Immobilie im Alter: Tipps zum Überschreiben oder Verkaufen eines Hauses
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Wohnen im Alter: Besser heute als morgen planen.

Wer ein Haus oder eine Wohnung besitzt, muss sich irgendwann Gedanken darüber machen, was mit der Immobilie im Alter geschehen soll. Ist die Hypothek noch tragbar? Ist die Wohnung altersgerecht? Soll das Haus dereinst an ein eigenes Kind überschrieben werden? Es lohnt sich, frühzeitig darüber nachzudenken.

Eigene Immobilie ist im Alter oft zu gross

Lebenssituationen ändern sich. Mal schneller, mal fast unbemerkt – genauso ist es beim Älterwerden. In dieser Situation befinden sich Bernhard und Ruth Schmid. Die gemeinsamen Kinder sind nach und nach ausgezogen. Ihr Einfamilienhaus ist eigentlich zu gross für zwei Personen.

Zudem steht das Ehepaar Schmid vor der Pensionierung. Sie freuen sich darauf, mehr Zeit in ihrem Haus und im Garten zu verbringen, machen sich aber Sorgen um ihre finanzielle Situation. Denn trotz AHV und Pensionskasse verringert sich bei vielen mit der Pensionierung das Einkommen. So auch bei den Schmids.

Tragbarkeit der Hypothek verändert sich mit der Pension

Ein tieferes Einkommen wirkt sich auf die Tragbarkeit der Hypothek aus. Möglicherweise ist sie nicht mehr gewährleistet. Möchten Eigentümer den Anbieter wechseln oder die Hypothek für eine grössere Sanierung aufstocken, könnte dies zu einer Herausforderung werden.

Ist absehbar, dass das Einkommen im Alter knapper wird, sollte man unbedingt frühzeitig vorsorgen. Stehen genügend freie Mittel zur Verfügung? Eine Immobilie und deren Finanzierung spielen dabei eine zentrale Rolle. Sollte ein grosser Teil des Vermögens im eigenen Haus gebunden sein, gibt es unter Umständen Möglichkeiten, den finanziellen Spielraum zu erweitern. Man kann sich beispielsweise zusätzliche Liquidität verschaffen, indem eine bestehende Hypothek erhöht wird.

Wohnen im Alter – manchmal besser in einer Wohnung

Die Tragbarkeit der Hypothek ist nur ein Aspekt. Gleichzeitig könnten Hausbesitzer wie die Schmids Kosten sparen, würden Sie günstiger wohnen und vom Haus in eine Wohnung ziehen. Ein Haus ist oftmals weniger geeignet, sollte jemand auf einen Rollstuhl angewiesen sein oder im Alter nicht mehr Treppen steigen können. Zwar ist es möglich, ein Haus altersgerecht umzubauen. Kosten und Nutzen müssen aber gut abgewogen werden. Eigentumswohnungen werden dagegen oft schon barrierefrei gebaut und können im Alter eine bessere Lösung sein.

Häufig spielen emotionale Gründe eine ebenso grosse Rolle wie finanzielle: Man hat sein Traumhaus realisiert, viele Jahre darin gelebt und die Kinder darin aufwachsen sehen. Das möchte niemand so einfach hergeben. Ist das Haus zu gross, lohnt es sich deshalb, unkonventionelle Lösungen zu prüfen. Solche Möglichkeiten können der Einbau einer Einliegerwohnung, ein Mehrgenerationenhaus oder eine Wohngemeinschaft sein. Eine Immobilie ist auch eine Altersvorsorge. Wird das Einfamilienhaus nicht mehr selber bewohnt, kann es vermietet werden. Das ist allerdings mit Aufwand verbunden.

Haus verkaufen oder an eigenes Kind überschreiben

Ist geplant, die Immobilie im Alter zu verkaufen, sollte dies früh genug angegangen werden. Ein Verkauf braucht Zeit. Wer rechtzeitig inseriert, kann einen besseren Preis erzielen, als wenn unter Zeitdruck verkauft werden muss. Auch für die eigene künftige Wohnsituation sind die Möglichkeiten mit einem längeren Planungshorizont vielfältiger.

Hausbesitzer mit Kindern ziehen statt eines Verkaufs gerne das Überschreiben an den Nachwuchs in Betracht. Eine Knacknuss stellt das Schweizer Erbrecht dar: Bei Geschwistern muss der Besitzerwechsel sauber geregelt sein. Jedes Kind hat Anspruch auf seinen gesetzlichen Anteil am Erbe. Um Ungerechtigkeiten vorzubeugen, können die Eltern oder das Kind, an welches das Haus überschrieben wird, Geschwister auszahlen. Auch der richtige Zeitpunkt ist relevant: Wird das Haus zu früh überschrieben, fehlt der jüngeren Generation womöglich das Kapital. Später dagegen haben sich die Kinder vielleicht bereits ihren eigenen Wohntraum erfüllt.  

Nutzniessungsrecht beim Übertragen eines Hauses

Auch wenn das Haus an ein eigenes Kind überschrieben wird, können die Eltern in der Immobilie wohnen bleiben. Dies ist möglich, wenn ein Wohn- oder Nutzniessungsrecht vereinbart wurde. Beim Wohnrecht wohnen die Eltern weiterhin im Haus und kommen für dessen Unterhalt auf. Das Nutzniessungsrecht geht noch weiter: Die Eltern können über das Haus verfügen, tragen grundsätzlich auch weiterhin die Hypothek und zahlen die Zinsen.

Der Vorteil ist in diesen Fällen, dass die Besitzverhältnisse bereits frühzeitig geregelt sind. Wenn die Eltern nicht mehr in der Immobilie wohnen können oder möchten, kann schneller und einfacher reagiert werden.

Frühzeitig planen, was mit der Immobilie im Alter geschieht

Erst recht Immobilienbesitzer müssen sich mit dem Thema Älterwerden auseinandersetzen. Das muss jedoch nichts Negatives sein. Ruth und Bernhard Schmid haben eine gute Lösung gefunden. Ihre jüngste Tochter hat Interesse am Elternhaus. Verläuft alles nach Plan, werden sie das Haus einige Jahre nach der Pensionierung überschreiben und in eine Eigentumswohnung ziehen.

Was machen Sie mit Ihrer Immobilie im Alter?

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