Begriffe Erbschaft
Ratgeber

Acht Begriffe, die Sie beim Thema Erbschaft kennen sollten

Im Schweizer Erbrecht sind sämtliche Konstellationen und Situationen berücksichtigt, die sich im Erbschaftsfall ergeben können. Das Thema ist entsprechend komplex. Wer in der Tiefe Bescheid wissen will, muss einige juristische Begriffe kennen und verstehen. Im Folgenden werden die wichtigsten Begriffe erläutert.

1. Güterstand
Rechtliche Vermögensordnung unter Eheleuten. Als ordentlichen Güterstand bezeichnet man die Errungenschaftsbeteiligung. Vertragliche Güterstände sind die Gütergemeinschaft und die Gütertrennung. Als ausserordentlicher Güterstand kann die Gütertrennung auch durch den Richter angeordnet werden.

2. Eigengut
Eigengut ist jenes Vermögen, das bei der Errungenschaftsbeteiligung ein Ehegatte zur Zeit der Heirat besessen hat oder ihm während der Ehe unentgeltlich zufällt, wie zum Beispiel Erbschaften und Schenkungen. Ferner gehören die Gegenstände zum persönlichen Gebrauch, Genugtuungsansprüche sowie Ersatzanschaffungen für Eigengut dazu. Bei der Gütergemeinschaft umfasst das Eigengut von Gesetzes wegen und ohne gegenteilige Regelung lediglich die persönlichen Gegenstände und die Genugtuungsansprüche.

3. Errungenschaft
Zur Errungenschaft jedes Ehegatten gehören das während der Ehe erarbeitete Vermögen, das heisst insbesondere der Arbeitserwerb und der Einkommensersatz (Renten), die Erträge aus dem Eigengut und die Ersatzanschaffungen für Errungenschaft.

4. Güterrechtliche Auseinandersetzung
Bei Auflösung des Güterstands, das heisst bei Tod eines Ehegatten, bei Scheidung oder bei Vereinbarung eines neuen Güterstands, wird das eheliche Vermögen nach Gesetz oder der Regelung im Ehevertrag aufgeteilt. Zuweisung der Eigengüter, Aufteilung der Errungenschaften bei Errungenschaftsbeteiligung oder des Gesamtguts bei Gütergemeinschaft.

5. Parentelenordnung:
Gesetzliche Regelung des Verwandtenerbrechts: 1. Parentel: Nachkommen bzw. deren Nachkommen, 2. Parentel: Eltern bzw. deren Nachkommen, 3. Parentel: Grosseltern bzw. deren Nachkommen. Bei den Angehörigen des grosselterlichen Stammes hört das gesetzliche Erbrecht auf. Neben den gesetzlichen Erben erhalten überlebende Ehegatten und überlebende eingetragene Partnerinnen und Partner einen Teil der Erbschaft.

6. Testament
Rechtliches Instrument zur Verfügung auf den Todesfall hin: Bestimmung der Erbfolge, Vermächtnisse, Teilungsvorschriften, Ernennung des Willensvollstreckers usw. Genau einzuhaltende Formvorschriften.

7. Erbvertrag
Mit einem Erbvertrag (Mitwirkung Notar und zwei Zeugen) zwischen dem Erblasser und seinen zukünftigen Erben kann die Vermögensnachfolge frei geregelt werden. Pflichtteilsgeschützte Erben können im Erbvertrag gültig auf ihren erbrechtlichen Pflichtteil verzichten.

8. Pflichtteil
Das Gesetz zwingt den Erblasser, bestimmten Personen (Nachkommen, Ehegatte bzw. eingetragene Partnerin oder eingetragener Partner und Eltern) einen bestimmten Anteil am Nachlass, den sogenannten Pflichtteil, zukommen zu lassen.