Vorsorge für selbstständige Frauen ohne BVG-Pflicht
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Wie sollen selbstständig erwerbende Frauen vorsorgen?

Die Vorsorge von selbstständig erwerbenden Frauen hängt auch von der gewählten Geschäftsform ab, speziell bei der 2. Säule. Oftmals lohnen sich der Abschluss einer freiwilligen 2. Säule und eine Absicherung gegen Invalidität oder Todesfall.

Zahlreiche Frauen sind aus verschiedenen Gründen selbstständig erwerbend. Als Chefin können sie ihre eigene Geschäftsidee verwirklichen und die Aufgaben in Haushalt und Familie flexibler organisieren. Bei allen Vorteilen vergessen aber viele Selbstständige, dass sie häufig weniger verdienen als eine Angestellte. Das wirkt sich direkt auf ihre Vorsorge aus.

Welchen Einfluss hat die Geschäftsform auf die Vorsorge?

Im üblichen Tagesgeschäft macht es für eine unabhängige Beraterin oder eine Geschäftsführerin keinen Unterschied, ob sie in einer Einzelgesellschaft oder in einer GmbH tätig ist. Betrachtet man aber die Vorsorge, sind das zwei unterschiedliche Situationen.

Welche selbstständig erwerbenden Frauen haben eine 2. Säule?

Frauen, die in einer Personengesellschaft organisiert sind, also in einer Einzelgesellschaft oder einer Kollektivgesellschaft, sind nicht automatisch ans BVG angeschlossen und können darum nur dann mit einer 2. Säule rechnen, wenn sie sich persönlich darum bemühen. Alternativ dazu empfiehlt sich die Gründung einer Aktiengesellschaft oder einer GmbH. In diesem Fall muss man sich i. d. R. einer Pensionskasse anschliessen.

Selbstständige Frauen in einer Einzelgesellschaft oder einer Kollektivgesellschaft können sich freiwillig in der 2. Säule BVG versichern.

Können sich Frauen einer freiwilligen 2. Säule anschliessen?

Im Buch «Vorsorgen, aber sicher» des Beobachter-Verlags kommt dieses Thema zur Sprache. Mit dem klaren Hinweis, dass sich auch Selbstständige in einer Einzelgesellschaft oder einer Kollektivgesellschaft freiwillig in der 2. Säule BVG versichern können, unter anderem bei der Pensionskasse ihres Berufsverbands. Ist dies nicht möglich, bietet sich die «Stiftung Auffangeinrichtung» an, wobei dies oft die unattraktivste Option ist, weil in vielen Fällen nicht der volle Lohn versichert werden kann.

Gegen was sollten sich Selbstständige ebenfalls versichern?

Altersleistungen sind das eine, Risikoleistungen das andere. Darum sollten sich selbstständig erwerbende Frauen in jedem Fall auch für den Invaliditäts- und, sofern Angehörige abgesichert werden müssen, den Todesfall absichern. Wer keine grossen finanziellen Reserven hat, braucht zwingend eine Taggeld-Versicherung, um die Existenz zu sichern. Falls eine Frau aus medizinischen Gründen nicht arbeiten kann, bezahlt diese Versicherung während einer gewissen Zeit den Lohnersatz.