Das Kompetenzzentrum für gemeinnützige Stiftungen Nachhaltige Anlagen erhöhen den Impact der Stiftung

Nachhaltige Anlagen erhöhen den Impact der Stiftung

Positiven Wandel vorantreiben. Das können Stiftungen nicht nur mit der Vergabe von Fördergeldern und der Umsetzung gemeinnütziger Projekte. Wer Vermögen in nachhaltige Anlagen gemäss ESG-Kriterien investiert, schafft zusätzlichen Impact. Dieser komme nicht nur Mensch und Umwelt, sondern auch den Stiftungen selbst zugute, weiss Helen McDonald, Leiterin Foundations and Impact Advisory Services Grossbritannien.

Nachhaltige Investments rücken in den Fokus

Für die Lösung der grossen Probleme unserer Welt, allen voran des Klimawandels und sozialer Ungleichheit, braucht es dreierlei: innovative Ideen, politischen Willen und finanzielle Mittel. Finanzquellen finden sich unter anderem in der Philanthropie. Immer mehr wohlhabende Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen gründen Stiftungen und verschreiben sich gemeinnützigen Zielen. Wie bedeutend dieser Beitrag zur Gesellschaft ist, zeigte sich jüngst während der Corona-Krise. Innert kürzester Zeit stellten Philanthropen monetäre Notfallhilfen bereit.

Mit dem gesellschaftlichen Bewusstsein für karitative, humanitäre, gesundheitsför­dernde, ökologische, wissenschaftliche und soziale Anliegen steigt auch der Bedarf an nachhaltigen Anlagestrategien. «Stiftungen wollen mit ihren Anlagen nicht nur finanzielle Ergebnisse, sondern auch eine positive Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft erzielen», weiss Helen McDonald, Finanzexpertin im Stiftungsbereich. «Wir sehen, dass diese Haltung zunehmend Teil der treuhänderischen Verpflichtung wird.»

Stiftungen bauen ihre Strategie für nachhaltige Anlagen aus

Schon früh hatten Stiftungen bei nachhaltigen Anlagen die Nase vorn. «Sie gehören zu den ersten Institutionen, die Nachhaltigkeit in ihre Investmententscheide integrierten», erzählt Helen McDonald. Zu Anfang konzentrierten sich Stiftungen tendenziell auf nachhaltige Anlagen, die auf Normen oder Werten basierten. Dabei wurden Aktien und Branchen ausgeschlossen, die potenziell negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben könnten oder im Widerspruch zu den eigenen Werten standen.

In jüngerer Vergangenheit haben viele Stiftungen diesen Ansatz erweitert und den Anlageentscheidungsprozess um Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) ergänzt. «Unter anderem für eine bessere Rendite», weiss die Expertin. Darüber hinaus bilden Stiftungen zunehmend Kapitalpools für Investitionen, die neben finanziellen Erträgen auch gezielten und messbaren Impact im sozialen und ökolo­gi­schen Bereich schaffen. «All dies lässt sich hervorragend mit einem Spendenprogramm vereinbaren», sagt Helen McDonald.

Range of sustainable investments

SSAF: Spektrum nachhaltiger Anlagen

Die Abteilung Sustainability Strategy, Advisory and Finance (SSAF) vereint alle Investi­tionsaktivitäten der Credit Suisse im Bereich Nachhaltigkeit weltweit in einer Organisa­tion. SSAF definiert die Entwicklung der entsprechenden Nachhaltigkeitsstrategie und hat zum Ziel, Projekte und Initiativen zu unterstützen, die einen positiven sozialen und wirtschaftlichen Beitrag leisten, sich aber vorwiegend auf die Erzielung einer finanziellen Rendite für Kunden konzentrieren.

Quelle: Credit Suisse

Der Erfolg nachhaltiger Anlagen spricht sich rum

Der Anlageerfolg im nachhaltigen Sektor blieb bei anderen Investoren nicht unbemerkt. «Wenn wir uns den Aufschwung nachhaltiger Investitionen in den letzten Jahren ansehen, wird deutlich, dass immer mehr Anleger auf den Zug aufspringen – darunter Regierungen und grosse Institutionen wie Vorsorgeeinrichtungen und Versicherungen, aber auch Family Offices und Privatpersonen», sagt Helen McDonald.

Weltweit werden Vermögenswerte in einer Höhe von 30,8 Billionen US-Dollar nach­haltig angelegt, was einem Anstieg von 34 Prozent gegenüber den zwei Vorjahren entspricht. Dies offenbarte die jüngste Prüfung der Global Sustainable Investment Alliance 2018. «Wir glauben, dass die Zahl seit der letzten Messung nochmals deutlich gestiegen ist», so die Expertin.

Marktentwicklung nachhaltiger Anlagen

Marktentwicklung nachhaltiger Anlagen

Quelle: Global Impact Investing Network, Daten basieren auf selbst ausgewiesenen Impact-AuM-Zahlen von GIIN-Mitgliedern.

Global Sustainable Investment Alliance, alle zwei Jahre bereitgestellt.

Nachhaltige Investments entlasten die Philanthropie

Das Risiko, dass der Aufschwung nachhaltiger Investitionen zulasten von Wohltätig­keits­organisationen gehen könnte, verneint Helen McDonald. «Die Bedürfnisse der Welt scheinen immer grösser zu werden», betont sie. Zwar stellen nachhaltige Anlagen dringend benötigtes Kapital zur Finanzierung und Skalierung von Lösungen für viele Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bereit. Dennoch dürften sie laut der Exper­tin eher parallel zu staatlichen Ausgaben, internationalen Hilfen und gemeinnützigen Spenden wirken, statt diese zu kannibalisieren.

Denn, so gibt Helen McDonald zu bedenken, nicht alle Zwecke sind für renditever­sprechende Modelle geeignet – beispielsweise Bereiche wie humanitäre Hilfe, häusliche Gewalt und Obdachlosigkeit. «Wenn wir aber marktbasierte Lösungen finden – zum Beispiel bei Technologien zur Entwicklung von Klimalösungen oder im Bereich bezahlbares Wohnen –, dann ist dies eine grossartige Möglichkeit für nachhaltige Anlagen, die Philanthropie zu entlasten», sagt die Expertin. Für Stiftungen stellt sich demnach künftig die Frage, wie diese ihr Kapital und ihre Ressourcen am besten einsetzen, um ihre Ziele möglichst effizient zu erreichen.

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