Export: Pandemie trifft Unternehmen im Schweizer Export hart

Corona-Krise trifft Schweizer Export. Nachfrageeinbruch macht KMU zu schaffen.

Die Corona-Krise trifft im Export tätige Schweizer KMU hart. Während die Stimmung im Schweizer Export auf ein Rekordtief fällt, verzeichnet auch die Nachfrage einen markanten Einbruch. In welchen Branchen Schweizer Exportunternehmen aufatmen dürfen und wo bis zur Erholung noch Geduld gefragt ist.

Stimmung im Schweizer Export ist gedämpft

Trotz der vom Bund zur Unterstützung der Wirtschaft eingeführten Instrumente lässt die Corona-Krise den Schweizer Export nicht unbeschadet. In der aktuellen Umfrage von Switzerland Global Enterprise (S-GE) gaben über 80 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sich die Krise negativ auf ihr Geschäft ausgewirkt hat. Die aus der Befragung von rund 200 Unternehmen ermittelte Exportstimmung liegt mit einem Wert von 41 Punkten so tief wie noch nie. Zum Vergleich: Auf der Skala, welche die Exporterwartungen der KMU sowie deren effektive Exporte widerspiegelt, wurde im Dezember 2019 noch ein Wert von rund 65 Punkten verzeichnet.

Während die Erwartungen an den Export für 2020 zu diesem Zeitpunkt noch optimistisch hoch lagen, gaben nun fast zwei Drittel der befragten KMU an, das 1. Halbjahr 2020 mit einem Rückgang der Exporttätigkeiten abzuschliessen. Nur eine Minderheit von 19 Prozent konnte in den vergangenen Monaten tatsächlich mit einem Exportzuwachs rechnen. Zu schaffen machten der Schweizer Exportindustrie insbesondere der Nachfrageeinbruch, die erlittenen Absatz- und Umsatzeinbussen sowie die fehlende Erwartungssicherheit betreffend Dauer der Pandemie und der staatlichen Schutzmassnahmen.

Erwartungen an die Entwicklung des Exports sind verhalten 

Auch für das 2. Halbjahr teilen sich die Meinungen: 38 Prozent der befragten KMU rechnen weiterhin mit einem Rückgang ihrer Exporte. Hingegen erwarten 39 Prozent einen Anstieg und gut 23 Prozent der KMU stellen sich auf eine Stagnation ihrer Exporttätigkeiten ein.

Stimmung im Schweizer Export fällt 2020 stark

Stimmung der im Export tätigen Schweizer KMU erreicht ihren Tiefpunkt

Gewichteter Wert aus 1. HJ 2020 und 2. HJ 2020, Wachstumsschwelle = 50

Quelle: Befragung eines Panels von rund 300 Schweizer KMU durch Switzerland Global Enterprise

Nachfrage nach Schweizer Produkten im Export ist gezügelt

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Schweizer Export sowie der verzeichnete Nachfrageeinbruch zeigen sich auch im Credit Suisse Exportbarometer, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet. Im Vergleich zum letzten Halbjahr verzeichnete dieses seit Beginn des 2. Quartals 2020 einen markanten Einsturz und erreichte im April mit –2,59 Punkten einen mehrjährigen Tiefpunkt. Auch wenn noch deutlich unter der Wachstumsschwelle konnte sich die Statistik im Mai wieder auf –1,54 Punkte hochkämpfen.

Grund für die tiefen Werte dürften der Einbruch der industriellen Produktion sowie ein Investitionsstau bei den Unternehmen sein. Infolge der Pandemie-Schutzmassnahmen mussten Unternehmen ihre Produktionsprozesse einstellen, was zu Unterbrüchen in den internationalen Warenketten geführt hat. Gemäss den Prognosen der Credit Suisse dürfte aber für die Mehrheit der Schweizer Exportunternehmen der Tiefpunkt im April erreicht worden sein.

Export: Exportbarometer der Credit Suisse fällt unter Wachstumsschwelle

Credit Suisse Exportbarometer zeigt markante Auswirkungen auf Export

In Standardabweichungen, Wachstumsschwelle = 0

Quelle: Bloomberg, Datastream, PMIPremium, Credit Suisse / IDC

Die Erholung im Schweizer Export erfordert Geduld

Nichtsdestotrotz könnten Unsicherheiten und Vorsicht, insbesondere bei Investitionsentscheiden der Unternehmen, das Wachstumspotenzial weiterhin hemmen. Auch ist mit einer nach wie vor verhaltenen Stimmung der privaten Konsumenten zu rechnen, weshalb sich Exportunternehmen, die stark von der Konsumentenstimmung abhängig sind, noch etwas länger gedulden müssen, bis die ersehnte Erholung eintreten dürfte.

Nichtsdestotrotz könnten Unsicherheiten und Vorsicht, insbesondere bei Investitionsentscheiden der Unternehmen, das Wachstumspotenzial weiterhin hemmen. Auch ist mit einer nach wie vor verhaltenen Stimmung der privaten Konsumenten zu rechnen, weshalb sich Exportunternehmen, die stark von der Konsumentenstimmung abhängig sind, noch etwas länger gedulden müssen, bis die ersehnte Erholung eintreten dürfte.