Unsere Partner Helvetas und das weisse Glück

Helvetas und das weisse Glück

Die Produktion von Bio- und Fairtrade-Baumwolle ist das weisse Glück der Bauern im afrikanischen Mali: Dort setzt sich die Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas unter anderem für den nachhaltigen Anbau von Baumwolle ein. Erfahren Sie, was das den Bauernfamilien bringt, worauf Sie beim Kauf von Baumwollprodukten achten sollten und wie Sie mit dem Projekt «Slow Fashion Container» helfen können. 

Woher kommt eigentlich die Baumwolle der Kleider, die Sie gerade tragen? Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt? Obwohl die Nachfrage nach nachhaltig produzierter Mode steigt, legen wir oft viel zu wenig Wert auf die Herkunft unserer Kleidung.

Der Grossteil der weltweit gehandelten Baumwolle wird in Indien und China produziert, ein weitaus kleinerer Teil der Baumwolle stammt aus Afrika. Während die Baumwollproduktion eine wichtige Einnahmequelle für viele Familien in diesen Ländern ist, setzen hohe Pestizidbelastungen, gentechnisch verändertes Saatgut und niedrige Marktpreise Land und Leuten zu. 

Bio-Anbau mit Perspektive

Im westafrikanischen Mali setzt sich Helvetas für den biologischen und fairen Anbau von Baumwolle ein. Matou Kelly, eine Baumwollbäuerin aus Faragouaran, erklärt: «Bio hat dem Dorf das Tor zum Fortschritt geöffnet. Dem Bio-Anbau verdanken wir Frauen ein Stück eigenes Land und damit ein Stück Freiheit.» Denn die Frauen verdienen mit Bio- und Fair-Trade-Baumwolle rund 80 Prozent mehr als mit konventioneller Baumwolle. Mit dem Mehrgewinn können Sie sich eigenes Land kaufen. Ausserdem lassen sich damit die allgemeinen Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessern: So können Brunnen gebaut und Schulen auf- und ausgebaut werden.

Keine Monokultur

Der Einsatz von Helvetas für den Biolandbau in Mali treibt noch weitere Veränderungen voran: Mobiom (Mouvement Biologique Malien), die Bio-Bewegung der Baumwollbranche Malis, berät die Frauen in landwirtschaftlichen Fragen. Dank Mobiom lernen sie zum Beispiel, wie man aus dem Neem-Baum ein Extrakt zur Schädlingsbekämpfung gewinnt und wie viel günstiger es ist, wenn man mit häuslichem Kompost statt mit eingekauftem Stickstoff düngt. Der Verzicht auf Pestizide schont zudem die Umwelt. Auch die beim Bio-Anbau übliche Drei-Felder-Wirtschaft, bei der neben Baumwolle zum Beispiel Soja, Weizen oder Sesam angebaut wird, stärkt die Unabhängigkeit der Familien.

Wie das T-Shirt wächst 

 «Slow Fashion Container»

Um das Bewusstsein für nachhaltige Mode zu schärfen, hat Helvetas im vergangenen April das Projekt «Slow Fashion Container» ins Leben gerufen. Ziel ist es, via Crowd Ordering einen Container Bio-Baumwolle aus Mali zu kaufen, aus dem 100’000 T-Shirts produziert werden. Die Interessierten können jeden Produktionsschritt online mit Texten, Fotos und Filmen transparent mitverfolgen: von der Aussaat der Baumwolle über die Ernte und das Weben des Stoffes bis hin zum fertigen T-Shirt. Wer heute ein fertiges T-Shirt bestellt, erhält dieses nächsten Frühling – Slow Fashion eben. Entworfen hat die Shirts die britische Designerin Katharine Hamnett, die sich seit Jahren für nachhaltige Mode einsetzt. 

Nachhaltige Mode: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Rund die Hälfte aller Kleidungsstücke ist aus Baumwolle gefertigt oder enthält Bestandteile davon. Beim Kauf von Mode lohnt es sich also, verschiedene Kriterien zu beachten:

Tipp 1: Das Label

Besteht ein Produkt aus Bio-Baumwolle, heisst das nicht, dass dieses auch unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde. Neben anerkannten Gütesiegeln für Bio-Baumwolle, wie GOTS (Global Organic Textile Standard), IVN oder EU-ECO Label, sollten Sie also auch auf das Fairtrade-Zeichen für fair gehandelte Textilien achten. Einen guten Überblick im Label-Dschungel verschafft die Website www.labelinfo.ch.

Tipp 2: Der Produktionsort

Entscheiden Sie sich für Produkte aus regionaler Erzeugung, zumindest EU-weit. Hier sind die Auflagen hinsichtlich Umweltschutz und Sozialstandards strenger. Ausserdem haben diese Produkte aufgrund der kurzen Produktionswege meist eine bessere Ökobilanz. Stammt die Baumwolle aus Übersee, achten Sie darauf, dass die Baumwolle nicht nur unter biologischen, sondern eben auch unter fairen Bedingungen produziert wurde – wie etwa die Produkte von Helvetas.

Tipp 3: Die Langlebigkeit

Kleidung ist kein Wegwerfprodukt: Legen Sie Wert auf Qualität, und kaufen Sie langlebige Textilien, statt auf Schnäppchenjagd zu gehen. Ziehen Sie biologisch produzierte Naturfasern (Wolle, Leinen, Hanf, Baumwolle …) synthetischen Materialien vor, oder kaufen Sie Produkte aus rezyklierten Kunstfasern, zum Beispiel aus rezykliertem Polyester. 

Nachhaltige Produkte in der Bonviva Prämienwelt!

Eine grosse Auswahl nachhaltiger Produkte und fair gehandelter Mode aus Bio-Baumwolle finden Sie im Fairshop von Helvetas und in der Bonviva Prämienwelt. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Filzhülle für Ihr iPad oder mit einem Seidenschal?