Das Kompetenzzentrum für gemeinnützige Stiftungen «Wir wollen langfristig Positives bewirken.»

«Wir wollen langfristig Positives bewirken.»

Mit seiner Stiftung «Main dans la Main» setzt sich Hublot-Gründer Carlo Crocco in Europa und Indien für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. Im Interview erzählt er, was ihn zu seinem sozialen Engagement inspiriert hat und wie er es schaffen will, dass die sozialen Projekte der Stiftung langfristig finanziell selbsttragend sind.

Herr Crocco, Sie haben eine lange und erfolgreiche Karriere als Unternehmer hinter sich. Nun setzen Sie sich mit Ihrer Stiftung «Main dans la Main» dafür ein, benachteiligten Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Was hat Sie zu diesem Engagement inspiriert?

Carlo Crocco: Für mich begann es, als meine eigenen vier Kinder erwachsen wurden. Ich verspürte weiterhin ein grosses Bedürfnis, mich für das Wohl von Kindern und Jugendlichen zu engagieren. Insbesondere wollte ich Kindern mit körperlichen Einschränkungen oder aus ärmeren Weltregionen helfen. Deshalb reiste ich im Jahr 1994 nach Indien. Dort sah ich die schwierige Situation armer, kranker oder verwaister Kinder mit meinen eigenen Augen. Deshalb entschloss ich mich, Projekte vor Ort zu unterstützen und neu aufzubauen, die sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmern.

Ihr humanitäres Engagement begann also in Indien?

Ja, wir begannen mit Projekten in Südindien. Diese bauten wir gemeinsam mit lokalen Partnern über die Jahre aus. So können wir Kinder und Jugendliche in verschiedensten Situationen unterstützen. Zum Beispiel haben wir ein Projekt für schwangere Mädchen, die von ihren Familien verstossen wurden, oder ein anderes, in dem wir Kindern mit schweren Krankheiten oder körperlichen Beeinträchtigungen medizinische Pflege und eine Ausbildung anbieten.

Für uns ist sehr wichtig, dass wir immer mit engagierten Mitarbeitenden vor Ort zusammenarbeiten können, welche die einzelnen Projekte im Alltag leiten und die Kinder betreuen. So konnten wir bis heute mehr als 2000 Kindern helfen.

Mittlerweile sind die Projekte in Indien aber nicht mehr die einzigen Ihrer Stiftung.

Das ist richtig. Nachdem es in den ersten Jahren ein rein privates Engagement war, habe ich 1998 die Stiftung «Main dans la Main» (MdM) gegründet. So konnte ich dem Engagement ein stabiles Fundament geben und andere Personen konnten den Zweck einfacher unterstützen.

Zusätzlich zu den direkten Projekten vergibt die Stiftung jährlich einen mit 50’000 Franken dotierten Preis an eine Person oder Organisation, die sich für benachteiligte Kinder einsetzt. Zudem haben wir im Jahr 2010 begonnen, auch in Italien und der Schweiz zu wirken – ein Beispiel ist Ca.Stella FARM-Camino Spinirolo in Meride.

Können Sie uns die Ca.Stella FARM etwas genauer vorstellen?

Die Ca.Stella FARM ist ein sozialer Betrieb, ein Biobauernhof, den wir in der wunderschönen Gegend in Meride am Monte San Giorgio aufgebaut haben. Bereits während des Umbaus des Hauptgebäudes konnten wir vielen Schülerinnen und Schülern von Sonderschulen im Sottoceneri die Möglichkeit bieten, hier zu arbeiten und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Mittlerweile wurde aus dem renovierungsbedürftigen Gebäude eine moderne, komplett hindernisfreie Mehrzweckeinrichtung mit 24 Übernachtungsplätzen. Hier fühlen sich Kinder und Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, aber auch Familien, Vereine und Schulklassen wohl.

Neben den landwirtschaftlichen Produkten vom Biohof bieten wir vor allem Aktivitäten mit Tieren unter Anleitung von qualifiziertem Personal an. Das geht von therapeutischen Massnahmen über tiergestützte Pädagogik bis hin zu Wanderungen mit unseren Alpakas in der Region. Zudem gehört ein Campingplatz zum Betrieb. So können wir benachteiligten Jugendlichen auch weiterhin berufliche Chancen geben, beispielweise in der Gastronomie oder am Empfang. 

Wie stellen Sie die Finanzierung der Projekte sicher?

Wir erhalten keine öffentlichen Gelder für unsere Projekte. Bis heute werden sie zum grössten Teil durch die Stiftung finanziert. Das Ziel ist aber, dass sich möglichst viele unserer Projekte eigenständig finanzieren können. Denn es ist unser Bestreben, langfristig eine positive Wirkung zu erzielen. Und das geht nur, wenn unsere Projekte einen hohen Grad an Selbstfinanzierung erreichen.

Auf der Ca.Stella FARM sind wir in dieser Hinsicht mittlerweile auf einem guten Weg – unter anderem mit der Einbindung des Campingplatzes und eines vegetarischen Restaurants, in dem wir unser eigenes Gemüse verarbeiten. Und wir bleiben ständig auf der Suche nach neuen Ideen, wie wir das Angebot weiter ausbauen können.

Wie wichtig ist Ihre Bank als Partner für Ihre Stiftung?

Eine solide Bank im Hintergrund ist immer wichtig. Die Stiftung arbeitet seit ihrer Gründung mit der Credit Suisse zusammen. Das ist eine langjährige Beziehung, die immer gut funktioniert hat. Darüber hinaus hat sich unsere Zusammenarbeit seit einigen Monaten stark intensiviert.

Sie sprechen die regionalen Botschafter für öffentliche Stiftungen der Credit Suisse an.

Genau, Francesco Andreazzi und Ohan Inian kamen proaktiv mit frischen Ideen und konkreten Vorschlägen für die Stiftung auf uns zu. Dadurch entstanden neue Möglichkeiten und Chancen – beispielsweise, wie wir ein Netzwerk mit anderen Stiftungen aufbauen können, die ähnliche Ziele verfolgen. Oder wie man die Bekanntheit und damit das Potenzial von «Main dans la Main» steigern kann. Das ist ein Service, den ich sehr schätze.

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