Das Kompetenzzentrum für gemeinnützige Stiftungen «Allen Menschen in einer prekären Lebenslage helfen. Das ist unsere Mission.»

«Allen Menschen in einer prekären Lebenslage helfen. Das ist unsere Mission.»

Die Caritas Genf unterstützt Menschen in prekären Lebenslagen. Dies gilt nicht nur im Kanton Genf, sondern auch für die Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen im Ausland. Durch die Gründung einer eigenen Stiftung können auch grosse Spenden von vermögenden Personen bestmöglich verwaltet und zielgerichtet eingesetzt werden.

Die Caritas Genf hat eine eigenständige Stiftung gegründet. Was ist der Zweck der Stiftung?

Edouard Crestin-Billet: Die Stiftung verfolgt die gleiche Mission wie der Verein Caritas Genf: Allen Menschen in prekären Lebenslagen zu helfen. Ganz unabhängig von Religion, Nationalität oder Hautfarbe. Und um das zu erreichen, unterstützt die Stiftung finanziell die Aktivitäten der Caritas Genf sowie anderer Organisationen mit derselben Zielsetzung.

Was gab den entscheidenden Ausschlag für die Gründung der Stiftung? 
Edouard Crestin-Billet: Die Stiftung hat den Auftrag, die finanziellen Mittel der Caritas Genf bestmöglich zu verwalten. Gleichzeitig eröffnet sie uns bessere Möglichkeiten bei der Suche und Gewinnung von grossen Spenden. Die Stiftung ermöglicht es uns, vermögenden Spenderinnen und Spendern individuelle Lösungen anzubieten. Will jemand zum Beispiel eine erhebliche Summe für einen ganz bestimmten Zweck spenden, können wir diesem Wunsch mit der Stiftung gerecht werden. Das Geld fliesst in einen eigenständigen Fonds, in dem die Mittel verwaltet und einzig für den gewünschten Zweck einsetzt werden.

Michel Warynski: Einen Punkt möchte ich besonders unterstreichen: Die Stiftung koordiniert zwar ihre Ziele mit der Caritas Genf, aber sie agiert komplett unabhängig. Die von der Stiftung gehaltenen Fonds werden ausnahmslos von Teams verwaltet, die vom Verein unabhängig sind.

In welcher Weise profitieren Sie von der Zusammenarbeit mit den Beraterinnen und Beratern vom Kompetenzzentrum Gemeinnützige Stiftungen der Credit Suisse?

Edouard Crestin-Billet: Die Zusammenarbeit ist sehr wertvoll. Ein solches Angebot, das speziell auf Stiftungen ausgerichtet ist, gibt es meines Wissens sonst nicht in der Schweiz. Das Kompetenzzentrum unterstützt uns nicht nur bei der Verwaltung der Gelder, sondern auch in anderen Bereichen, beispielsweise bei Governance-Fragen. Die finanziellen Konditionen sind ebenfalls sehr attraktiv für uns.

Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach das soziale Engagement heutzutage?
Sophie Buchs: Ausgesprochen wichtig. Insbesondere, weil die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten in der Gesellschaft drastisch zunehmen. Sowohl private Unternehmen als auch Organisationen wie die Caritas können mit ihrem Engagement einen Beitrag dazu leisten, dass eine solidarischere Gesellschaft entsteht, die den Bedürfnissen von Menschen in prekären Lebenslagen besser gerecht wird.

Wie identifizieren Sie die Bereiche, in denen die Caritas Genf mit ihrem Engagement die grösste Wirkung erreichen kann?

Sophie Buchs: Wir versuchen immer auf unserem bestehenden Know-how aufzubauen. Unser Ziel ist es, uns in den Bereichen weiterzuentwickeln, in denen wir in den vergangenen Jahrzehnten bereits Erfahrungen gesammelt haben. Ich denke da beispielsweise an die Arbeit mit Migrantinnen und Migranten, in der Schuldenberatung oder im Second-Hand-Bereich.

Gleichzeitig suchen wir stets nach Möglichkeiten, mit anderen Organisationen zusammenzuarbeiten. Dadurch können wir unsere Fähigkeiten und unsere Innovationskraft bündeln und so unser Angebot weiterentwickeln.

Wie haben die grossen Krisen der vergangenen Jahre, die Pandemie und der Krieg in der Ukraine, die Arbeit der Caritas Genf verändert?
Michel Warynski: Wir mussten innert sehr kurzer Zeit unsere Prioritäten neu setzen und zusätzliche Mittel beschaffen. Dies gilt insbesondere bei der COVID-Krise. Ein Beispiel: Die Caritas unterstützt Menschen in finanziellen Schwierigkeiten zum Teil direkt durch das Bezahlen einzelner Rechnungen. Nach Ausbruch der Pandemie mussten wir das Budget für diese Hilfe vervierfachen. Das brauchte nicht nur mehr finanzielle Mittel, sondern auch mehr Personal.

Sophie Buchs: Wir haben uns auch um Unterkünfte für Menschen gekümmert, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen mussten. Diese neue Herausforderung hat die Ressourcen der Organisation auf eine harte Probe gestellt. Allerdings haben wir versucht, die Auswirkungen auf unsere restliche Arbeit so gering wie möglich zu halten. Seit Anfang 2022 versuchen wir auch, den Krisenmodus wieder zu verlassen. Ziel ist es, dass wir uns wieder so weit wie möglich auf unsere Kernkompetenzen und die mittel- bis langfristigen Projekte fokussieren können.

Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft: Wie wichtig wird die Arbeit von gemeinnützigen Organisationen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sein? Und werden wir je an einen Punkt kommen, an dem es Organisationen wie die Caritas nicht mehr braucht?
Sophie Buchs: Wir hoffen, dass es die Caritas irgendwann nicht mehr braucht. Denn das würde bedeuten, dass es in der Schweiz keine Armut mehr gibt. Bis wir so weit sind, bleiben gemeinnützige Organisationen aber enorm wichtig, um die Situation von Menschen in prekären Lebenslagen zu verbessern.

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