Besser leben mit Bonviva Zurich Film Festival – auch für Kinder

Zurich Film Festival – auch für Kinder

Beim Zurich Film Festival (ZFF) kommt Anatole Taubman alles andere als seine bekannte Rolle des Bösewichts zu. Er weiht vierzig Schülerinnen und Schüler in die Geheimnisse der Filmkritik ein.

Als «Spokesperson für vulnerable Kinder» von UNICEF Schweiz bereitet Anatole Taubman am ZFF Teenager auf ihre Rolle als Kinderjury vor. Die Jury bestimmt anschliessend in der Reihe «ZFF für Kinder» den Sieger aus einer Reihe herausragender Kinder- und Familienfilme aus aller Welt. Der Schauspieler sieht sich dabei selbst auch in der Rolle eines Nachwuchsförderers.

Herr Taubman, Sie sind ein international erfolgreicher Schauspieler mit grosser Festivalerfahrung. Was ist aus Ihrer Sicht das Spezielle am Zurich Film Festival?

Das ZFF hat sich beeindruckend etabliert. Obwohl es noch ziemlich jung ist, wird es international von der Branche und von der Presse wahrgenommen. Und die Publikumszahlen steigen von Jahr zu Jahr. Herausragend ist natürlich auch die Lage des Festivalzentrums. So direkt am See, einfach wunderschön.

Als Filmstar ist Ihre Freizeit sicher rar. Trotzdem schenken Sie einen Teil davon der Kinderjury des ZFF. Was motiviert Sie dazu?

Seit sieben Jahren bin ich mit Leib und Seele «Spokesperson für vulnerable Kinder» von UNICEF Schweiz, welche in den letzten beiden Jahren Cooperation Partner des ZFF sowie Co-Initiator und -Organisator der Kinderjury war. Deshalb liegt mir auch dieses Engagement am Herzen. Motivierend für einen solchen Einsatz wirkt zudem das tägliche weltpolitische Geschehen mit Nachrichten über so viele Millionen von Kindern, die weltweit grausames Leid erfahren müssen. Da tut es richtig gut, etwas für Kinder zu tun, das ihnen auch Spass macht.

Anatole Taubman im Gespräch mit den Jugendlichen.

Verstehen Sie Ihre Arbeit auch als Nachwuchsförderung? Und ist das in der Filmbranche überhaupt ein Thema?

Nachwuchsförderung ist sicherlich ein wesentlicher Bestandteil meines Engagements. Denn die Förderung von Nachwuchs ist in jeder Branche zwingend notwendig! Unter den Kindern von heute sind die Filmemacher von morgen.

Weshalb ist es wichtig, dass an einem Filmfestival wie dem ZFF auch ein Kinderprogramm Platz findet?

Das ist enorm wichtig. Ein internationales Filmfestival von einer bestimmten Grösse muss auch dem jungen Publikum etwas bieten. Und ein Festival wie das ZFF, das auch ein Publikumsfestival sein möchte, sowieso.

Was für eine Beziehung hatten Sie als Kind zum Film, und wie haben Sie für sich selbst die Filmbranche entdeckt?

Als Kind hatte ich keine grosse Beziehung zum Film, als Jugendlicher dafür umso mehr. Zwischen 13 und 17 Jahren ging ich mindestens zwei- bis dreimal in der Woche ins Kino. Das Kino nahm eine essenzielle Bedeutung in meiner Jugend ein – es war quasi die Flucht aus der Realität in eine Traumwelt.

Zwischen 13 und 17 Jahren ging ich mindestens zwei- bis dreimal in der Woche ins Kino.

Anatole Taubman

Was zeichnet Ihrer Ansicht nach einen guten Kinderfilm aus?

Gute Kinderfilme bieten abwechslungsreiche, spannende Unterhaltung und vermitteln gleichzeitig wertvolle Inhalte. Ausserdem verzichten sie auf Gewaltverherrlichung und andere Darstellungen, die den Kindern Angst machen könnten. Die Hauptfiguren sollten zudem auf maximal drei Personen beschränkt sein. Und auf Rückblenden und verschiedene Zeitebenen sollte verzichtet werden. Das ist zu verwirrend für Kinder. Gute Kinderfilme wiederholen die Kerninhalte auf unaufdringliche Weise und stellen idealerweise Geschichten aus der Lebenswelt der Kinder dar. Bei guten Jugendfilmen ist grosse Spannung wichtig. Davon leben sie und davon, dass sich die Teenager mit den Hauptfiguren identifizieren können, die durchaus sowohl negative als auch positive Eigenschaften aufweisen dürfen.

Wie erleben Sie ein Kinderpublikum, verglichen mit einem Publikum, das üblicherweise aus Erwachsenen besteht?

Ich erfahre Kinder als enthusiastisch, wissbegierig, pur, unschuldig und unaffektiert. Sie verfügen über wenig bis gar kein Schubladendenken

Oft spielen Sie die Rolle des Bösewichts. Das Böse ist für Erwachsene anziehend, gilt das auch für Kinder?

Nein, im Gegenteil. Das Böse wirkt abstossend und macht Kindern Angst. Im Übrigen habe ich 2016 nur in Komödien mitgespielt. Sogar die Hauptrolle in einer klassischen romantischen Komödie war dabei!

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Das ZFF präsentiert jeden Herbst die schönsten Entdeckungen sowie die meist erwarteten Filme des Jahres.
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