Wo finde ich Informationen zum Stand meiner drei Säulen?
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Wo finde ich Informationen zum Stand meiner drei Säulen?

Für Menschen, die neu in der Schweiz wohnen und arbeiten, ist es nicht ganz einfach, den Überblick über ihre Vorsorgesituation zu behalten. Der AHV- und der Pensionskassenausweis liefern wichtige Informationen zum Stand Ihrer drei Säulen.

Zu Beginn des Jahres quillt der Briefkasten über: Neben der Steuererklärung flattern auch verschiedene Kontoauszüge und Spendenbescheinigungen ins Haus. Wer angestellt ist, erhält zusätzlich den persönlichen Pensionskassenausweis. Einige legen ihn unbeachtet zum Altpapier. Doch das ist keine gute Idee. Denn der Pensionskassenausweis enthält viele wichtige Informationen über die eigene Zukunft: Er zeigt neben den Versicherungsleistungen bei Tod und Invalidität auch, wie viel Geld Sie nach der Pensionierung als Rente bekommen.

1. Säule AHV

Die Vorsorge in der Schweiz basiert auf drei Säulen. Die staatliche Vorsorge heisst «Alters- und Hinterlassenenversicherung / Invaliditätsversicherung» (AHV/IV). Sie bildet die 1. Säule und ist für alle Personen, die in der Schweiz arbeiten, gleich. Auf Ihrem individuellen Konto (IK) notiert die Ausgleichskasse, wie viel Geld Sie persönlich einzahlen und wie viel Geld Ihr Arbeitgeber einzahlt. Zudem trägt sie Ihr Erwerbseinkommen ein. Aufgrund dieser Einträge werden später die Renten berechnet. Wenn Sie prüfen wollen, ob alle Beiträge lückenlos auf Ihr Konto einbezahlt wurden, können Sie bei der Ausgleichskasse jederzeit kostenlos einen Kontoauszug (IK-Auszug) bestellen.

Der Kontoauszug listet sämtliche Einkommen, Beitragszeiten und Betreuungsgutschriften auf. Die drei Faktoren bilden die Grundlage für die Berechnung der Alters-, Hinterlassenen- oder Invalidenrente. Daneben zeigt der Kontoauszug allfällige Beitragslücken. Für Männer beträgt die maximale Beitragsdauer 44 Jahre. Für Frauen sind es 43 Jahre. Ein volles Beitragsjahr liegt vor, wenn:

  1. Sie erwerbstätig waren.
  2. Ihr erwerbstätiger Ehemann oder Ihre erwerbstätige Ehefrau den doppelten Mindestbeitrag einbezahlt hat.
  3. Ihnen Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können.

2. Säule: Pensionskasse

Für viele Menschen in der Schweiz ist die Pensionskasse (2. Säule) der wichtigste Teil ihrer Altersvorsorge. Denn in die Pensionskasse zahlen sowohl Arbeitnehmer wie Arbeitgeber ein. So liegt auf dem Pensionskassenkonto nach ein paar Jahrzehnten ein grosser Teil, wenn nicht gar der grösste Teil, des persönlichen Vermögens. Der jährliche Vorsorgeausweis, den Sie von Ihrer Pensionskasse erhalten, informiert Sie umfassend über Ihre persönliche Vorsorgesituation.

3. Säule: freiwillige Vorsorge

Die 3. Säule bietet Ihnen die Möglichkeit, freiwillig auf ein spezielles Vorsorgekonto bei einer Bank einzuzahlen und dadurch Ihre persönliche Situation nach der Pensionierung zu verbessern. Wenn Sie möchten, können Sie das Geld auch in spezielle Wertschriftenlösungen investieren. Der jährliche Maximalbetrag, den Sie auf das Konto 3a einzahlen können, wird vom Bundesrat festgelegt und kann von den Steuern abgezogen werden.

Bewahren Sie alle Dokumente sorgfältig auf

Durch die vielen unterschiedlichen Pensionskassen gibt es in der Schweiz keinen einheitlichen Vorsorgeausweis, sondern viele verschiedene Ausweise. Einige enthalten nur ein paar grundlegende Informationen. Andere sind sehr detailliert. Wie auch immer Ihr persönlicher Ausweis aussieht: Es ist wichtig, dass Sie die Informationen genau lesen und alle Vorsorgedokumente zu den drei Säulen – 1. AHV/IV, 2. Pensionskasse und 3. Private Vorsorge – sorgfältig aufbewahren.

Denken Sie bitte auch daran, dass die Prognosen auf Ihrem aktuellen Guthaben und auf Ihrem aktuellen Alter beruhen. Steigt Ihr Lohn, kann Ihr Pensionskassenguthaben am Ende höher sein, als Sie momentan denken.