Anlagethemen Nachhaltige Immobilienanlagen

Nachhaltige Immobilienanlagen

Das Anlageuniversum für nachhaltige Anlagen in der Schweiz wächst signifikant und umfasst laut den derzeit aktuellsten Zahlen per Ende 2018 rund 700 Milliarden Franken. 

Dies entspricht insgesamt einer Ausweitung um 83 % gegenüber 2017. Betrachtet man ausschliesslich die nachhaltigen Investmentfonds, zeigt sich sogar eine Zunahme um über 100 %. Nachhaltige Immobilienanlagen sind in der Schweiz besonders von Bedeutung, schliesslich machen sie 22 % aller nachhaltigen Anlagelösungen aus und rangieren damit gleich hinter Aktien mit rund 27 %.

Dass es sich nicht um einen kurzfristigen Trend handelt, zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre. Gemäss dem Forum Nachhaltige Geldanlagen1 wächst der Markt für nachhaltige Anlagen in der Schweiz seit 2005 jährlich um durchschnittlich 30 %.

Umfassender Nachhaltigkeitsansatz

Das Anlageverhalten spiegelt sich in der gesellschaftlichen Entwicklung. So haben die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals), auf die sich die internationale Staatengemeinschaft verständigt hat, genauso wie die Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren (UN PRI) zu einer neuen Dynamik im Markt für nachhaltige Anlagen beigetragen. Gegenwärtig beschäftigt sich die Finanzindustrie der EU mit einem Aktionsplan für Nachhaltige Geldanlagen. Zukünftig soll eine einheitliche Klassifizierung von nachhaltigen Anlagen möglich sein, ebenso einheitliche Benchmarks und Offenlegungspflichten. Für Privatanleger sieht der EU Aktionsplan bereits ab 2021 eine verpflichtende Abfrage der persönlichen Nachhaltigkeitspräferenz vor. Die damit verbundene Thematik des Klimawandels hat sich zu einem globalen gesellschaftlichen Thema entwickelt.

Immobilien und Immobilienanlagen sind für einen Grossteil des globalen Energie-, CO₂- und Ressourcenverbrauchs verantwortlich. Ein umfassender Nachhaltigkeitsansatz im Immobilienbereich ist deshalb essenziell und viele Immobilienmanager verfolgen einen ganzheitlichen Integrationsansatz, der Umwelt-, Sozial und Unternehmensführungskriterien – kurz ESG (Environmental, Social, Governance) – berücksichtigt.

Nachhaltige Immobilien können langfristig Mehrwert schaffen und zu einem verbesserten Rendite-Risiko-Verhältnis beitragen. Die oft aufgebrachte Frage, ob Nachhaltigkeit zulasten der Rendite geht, kann auf Grundlage zahlreicher Studien mittlerweile recht gut beantwortet werden. So belegt eine umfassende Analyse von über 2000 Studien, dass die Integration von ESG-Kriterien in 63 % der Fälle die wirtschaftliche Entwicklung (Eigenkapitalrendite) positiv beeinflusst, während in lediglich 8 % der Falle ein negativer Einfluss auf die Eigenkapitalrendite beobachtbar ist. Bei rund 90 % der Studien konnten bei einem Fokus auf Nachhaltigkeit keine negativen Folgen festgestellt werden.

Label schaffen Transparenz

Nachhaltigkeit sollte essenzieller Bestandteil eines aktiven Immobilienportfoliomanagements sein und über die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet werden. Das heisst von der Planung und Entwicklung von Bauvorhaben über das Betriebsmanagement bis hin zu Renovationen oder Rückbauten. Nebst der konsequent nachhaltigen Ausrichtung und Optimierung von Liegenschaften geht es auch um die Schaffung von Transparenz für die Anleger.

Transparenz kann beispielsweise über international anerkannte Gebäude-Label geschaffen werden, über umfangreiche Gebäudeoptimierungsprogramme oder durch die Teilnahme am jährlichen Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESB)2. Damit erhalten Anleger detailliert Einblick in die Nachhaltigkeitsperformance der Immobilienanlagen und können die Anlageprodukte mit den jeweiligen Vergleichsgruppen vergleichen.

Nachhaltige Immobilienanlagen sind kein vorübergehendes Phänomen. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, Renditen zu erzielen und gleichzeitig einen Beitrag für die nachhaltige, ökologische und soziale Entwicklung zu leisten.