BIP der Schweiz übertrifft im dritten Quartal das Vorkrisenniveau

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz ist auch im dritten Quartal kräftig gewachsen und liegt nun deutlich über dem Vorkrisenniveau. Im Durchschnitt hat das BIP in diesem Jahr um 4 Prozent zugenommen. Damit steht die Schweiz wirtschaftlich besser da als die meisten anderen Länder.

 

In diesem Jahr dürfte das Wachstum jedoch gebremst werden. Steigende COVID-19-Fallzahlen, entsprechende Restriktionen und globale Lieferkettenprobleme trüben die Aussichten.

Der Pandemieverlauf hat immer weniger Einfluss auf die wirtschaftliche Erholung

Eine Prognose zur weiteren Entwicklung der Pandemie lässt sich kaum wagen, zumal mit der Omrikon-Variante eine neue Unbekannte hinzugekommen ist. Die wirtschaftlichen Auswirkungen haben mittlerweile jedoch deutlich abgenommen. Dies dürfte vor allem daran liegen, dass Dienstleister und Haushalte Wege gefunden haben, mit dem Virus umzugehen.

 

Es ist demzufolge davon auszugehen, dass der wirtschaftliche Schaden der aktuellen Welle überschaubar bleibt. Einzelne Branchen wie das Gastgewerbe, Clubs oder Freizeitbetriebe blicken trotzdem unsicheren Wintermonaten entgegen. Auch dem interkontinentalen Tourismus droht ein herber Rückschlag, da sich keine Normalisierung vor Ende 2022 abzeichnet.

Unternehmen rechnen aufgrund von Lieferengpässen mit Produktionsausfällen

Die Industrie ist derzeit von Lieferengpässen betroffen. Als Folge davon erwarten laut einer Umfrage zwei Drittel der Unternehmen in den kommenden sechs Monaten Produktionsausfälle. Rund jedes fünfte betroffene Unternehmen musste deshalb sogar bereits wieder Kurzarbeit einführen. Besonders stark mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen haben Branchen wie Papier, Möbel, Elektronik, Uhren und Pharma.

 

Die Nachfrage nach Gütern wird aufgrund der dominierenden Pandemie nach wie vor bestehen bleiben. Andererseits geht der Ausbau der Produktions- und Transportkapazitäten nur schleppend voran. Angesichts dieser Tatsache ist nicht mit einer spürbaren Entspannung der Lieferproblematik vor Mitte dieses Jahres zu rechnen. Im Bereich Elektronik – namentlich bei Halbleitern (Chips) – dürfte die Lage sogar bis 2023 angespannt bleiben.

Wirtschaftliche Erholung dürfte sich im Jahr 2022 fortsetzen

Aufgrund der Lieferkettenprobleme im Bereich Elektronik und der daraus folgenden Preissteigerungen rechnen die Experten der Credit Suisse 2022 mit einer höheren Inflation als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Weil elektronische Güter grösstenteils importiert werden, dürften die Auswirkungen der Inflation auf das BIP-Wachstum jedoch gering ausfallen. Zudem sollte sich die anhaltende Erholung der Arbeitsmarktlage in der Industrie und in der Gesamtwirtschaft positiv auf die Konsumentenstimmung auswirken.
 

Folglich ist mit einer Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2022 zu rechnen, auch wenn die aktuellen Folgen der Pandemie das Wirtschaftswachstum etwas abbremsen. Konkret erwarten die Experten der Credit Suisse für dieses Jahr ein BIP-Wachstum von 2,5 Prozent.

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