Wohneigentum im Todesfall
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Was geschieht mit dem Wohneigentum, wenn der Partner stirbt?

Der Tod des Lebenspartners kann für eine Frau auch finanziell einschneidende Folgen für das Wohneigentum haben. Auf dieses Szenario sollte man sich frühzeitig vorbereiten.

Was bedeutet der Tod des Hauptverdieners für das gemeinsame Wohneigentum?

In diesem tragischen Fall sollte der Berater der Bank, bei der das Paar die Hypothek abgeschlossen hat, kontaktiert werden. Im Gespräch geht es darum festzustellen, ob das Wohneigentum mit den Hinterlassenenleistungen weiterhin finanziell tragbar ist.

Wie wird die Tragbarkeit bei Wohneigentum berechnet?

Zuerst müssen die Gesamtkosten errechnet werden, also die kalkulatorischen Hypothekenzinsen plus Amortisation plus Nebenkosten. Gemäss der üblichen Faustregel gilt: Die Gesamtkosten dürfen ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen.

Und wie geht man mit den Zinsen um, die können sich ja auch verändern?

Bei der Berechnung der Tragbarkeit rechnet die Bank mit einem Durchschnittszins von fünf Prozent. Bei einer Hypothek von 600’000 Franken belaufen sich diese kalkulatorischen Zinskosten somit auf 30’000 Franken pro Jahr. Das sind pro Monat 2’500 Franken, die max. 1/3 des Bruttolohns ausmachen dürfen.

Wenn die überlebende Partnerin die Hypothekenkosten auf der gemeinsamen Immobilie nicht tragen kann, ist das problematisch.

Und die Nebenkosten?

Bei den Nebenkostengeht man gemäss Faustregel von 1 Prozent des Immobilienwertes aus. Hat die Immobilie einen Wert von 800’000 Franken, rechnet man also mit 8’000 Franken pro Jahr für Unterhaltskosten. Dieses Geld sollte für den Unterhalt der Liegenschaft eingesetzt werden, um den Wert der Immobilie zu erhalten – zum Beispiel Reparaturen oder auch laufende Nebenkosten.

Und wenn das Geld nicht reicht, was ist zu tun?

Wenn der überlebende Partner die Kosten auf der gemeinsamen Immobilie nicht tragen kann, ist das problematisch. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Immobilie mitten in einer sowieso schon schwierigen Situation verkauft werden muss. Darum ist es wichtig, durch geeignete Vorsorgemassnahmen, dieses Szenario zu verhindern. Fragen rund um die Pensionskasse, 3. Säule, Lebensversicherung, Erbschaftsplanung bis hin zur Finanzierungsplanung müssen unbedingt frühzeitig angegangen werden.