bonds-from-emerging-markets-offer-a-better-return
Artikel

Zinsen von Anleihen aus Schwellenländern sind derzeit attraktiv

Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern haben eine Underperformance gezeigt, während die Renditen von Verbindlichkeiten aus Industrieländern nachgaben. Damit scheinen die Zinsdifferenzen nun attraktiv, zumal die aufstrebenden Volkswirtschaften wieder bessere Wachstumswerte und solidere Leistungsbilanzen verzeichnen.

Europäische Anleihen und vor allem Peripherie-Staatstitel verzeichneten nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) Ende Oktober eine kräftige Rally. Obwohl die EZB dieses Segment des Fixed-Income-Marktes substanziell unterstützen kann und die kurzfristigen Momentumindikatoren weitere Stärke signalisieren, erachten wir die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone als niedrig und sehen Neubewertungsrisiken, insbesondere bei italienischen Staatspapieren.

Fundamental betrachtet sollten Unternehmensanleihen und vor allem nachrangige Finanztitel möglichen Rückschlägen aufgrund einer Neubewertung der Normalisierung der EZB-Geldpolitik weniger ausgesetzt sein. Wir bekräftigen deshalb unsere seit Längerem bestehende Präferenz für Additional-Tier-1-Bankpapiere und nachrangige Versicherungstitel.

Anleihen ausserhalb des Finanzsektors weisen enge Spreads auf, und europäische High-Yield-Papiere haben äusserst unattraktive Bewertungsniveaus erreicht. Wir sind der Meinung, dass eine Kombination aus Aktien und Leveraged Loans in dieser Phase des Konjunktur- und Zentralbankzyklus ein besseres Risiko-Rendite-Profil bietet. Bei Investment-Grade-Unternehmensanleihen ist das Zinsrisiko unseres Erachtens signifikant, weshalb wir ein Engagement in Kreditderivaten im derzeit unterstützenden Wirtschaftsumfeld als beste Alternative ansehen.

Fokus auf langfristige Anleihen aus dem Energiesektor

Im USD-Segment dürfte eine kräftige Wirtschaftsdynamik die kurzfristigen USD-Anleihenrenditen zwar noch weiter nach oben treiben, jedoch sollte unseres Erachtens schwacher Inflationsdruck die längerfristigen Renditen in der aktuellen Handelsspanne halten. Entsprechend bevorzugen wir im USD-Bereich längere Laufzeiten.

Neben attraktiv bewerteten inflationsindexierten US-Papieren legen wir den Fokus auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen, insbesondere auf Emittenten aus dem Energiesektor mit angemessenen Renditen. Von Engagements im Detailhandel sehen wir ab. Ansonsten bekräftigen wir unsere vorsichtige Haltung gegenüber verbrieften US-Verbindlichkeiten, da die Fundamentaldaten des Konsumkreditmarktes eine weitere Abschwächung zeigen.

Hinsichtlich einer Renditeoptimierung favorisieren wir Lokalwährungsanleihen aus Schwellenmärkten gegenüber Hartwährungs- und High-Yield-Papieren.

Sylvie Golay Markovich, Head of Fixed Income Strategy

Anleihen aus Schwellenländern bieten attraktive Zinsen

Hinsichtlich einer Renditeoptimierung favorisieren wir Lokalwährungsanleihen aus Schwellenmärkten gegenüber Hartwährungs- und High-Yield-Papieren. Nachdem Zinsen und Währungen in Schwellenländern hauptsächlich aufgrund von idiosynkratischen Risiken unlängst eine Neubewertung erfuhren, ist die Anlageklasse im Vergleich zum Zinsrückgang in den Kernmärkten zurückgeblieben.

Auf realer Basis haben die Bewertungen relativ zu den G10-Ländern nun aber ein attraktives Niveau erreicht, und die Positionierung in Schwellenmarktwährungen ist nach der Korrektur deutlich geringer. Die politischen Risiken sind in einigen bedeutenden Schwellenmärkten (z.B. Türkei, Südafrika) zwar gestiegen, jedoch ist dies unseres Erachtens in den fundamentalen Bewertungen angemessen berücksichtigt.

Schwellenländer profitieren vom Wirtschaftswachstum

Ganz allgemein rechnen wir, solange keine externen Schocks auftreten, mit einem anhaltend günstigen konjunkturellen Umfeld für die Schwellenländer, angetrieben von einer stärkeren Binnennachfrage. Auch strukturell dürften die Schwellenländer weniger anfällig sein auf höhere Zinsen in den Kernmärkten als 2013, als die Federal Reserve ein so genanntes «Taper Tantrum» auslöste, und erhebliche aussenwirtschaftliche Ungleichgewichte die Preise von Schwellenmarkt-Vermögenswerten belasteten.

Attraktive Bewertung der Realzinsen in Schwellenmärkten relativ zu G10-Ländern

5-jährige Swapsätze minus Gesamtinflation in 18 Schwellenmärkten.
Letzter Datenpunkt: 08.11.2017.
Historische Performance-Angaben oder Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für die aktuelle oder künftige Wertentwicklung.
Quelle: Bloomberg, Credit Suisse