Silvio Mariani Senior Leasingspezialist CS Lösung für Unternehmen Leasing

Dank Leasing effizienter und kostensparender produzieren

Die Credit Suisse (Schweiz) AG bietet seit über 50 Jahren Leasing im Schweizer Markt an und ist aufgrund des breit gefächerten Angebotes auch Markführer. Leasing ist auch für Firmen im Trend und immer mehr KMU setzen dieses Instrument als mögliche Finanzierungsform ein. Silvio Mariani, Senior Leasingspezialist bei der Credit Suisse (Schweiz) AG, erklärt, warum gerade die Baubranche die Leasingvorteile sehr schätzt und welches Potential generell hinter Leasing steht.

Die Credit Suisse ist hier an der Luzerner Baumag, einer Messe für die Baubranche, mit einem Stand und Kundenberatern vertreten. Was tun Leasingspezialisten einer Bank hier?

Silvio Mariani: Für uns als Bank für Unternehmer ist die Baumaschinenbranche sehr wichtig. Wir informieren an Messen wie der Baumag über die Finanzierungsform Leasing und besuchen an den Ständen unsere Kunden, also die Hersteller, Importeure oder Lieferanten von Baumaschinen. Für die Endkunden, also die Abnehmer dieser Produkte gilt es, sehr effizient zu arbeiten und technologisch auf dem neusten Stand zu sein. Das bedingt oftmals eine sofortige Investition in Baumaschinen. Dafür eignet sich Leasing sehr gut. Darum haben wir hier vor Ort Spezialisten, die zu diesen Finanzierungen Fragen beantworten und beraten.

Mit welchen Fragen und Feedbacks wurden Sie in diesen Tagen konfrontiert?

Es waren grundsätzliche Fragen zum Besitz der Geräte, zu den monatlichen Kosten, anfallenden Zinssätzen und zum Ablauf des Leasings. Feedbacks erhalten wir zweierlei: es sind überwiegend positive Stimmen von Unternehmern, die froh sind, mit Spezialisten über Finanzierungsmöglichkeiten sprechen zu können.

Die Credit Suisse bietet schon seit 50 Jahren Leasing an. Trotzdem scheint diese Art von Finanzierung bei KMU noch nicht sehr gängig zu sein.

Früher herrschte tatsächlich die Meinung vor, dass Leasing nur etwas für zu wenig liquide Unternehmen sei. Heute gilt es neben Barzahlung, Lieferantenkredit oder Kreditaufnahme als eine gebräuchliche Finanzierungsform, die auch schon nur aus steuertechnischen Gründen Sinn macht. Zudem: wir schliessen Leasinggeschäfte nur mit Kunden mit guter Bonität ab.

Leasing sollte heute also als Teil des gesamten Finanzierungsmix‘ eines KMU betrachtet werden?

Absolut, ja. Wie bereits erwähnt, ist Leasing für KMU hier bei uns in der Schweiz zwar noch nicht so populär, aber als ein weiterer Baustein im Finanzierungsmix hat es grosses Potenzial.

Welche Vorteile bringt Leasing?

Der Unternehmer ist nur der Besitzer, die Bank der Eigentümer des geleasten Objektes. Er besitzt also die vollen Nutzungsrechte trotz weniger gebundenem Geld. Der Unternehmer least beispielsweise eine Baumaschine und zahlt dann mit seinem monatlichen Gewinn aus seinen Dienstleistungen die Leasingsrate ab, wobei er liquid bleibt, um die Löhne, Miete der Liegenschaften und Benzin zu begleichen. In der Leasingbranche nennt man dieses Konzept „pay as you earn“. Zudem sind die anfallenden Kosten sehr genau planbar. Ein weiterer Vorteil ist sicher die Möglichkeit, dass eine Firma nach 5 Jahren sich wieder für die neuste Technologie entscheiden, dadurch viel effizienter und allenfalls sogar kostensparender arbeiten kann.

Welche Art von Leasing bietet die Credit Suisse an?

Wir kennen zwei Modelle; das Vendor- und das Investitionsgüterleasing. Beim Vendor Leasing kann unser Leasingpartner zusätzlich zu seinen Produkten seinen Kunden eine Finanzierung in Form von Leasing oder Miete zur Verfügung stellen. Das führt für beide Seiten zu mehr Geschäftsoptionen. So haben wir in der Schweiz eine grosse Anzahl «Vendor-Partner» in verschiedenen Branchen, die uns in ihre Geschäfte miteinbeziehen und wir ihnen wiederum zu mehr Umsatz verhelfen. Das zweite Modell ist das Investitionsgüter. Hier least der Unternehmer direkt für sich selbst ein Objekt, beispielsweise Kranen oder Pistenbullies, aber auch Bergbahnen oder Zahnarztstühle.

In Kürze wird bei Credit Suisse ja die Möglichkeit des Online Leasings lanciert.

Richtig, das Investitionsgüter- und Fahrzeugleasing wird ab Juni 2017 für den Kunden digital zugänglich und erlaubt es den Kunden innert kürzester Zeit unverbindliche sowie verbindliche Angebote selbst zu erstellen. Die digitale Welt erlaubt eine papierlose Abwicklung der Verträge. Zudem werden die generierten Dokumente auf dem neuen Online-Banking-Portal für Firmenkunden, Credit Suisse Direct Business, jederzeit verfügbar sein.

Wie weit reicht Ihre Beratung?

Sobald die Laufzeiten, die Zinssätze und die Eigenmittel des Kunden klar sind, beraten wir den Kunden im finanziellen Bereich von A bis Z. Wir mischen uns aber in keine Unternehmerentscheide ein, beispielsweise in die Produktepallette. Den Vertrag, die ganzen Verhandlungen bezüglich Preisen und Rabatten macht unser Leasingnehmer wiederum selbst, alle Dokumente ausser der Rechnung lauten auf ihn. Viele andere Leasingfirmen wollen, dass alle Verträge auf sie lauten.

Können Sie mir ein erfolgreiches Beispiel eines Leasings nennen?

Ja, kürzlich konnten wir einer Maschinenbaufirma, die Wollmaterialteile für Bahnen herstellt, für 1,25 Millionen Franken Maschinen verleasen. Die Firma hat mit uns Kontakt aufgenommen, weil sie den hohen Auftragseingang mit den alten Produktionsmaschinen nicht mehr bewältigen konnte, durch einen Umzug aber nicht genug liquid war, um neue Maschinen zu beschaffen. Ein Grosskunde dieser Firma drohte, bei nicht rechtzeitiger Lieferung bei gleicher Qualität abzuspringen. Deshalb hat die Firma entschieden, Drehbank, Produktionsmaschine, CNC Maschine und Roboter für den Einsatz zu leasen. Die Anlagen wurden letzten Monat geliefert. Die Firma konnte ihren Kunden halten und die alte Maschine sogar als Occasion verkaufen. Sie ist mit dem Gesamtresultat sehr zufrieden.

Kauft die Credit Suisse Occasionsgeräte auch zurück?

Ja, das nennt sich Sale-and-lease-back-Geschäft. Wenn Objekt und Bonität des Leasingnehmers stimmen, kann er praktisch alles, was schon mal von einer Firma gekauft wurde und nicht zu alt ist, an uns verkaufen, und sich so Liquidität verschaffen. Beispielsweise kaufen wir einen zweijährigen Kranen, der 300‘000 Franken gekostet hat, ein, und verleasen ihn wieder an die selbe Firma. Nach Ablauf dieses Leasinggeschäftes muss das Gerät wieder demjenigen gehören, der es uns verkauft hat.

Welches Verhalten gegenüber Leasing hat sich in den letzten Jahren innerhalb der Branchen entwickelt?

Branchen, die früher Leasing eher negativ gegenüber standen, haben ihre Meinung weitgehend geändert. Da ist beispielsweise die Gesundheitsbranche, deren Interesse stark angestiegen ist in den letzten Jahren. In unserem Portfolio haben wir heute sehr viele Ärzte, Spitäler, Kliniken und Altersheime, die mittlerweile von Geräten für Computertomographie und Implantatherstellung bis hin zu kompletten Praxiseinrichtungen alles leasen. Auch hier wird wieder klar: Mit einem Leasing besteht kein grosses Risiko, in einen Liquiditätsengpass zu kommen, es muss nur ein monatlicher Umsatz vorhanden sein, damit eine Investition tragbar ist.

Die Bank refinanziert also im Hintergrund und entschärft somit eine gewisse Kapitalbindung?

Leasing-Lösungen bieten einerseits die Überbrückung einer temporären Ressourcenknappheit wie Raum oder Infrastruktur. Sie sind aber auch langfristige Finanzierungsmöglichkeiten; So gibt es von auf Jahre hinaus aufbauende Leasing-Lösungen für eine Bergbahn bis hin zur kurzfristigen Überbrückung einer Produktionsknappheit durch Leasing einer Anlage fast für alles eine Lösung.