz oder in Deutschland beantragen, da die Schweiz und die EU ein entsprechendes Abkommen abgeschlossen haben. In anderen Bereichen wie zum Beispiel bei Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland Regulatoren, die den Export erschweren. Im Zweifelsfall lohnt es sich, bei der Eidgenössischen Zollverwaltung nachzufragen.

Diese Beispiele zeigen: Selbst wenn Sie nur ins Nachbarland Deutschland exportieren möchten, sind Abklärungen und Registrierungsverfahren nötig. Diese sind zeitintensiv und teuer. Schnell kommt ein Betrag von mehreren Zehntausend Franken zusammen. Der Export nach Deutschland muss deshalb wie jeder neue Markteintritt gut durchdacht werden. Eine Checkliste kann bei der Vorbereitung helfen.

Für den Export nach Deutschland braucht es einen klaren USP

Dank des Freihandelsabkommens ist der Export aus der Schweiz nach Deutschland vergleichsweise einfach. Der Markt selber dagegen ist anspruchsvoll. Denn in den meisten Branchen ist dieser bereits gesättigt. Nur mit einem klaren Alleinstellungs-merkmal haben Schweizer KMU Chancen, ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung zu etablieren.

Schweizer Präzisionsarbeit und Qualität reichen allerdings nicht mehr aus. Denn auch die Deutschen stellen hochwertige Produkte her. Meist sind Schweizer Fabrikate zudem teurer als die Konkurrenzprodukte aus Deutschland. Die Produkte müssen daher einen klaren Mehrwert oder Vorteile bieten. Wollen Sie nach Deutschland exportieren, kann es sinnvoll sein, Ihre Marke zu registrieren. Das steigert die Glaubwürdigkeit Ihres Unternehmens und verhindert, dass Kopien erstellt werden.

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