Unsere Partner Schweizerische Muskelgesellschaft: Motorradausfahrt für einen guten Zweck

Schweizerische Muskelgesellschaft: Motorradausfahrt für einen guten Zweck

Muskelkrank und lebensstark – unter diesem Motto engagiert sich die Schweizerische Muskelgesellschaft für über 10’000 muskelkranke Menschen in der Schweiz. Mit dem Love Ride steht der nächste grosse Event vor der Tür. Janine Meier, selbst muskelkrank und Botschafterin des diesjährigen Love Ride, und Martin Knoblauch, Geschäftsführer der Schweizerischen Muskelgesellschaft, berichten über Erfahrungen und Vorfreude. 

Herr Knoblauch, bald schon steht wieder der Love Ride vor der Tür. Was ist der Love Ride eigentlich?

Martin Knoblauch: Der Love Ride ist die grösste Benefizveranstaltung der Schweizer Biker-Szene: In Seitenwagen oder auf Trikes nehmen Motorrad-fahrer Menschen mit Behinderung mit auf eine Ausfahrt und bereiten jährlich bis zu 300 Erkrankten eine Freude. Neben der Motorradtour gibt es natürlich auch ein Fest. Der Erlös und die Spenden kommen den muskelkranken Menschen zugute.
Die Idee stammt übrigens aus den USA. Zwei Schweizer Töff-Fahrer haben beschlossen, den Love Ride auch in der Schweiz umzusetzen, und fragten bereits im ersten Jahr die Muskelgesellschaft als Partnerin an. Für uns war das natürlich ein Sechser im Lotto.

Welchen Stellenwert hat der Love Ride für die Muskelgesellschaft?

Martin Knoblauch: Der Love Ride ist für uns eine bedeutsame Plattform. Es gibt wenige Formate, an denen so viele Menschen im Rollstuhl mit gesunden Menschen auf Augenhöhe zusammen sind. Der eine fährt Rollstuhl mit vier Rädern und der andere eben Bike mit zwei Rädern. Diese Normalität ist ein ganz wichtiger Teil dieses Events, so werden Berührungsängste abgebaut. Durch den Love Ride kommt auch Geld für Hilfsmittel und Freizeitveranstaltungen für die Erkrankten zusammen. Ausserdem können wir auf Muskelkrankheiten aufmerksam machen.

Frau Meier, Sie sind der Love Ride Eagle des diesjährigen Love Ride. Was ist der Love Ride Eagle und welche Aufgaben haben Sie?

Janine Meier: (lacht) Ja, so ganz genau weiss ich das auch noch nicht. In erster Line fahre ich vorne mit und gebe Interviews.

Wie wird man zum Love Ride Eagle?

Janine Meier: Da kann ich nur für mich sprechen: Bei mir war es so, dass eine Betreuerin auf mich zukam und mich fragte, ob ich mir vorstellen könne, Love Ride Eagle zu werden. Meine energiegeladene Art ist ihr anscheinend aufgefallen. Ausserdem sind mehr Männer als Frauen von Muskelkrankheiten betroffen, deshalb ist ein weiblicher Eagle etwas Besonderes.

Wenn Sie zurückblicken, was ist Ihr eindrücklichstes oder schönstes Erlebnis am Love Ride?

Janine Meier: Aufgrund meiner Schmerzen konnte ich bis jetzt leider nicht mitfahren und war nur Zuschauerin. Aber die anderen mitfahren zu sehen und ihre Freude zu spüren, ist toll – das war für mich das Beste.
Martin Knoblauch: Bei mir war es mein erster Love Ride. Es hat wie aus Kübeln geregnet. Trotzdem kamen die Biker und Erkrankten mit strahlenden Gesichtern von ihrer Ausfahrt zurück, obwohl sie völlig durchnässt waren. Das war ein Anblick, der einfach Freude bereitete.

Herr Knoblauch, wo trifft man die Muskelgesellschaft am Tag des Love Ride an?

Martin Knoblauch: Hauptsächlich sind wir beim Ride-out für die Betroffenen aktiv – sei es organisatorisch oder durch die Betreuung vor dem Start, wie zum Beispiel mit der Ausgabe der Helme. Ausserdem kümmern wir uns um die Koordination unserer externen Helfer, zum Beispiel vom Lions Club oder von der Credit Suisse. Und natürlich finden Sie uns auch an unserem Stand, wo sich alle selber einmal in einen Rollstuhl setzen und einen Fun-Parcours durchfahren können.

Wo ist die Muskelgesellschaft neben dem Love Ride noch aktiv? Welche Angebote oder Events stehen sonst noch auf Ihrem Jahresprogramm?

Martin Knoblauch: Wir haben Angebote, Selbsthilfegruppen oder Kurse für Betroffene. Dabei geht es vor allem darum, mit der Krankheit leben zu lernen. Ausserdem organisieren wir einen Familientag für Gemeinschaften mit betroffenen Kindern. Häufig ist es so, dass die erkrankte Person sehr im Fokus steht. Positive Erlebnisse für die ganze Familie helfen, damit umzugehen. Zudem setzen wir uns für bessere Ausbildungschancen ein. Dank den grossen Fortschritten in der Medizin leben erkrankte Menschen länger und qualitativ gut mit ihrer Behinderung. Deshalb ist es wichtig, dass muskelkranke Jugendliche eine gute Ausbildung erhalten. Darüber hinaus haben wir ein breites Angebot für Angehörige von Muskelkranken und fördern den Austausch.

Was können unsere Leser tun, um die Muskelgesellschaft zu unterstützen?

Martin Knoblauch: Generell sind wir froh, wenn sich Menschen über Muskelkrankheiten informieren und offen auf Betroffene zugehen. Events wie der Love Ride helfen sehr, Berührungsängste abzubauen. Und natürlich freuen wir uns immer über aktive Unterstützung: Sie können beispielsweise Ihre Bonviva Punkte spenden und sich so für Menschen mit Muskelkrankheiten einsetzen. Aber wir sind nicht nur auf finanzielle Hilfe angewiesen. Wir suchen immer auch ehrenamtliche Helfer, zum Beispiel für unsere Ferienlager. Dafür braucht man nicht unbedingt Vorkenntnisse, sondern einfach nur ein offenes Herz.