Von Menschen und Robotern: Welche Berufe die Automatisierung verschwinden lässt
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Von Menschen und Robotern

Roboter werden bald deutlich mehr Aufgaben übernehmen können als bisher. In vielen Jobs werden sie deshalb künftig den Menschen ersetzen. Doch längst nicht alle Berufe sind in absehbarer Zeit durch die Automatisierung gefährdet.

Eine Studie der Oxford University schätzt, dass knapp 50% aller „white-collar jobs“ in Zukunft von Robotern erbracht werden können. Bill Gates fordert deshalb Steuern auf Roboter – keine neue Idee. Die „Maschinensteuer“ wurde bereits in Österreich in den 70er Jahren eingeführt.

Wer muss sich am meisten Sorgen machen? Wer muss sich keine Sorgen machen? Diese Fragen werden häufig gestellt. Deshalb hier ein verkürzt wiedergegebener Text von Shelly Palmer, einem amerikanischen Technologie-Pionier, dessen Rangliste lesenswerte Begründungen enthält:1

Die fünf „white-collar“-Berufsprofile, welche als erstes von Robotern ersetzt werden:

  1. Mittleres Management. Das Erstellen und Auswerten von Analysen über Verkauf, Grenzkosten, Prozessabläufe und weitere betriebswirtschaftliche Steuergrössen bietet ungeahntes Digitalisierungspotential.
  2. Verkäufer standardisierter Produkte. Ganze Verkaufsprozesse werden von der Angebotsstellung, Beschreibung der Dienstleistung bis zum Abschluss in Zukunft zunehmend digital erfolgen. Nur bei wirklichen Innovationen bleibt Platz für menschliche Verkäufer, welche das Neue erklären und verkaufen können.
  3. Berichtschreiber. Gute Texte schreiben ist schwer. Berichte verfassen hingegen nicht. Schon heute werden über 70% aller Finanzberichte von börsenkotierten, amerikanischen Firmen durch automatisierte Online-Lösungen verfasst. Den Unterschied bemerkt der Leser praktisch nicht mehr.
  4. Buchhalter. Noch ist die Robo-Buchhaltung in den Kinderschuhen, doch die Fortschritte und ihr Potential sind enorm.
  5. Ärzte. Erstaunt? Medizinische online-Beratung verzeichnet weltweit exponentielles Wachstum. Aber auch in der Praxis kommen immer mehr Roboter zum Einsatz. In Singapur werden bereits über 90% aller chirurgischen Eingriffe mit Hilfe von Robotern vorgenommen.

Die fünf Berufe, welche zuletzt von Robotern erfüllt werden können:

  1. Primarschullehrer. Wir wollen unsere Kinder zu guten Menschen erziehen. Das werden Menschen immer besser können als Roboter.
  2. Professionelle Athleten. Wir können Roboter bauen, die besser sind als jeder Athlet. Aber worin liegt dann der Reiz der Spiele?
  3. Politiker. Computer könnten vielleicht bessere Entscheide für alle treffen, doch das Ringen um Kompromisse, die Abwägung von unterschiedlichen Interessen bleiben letztlich immer normativ. Keine Gesellschaft wird dieses Ringen aus der Hand geben wollen.
  4. Richter. Die Abwägung über das, was subjektiv gewollt war und was objektiv geschah, werden wir auch in Zukunft Menschen und nicht Robotern anvertrauen.
  5. Psychiater. Auch sie bleiben letztlich unersetzlich, denn trotz aller künstlichen Intelligenz werden Menschen andere Menschen immer noch am besten verstehen.