Vorbezug für Wohneigentum
Ratgeber

Die fünf häufigsten Pannen beim Vorbezug

Der Staat erlaubt, Vorsorgeguthaben für Wohneigentum einzusetzen. Die Banken akzeptieren Guthaben aus der Pensionskasse und der Säule 3a als Eigenmittel. Aber der Vorbezug unterliegt Einschränkungen, die viele nicht kennen. Vermeiden Sie diese fünf Pannen! 

1. Sie planen, nächstes Jahr in Frühpension zu gehen, und möchten nun Ihr Vorsorgekapital für eine Eigentumswohnung vorbeziehen. 

Das hätten Sie früher angehen sollen. Viele Pensionskassen lassen Vorbezüge nur bis drei Jahre vor Entstehung des Anspruchs auf Altersleistungen zu. Bei den meisten Kassen ist die Frühpensionierung mit 58 oder 60 Jahren möglich. Sie müssen also drei Jahre vorher aktiv werden. Je nach Reglement kann die Frist auch kürzer sein.

2. Sie haben im letzten Jahr bereits eine Teilsumme vorbezogen und möchten nun Ihr gesamtes Guthaben in die Immobilie stecken.

Das geht leider nicht. Sie können Guthaben der Pensionskasse jeweils nur im Abstand von fünf Jahren beziehen, wobei die Summe jeweils mindestens CHF 20’000 betragen muss. Auch Bezüge aus der Säule 3a sind nur alle fünf Jahre möglich. Ausserdem müssen Sie abklären, ob die Vorsorgestiftung Teilbezüge zulässt.

Es kann durchaus sechs Monate dauern, bis Ihre Pensionskasse Ihr Geld überweist. 

3. Sie treffen sich mit dem Verkäufer beim Notariat für die Eigentumsübertragung, aber das Geld der Pensionskasse ist noch nicht eingetroffen.

So sind schon viele gute Geschäfte geplatzt. Es kann durchaus sechs Monate dauern, bis Ihre Pensionskasse Ihr Geld überweist. Nicht jeder Hausverkäufer hat so viel Geduld und gibt möglicherweise einem anderen Käufer den Vorrang. Lassen Sie sich von Ihrer Pensionskasse schriftlich bestätigen, dass Ihr Notariatstermin auch für die Überweisung verbindlich ist.

4. Sie möchten zur Amortisation einer Hypothek Pensionskassengelder einsetzen, aber die Pensionskasse zahlt nicht.

Auch diesen Ausnahmefall gibt es. Sollte bei Ihrer Pensionskasse eine Unterdeckung vorliegen, kann die Kasse den Vorbezug verweigern. Eine Unterdeckung liegt vor, wenn der Versicherer aktuell nicht über so viel Geld verfügt, wie die versprochenen Versicherungsleistungen kosten. Schauen Sie im Reglement nach, ob sich Ihre Kasse im Sanierungsfall eine solche Massnahme vorbehält.

5. Sie sind gerade 60 geworden und entscheiden sich, das inzwischen stattlich angewachsene Guthaben vorzubeziehen.

So einfach ist das leider nicht. Wer unter 50 ist, darf grundsätzlich sein gesamtes Pensionskassenguthaben vorbeziehen. Wer aber älter ist, kann nur die Hälfte seines aktuellen Guthabens beziehen oder so viel, wie er mit 50 bekommen hätte. Die höhere der beiden Summen ist massgebend.