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1e-Vorsorgepläne: Vermögensaufbau optimieren

Seit Oktober 2017 bestehen neue Möglichkeiten zum optimierten Vermögensaufbau anhand der sogenannten 1e-Pläne. Diese geben Anlegern und Unternehmen neue Freiheiten in der Gestaltung ihrer Vorsorge.

Das Vorsorgevermögen gehört schon lange zur meistprivilegierten Vermögensmasse von Unternehmen – sowohl aus steuerlicher Sicht als auch in Bezug auf das Konkursprivileg. Im Oktober 2017 hat der Gesetzgeber die 1e-Pläne neu geregelt. Damit ergeben sich neue taktische Vorteile für Unternehmer und versicherte Kaderleute.

Was sind 1e-Vorsorgepläne?

Die Bezeichnung «1e-Pläne» leitet sich vom Artikel 1e in der Verordnung über die berufliche Vorsorge (BVV 2) ab. Die meisten Arbeitnehmer verwahren den grössten Teil ihres Vermögens in ihrer Pensionskasse. Seit 2006 ist es bei einigen Kassen möglich, bezüglich der Anlagestrategien im überobligatorischen Bereich mitzureden – vorausgesetzt, der Versicherten-Jahreslohn beträgt mindestens 126’900 Franken*. Weil bis vor Kurzem das gesamte Anlagerisiko bei den Kassen lag, propagierten diese die 1e-Lösungen bisher allerdings wenig. Die im Herbst 2017 erfolgte Gesetzesänderung behob diese Asymmetrie: Neu profitieren die Versicherten nicht nur von den Chancen ihrer Anlagestrategie, sie tragen auch die Risiken.

Wahlfreiheit und Renditechancen

Für Versicherte mit einem Einkommen von über 126’900 Franken bieten die 1e-Vorsorgepläne eine Reihe von Vorteilen: Das 1e-Vorsorgevermögen ist vom bestehenden Pensionskassenvermögen vollständig segregiert. Das bedeutet, jeder Versicherte spart in seinen eigenen «Topf», ähnlich wie in der 3. Säule. Aufgrund der demografischen Entwicklung und der Zinssituation muss er keine Umverteilungseffekte in die Basiskasse mehr in Kauf nehmen. Zudem ist jeder frei, seine Anlagestrategie selbst aus bis zu zehn Optionen zu wählen, von denen mindestens eine risikoarm sein muss. Eine positive Performance wird dem Anleger direkt gutgeschrieben. Ferner lässt sich auf die Kosten der Anlagen sehr direkt Einfluss nehmen – auf lange Sicht ein entscheidender Faktor beim Vermögensaufbau.

Eher konservativ oder eher risikofreudig?

Bei der Anlagestrategie ist eine eingehende Beratung zu empfehlen. Auch sollte die Strategie regelmässig überprüft werden, denn jeder Versicherte profitiert zwar von den Chancen, trägt aber auch das Risiko selbst: Die Entscheidung, ob jemand eine konservative Anlagestrategie oder eine riskantere Strategie mit höheren Renditechancen wählt, sollte mit der persönlichen Gesamtsituation abgestimmt werden. So bietet sich etwa kurz vor der Pensionierung möglicherweise der Wechsel in risikoärmere Anlagen an. Das Interessante aber ist: Die Strategien können regelmässig gewechselt werden, sollte sich beispielsweise die private Vermögenslage ändern.

Unternehmen: Freisetzen von Eigenkapital

Auch Unternehmen profitieren von den Möglichkeiten der 1e-Vorsorgepläne: Firmen, die gemäss IFRS oder USGAAP rapportieren, müssen für Pensionskassenlösungen in der Schweiz Risiko-Rückstellungen bilden, die das Eigenkapital belasten. 1e ist die einzige Möglichkeit, diese Rückstellungen zu vermeiden, wodurch in der Folge Eigenkapital freigesetzt werden kann. Die 1e-Pläne eignen sich insbesondere auch für Firmeninhaber, welche die Vorsorge als taktisches Instrument einer Entnahmestrategie einsetzen. Hauptsächlich also für Unternehmer, die auf verschiedenen Stufen nicht betriebsnotwendige Reserven halten und bisher zögerten, diese in ihr Privatvermögen zu überführen. Hierbei nicht unwichtig: In ungefähr zwei Jahren wird – sofern das Volk zustimmt – die Steuervorlage 17 in Kraft treten. Dividenden werden dann höher besteuert, als dies heute der Fall ist. Mit der Einzahlung von Dividenden in die 2. Säule kann der Effekt der erhöhten Besteuerung gemildert werden. Die Credit Suisse beobachtet zurzeit, dass sich viele Unternehmen der Thematik durchaus bewusst sind. Dies zeigen auch die seit Herbst 2017 zunehmenden Anfragen zu den Themen 2. Säule und 1e-Lösungen.

Die 2. Säule der Vorsorge: Obligatorium, Überobligatorium und Kadervorsorgernehmer

Kadervorsorge 1e-Pläne

BVG-Überobligatorium

BVG-Obligatorium

Kein BVG

Kadervorsorge 1e-Pläne

Lohn bis CHF 846’000


Kapitalbezug

Rentenbezug in der Regel nicht vorgesehen

 

Lohn bis CHF 126’900

Untergrenze CHF 84’600


Renten- oder Kapitalbezug

Umwandlungssatz wird nach marktwirtschaftlichen Kriterien und mathematisch festgelegt

Lohn bis CHF 84’600

Untergrenze CHF 24’675


Renten- oder Kapitalbezug

Rentenumwandlungssatz gesetzlich geregelt

 

Lohn bis CHF 24’675

 


Rentenbezug

Staatlich geregelt

 

Persönliche Beratung

Kontaktaufnahme
Für Beratungen und Fragen sind wir immer für Sie da, gerne auch persönlich.

* Per 1. Januar 2019 steigt die Eintrittsschwelle (minimaler Jahreslohn) für 1e-Pläne auf 127‘980 Franken.